Previews: The Walking Dead 3 - A New Frontier:

The Walking Dead - A New Frontier


Seit März warten die Spieler auf den nächsten Ausflug in das Land der Untoten. Die neue Staffel 'The Walking Dead – A New Frontier' bietet dafür gleich zum Beginn eine Doppelepisode an. Neben der Serienheldin Clementine darf dieses Mal auch Javier, kurz Javi, gesteuert werden. Der Übergang zu Clementine lief erstaunlich gut, aber wie gut kann sich Javi einfügen? Kann Telltale Games wieder ihre Qualitäten zeigen? Wir gehen dem im Review nach.

 

 

 


 

 

 

Javi, der unzuverlässige Sohn

{Beschreibung der Grafik}

Gleich zu Beginn gehts heiß her

Am Beginn der Untoten-Katastrophe: Javis Vater liegt im Sterben. Seine ganze Familie hat sich um ihn geschart und betet. Nur der Sohn fehlt. Dank dem riesigen Stau kommt er nämlich viel zu spät. Als er ankommt, ist sein Vater längst gestorben. Javis Bruder lässt deswegen sämtliche Wut an seinen kleinen Bruder aus und das erste Handgemenge beginnt. Natürlich beschwichtigt Kate, Javis Schwägerin, die beiden. Als sie reingehen, bemerken sie, dass die kleine Enkelin ihrem Opa noch etwas zu trinken gibt. Aber der ist doch tot? Oder etwa nicht? Ist er etwa ein "Muerto", wie die spanisch sprechenden Menschen sagen würden?

 

 

Mehr Exploration und mehr Adventure?


In Sachen Interaktion ein Rückschritt zu 'Batman'

Geschichten und tragische Momente sind immer schon die Stärke von Telltale Games gewesen. Adventure-Elemente oder gar freies Erkunden weniger. 'The Walking Dead: Michonne' und 'Batman – The Telltale Series' zeigten aber recht eindrucksvoll, dass sie mehr und mehr auf freiere Elemente setzen wollen. Auch 'A New Frontier'setzt diesen Trend fort und schon in den ersten beiden Episoden gab es ein paar Freie Erkundungsphasen. Dadurch wird nicht nur dem Spieler mehr Freiheit gegeben, sondern das Tempo wird so auch deutlich herausgenommen. Eine willkommene Abwechslung zu den actionreichen Szenen und hochspannenden Twists. Rätsel darf man sich natürlich nicht erwarten. Knifflig sind nur die sehr häufig auftretenden Entscheidungen während den Dialogen. In der neuen Staffel scheinen diese gut und konsequent durchgezogen zu sein, denn schon die ersten Entscheidungen fallen nicht leicht und wecken zumindest den Anschein, dass man die Dinge selbst in der Hand hat. Es ist fast bezeichnend, dass manche Entscheidungen in den ersten beiden Episoden kniffliger und undurchsichtiger waren als jede einzelne Entscheidung der gesamten Staffel 'Game of Thrones'.

 

Technisch ausgezeichnet


Hübsches Brüderpaar

Mit dem Batman-Ableger legten sie technisch schon einen Zahn zu, konnten aber Ruckeln nicht so ganz verhindern. Man merkt aber deutlich, dass bei 'The Walking Dead – A New Frontier' das beste Team des Studios zuständig ist. Die Grafik ist trotz gleicher Engine noch ein Stück besser. Die Charaktere sehen wirklich gut aus und lassen einen immer wieder fragen, warum überhaupt noch Cel-Shading verwendet wird, denn sie würden mittlerweile auch durchaus ohne den Comic-Look funktionieren. Nur die Umgebung bleibt in manchen Bereichen eher grob und rechtfertigt die verwendete Kantenzeichnung. Es sieht aber nicht nur besser aus, sondern läuft auch wieder gewohnt flüssig und problemlos. Ton und Sprachausgabe sind ohnehin auf einem hohen Niveau und die deutschsprachige Community darf sich auch dieses Mal über deutsche Untertitel freuen. Es steht also prinzipiell einem wahren Spielefest nichts entgegen, oder?

 

Tolle Clementine, farbloser Javi


Clementine hat ganz klar die Hosen an.

Der Teufel steckt aber bekanntlich im Detail. Entgegen der Erwartung vieler Spieler nimmt Clementine in diesem Teil eine Nebenrolle ein und nur selten erlebt man die Geschichte aus ihrer Sicht. Javi begleitet uns hingegen gut zwei Drittel des Spiels durch die Überreste der Zivilisation. Er selbst ist schon etwas farbloser und stellt den Beschützer einer Familie dar. Die Familie besteht aus Kate, der Ehefrau seines Bruders, seiner Nichte und seinem Neffen. Zwar sind Kate und Javi ein Paar, aber eine wirkliche emotionale Bindung bekommt man zu den drei Begleitern nicht. So funktioniert der Beschützer-Instinkt nicht ganz – abgesehen davon, dass Javi nicht weniger zerbrechlich und unerfahren wie seine Begleiter wirkt. Er überlebte zwar schon ein paar Jahre mit seinen Gefährten, aber richtig Wirkung zeigt das noch nicht. Dies ist aber wahrscheinlich den ersten Einführungs-Episoden geschuldet, denn je weiter das Spiel fortschreitet, desto interessanter wird Javi. Die nächsten drei Episoden werden es also zeigen.

 

Spannende Entscheidungen, aber wozu?

{Beschreibung der Grafik}

Javi kann witzig sein, bleibt aber meist farblos

Leider nimmt diese fehlende Bindung auch deutlich Fahrtwind aus den kniffligen Entscheidungen. Warum sollen wir schon jemanden retten, wenn man ohnehin wenig für jemanden empfindet. Ich ertappte mich dabei, dass ich eigentlich nur zu Clementine hielt, was aus Perspektive von Javi eigentlich völlig unlogisch ist. So wäre Kate eigentlich seine Geliebte. Clementine kennt er erst kurz und sie macht zusätzlich fragwürdige Entscheidungen. Trotzdem fällt es schwer sich gegen sie zu stellen. Die typischerweise ausdrucksstarken Charaktere wirken also noch etwas oberflächlich und gewinnen erst im Laufe der zweiten Episode Ansätze der dringend nötigen Stärke. Dafür sind wie in der TV-Serie die Menschen die wahre Gefahr. 'A New Frontier' scheint also genau in die Richtung der Serie zu schlagen. Zu was sind Menschen eigentlich fähig, wenn sie in absoluter Not sind? Die nächsten Episoden werden uns das wahrscheinlich noch mit Nachdruck zeigen.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

'The Walking Dead' war bis jetzt immer eine sichere Bank bei Telltale. So beginnt auch die Staffel vielversprechend. Der anfängliche Schwung verläuft aber schnell im Sand und es wird klar, warum sie eine Doppelfolge zu Beginn der Staffel setzen. So verkommt die erste Episode fast zum reinen Vorgeplänkel und erst mit Episode 2 startet die Staffel richtig durch. Sie führt dann auch genug Spielraum und Brisanz ein, um Potential für die nächsten Episoden zu erschaffen. Es bleibt eine Staffel, die anfangs ungewöhnlich dahinplätschert. Die spannenden Dinge kommen noch – hoffentlich. Das technische Beiwerk stimmt dieses Mal zumindest wieder.



Fazit von Matthias Glanznig: Die Story macht soweit einen vielversprechenden Eindruck, obgleich sie nicht das Level von 'Tales from the Borderlands' oder 'Batman' erreicht. Es ist spannend, allmählich zu erfahren, wie es Clementine seit ihrem letzten Abenteuer ergangen ist. Viel hat sich in ihrem noch jungen Leben getan! Auch mit Javi konnte ich mich anfreunden, obwohl seine Vorgeschichte in manchen Momenten ein wenig konstruiert wirkt. Der ambivalente familiäre Hintergrund verleiht dem Ganzen eine interessante Note. In spielerischer Hinsicht war ich enttäuscht. Insbesondere nach Telltales 'Batman' ist das farblose Gameplay ein kräftiger Sprung zurück. Dass der Auftakt in Summe trotzdem gut gelungen ist, ist primär den narrativen Elementen zu verdanken.

geschrieben am 29.12.16, Peter Färberböck

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Dieses Preview gehört zu  The Walking Dead 3.




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