Klassiker-Tests: Loom:

Loom


Nachdem die ersten Lucasfilm-Adventures allesamt mit Begeisterung entgegengenommen wurden, veröffentlichte die Firma um Star Wars Schöpfer George Lucas, mit 'Loom' 1990 zum ersten Mal ein Spiel, das ein geteiltes Echo hervorrief.
Das Märchen um den jungen Weber Bobbin setzte auf ein sehr ungewöhnliches Gameplay. Statt gewohntem SCUMM Interface setzte Brian Moriartys Spiel auf ein Interface, indem der Spieler ausschließlich mit einem magischen Webstock, per Tonkombinationen, Einfluss auf seine Umwelt nahm. Mehr über das vielleicht ungewöhnlichste Adventure aus dem Hause Lucas erfahrt in unserem Klassikertest.

 

Loom

Der Beginn einer wundersamen Reise.

Bis zu seinem siebzehnten Geburtstag lebte Bobbin auf Loomisland ein behütetes Leben inmitten der Gilde der Weber. Der magische Webstuhl der Weber war es, der die Welt geschaffen hat und so ist die Gilde der Weber dem Schutz dieses Webstuhls verpflichtet und bestraft jeden der eine Gefahr für den Webstuhl und das durch ihn bewahrte Gleichgewicht der Welt darstellt. Nachdem Bobbins Pflegemutter Hatchel ihn in die magischen Geheimnisse der Weber einzuweihen begonnen hat, sehen die Ältesten sie als Verräterin gegenüber der Gilde an.
Seit Bobbins Geburt machten sich auf dem magischen Webstuhl der Gilde Noten des Bösen bemerkbar und so behandelten die Weber Bobbin seit jeher mit großer Vorsicht, in dem Wissen, dass er eines Tages mächtiger als sie alle werden könne. Den Verstoß gegen den Beschluss der Gilde – Bobbin vom erlernen der Zauberei fernzuhalten, kommt Hatchel teuer zu stehen und sie findet sich in der Form eines Kükens wieder. Doch durch eine Anomalie des Webstuhls verlieren auch die restlichen Gildenmitglieder ihre menschliche Form und verwandeln sich in Schwäne. Mit der Warnung, dass das unsagbare böse dabei sei die Welt zu verschlingen, macht sich Bobbin auf den Weg die Insel zu verlassen und sein wahres Schicksal zu suchen. Eine Reise beginnt, die Bobbin bis ins Reich der Toten führen soll und das Schicksal der Welt in seine Hände legt.

Wo ist mein Scumm?

Loom

Mit der richtigen Melodie schaffen wir eine Funktionstüchtige Brücke.

Auf das klassische Interface wurde in diesem Falle verzichtet. Es gibt keinerlei ausführbare Verben, mittels denen wir mit der Umwelt interagieren.
Zu Beginn des Spiels findet Bobbin den erwähnten magischen Webstock. Mit Klangfolgen von vier Tönen kann er mit dem Stock bestimmte Aktionen wie „Öffnen“ „Färben“ oder „Dunkelheit durchleuchten“ ausführen. Neue Melodien lernen wir in der Spielwelt kennen. Beherrschen wir zu Beginn nur vier Noten, so lernen wir im Laufe des Spiels noch vier weitere, bis uns die komplette Tonleiter zur Verfügung steht und wir immer mächtigere Sprüche aufsagen können. Spielen wir die umgekehrte Tonfolge eines uns bekannten Spruches, bewirkt der Spruch das Gegenteil. So wird zum Beispiel aus dem Spruch "Stroh zu Gold" verwandeln "Gold zu Stroh" verwandeln.
Sämtliche Rätsel des Spiels stehen ausschließlich mit den richtigen Klangkombinationen in Verbindung.Wenn ein Gegenstand in einem Screen von Bedeutung ist, markiert uns das ein Hotspot System, das den Gegenstand in einem kleinen Fenster rechts unten anzeigt. Klicken wir auf dieses Fenster, wählen wir den Gegenstand (oder auch die Person) im Fenster als Interaktionsgegenstand, das heißt nun können wir mit dem Webstock Einfluss auf selbigen nehmen.
Gelegentlich dient dieses Fenster aber auch dazu Gespräche zu führen oder Dinge zu betrachten. In den Gesprächen gibt es keinerlei Multiple Choice Optionen, vielmehr findet automatisch ein – sehr kurzer- Dialog statt, den wir nicht beeinflussen können.

Die Kehrseite der Medaille


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Das Chaos weitet sich aus.

Interessant ist das akustische Interface in jedem Falle, nur wirkt es wie vieles in 'Loom' letztlich unausgegoren. Ganze 15 Sprüche gibt es im Spiel im Rekordtempo zu erlernen und bis auf die wenigen Minidialoge und Zwischensequenzen ist dies bereits der komplette Spielinhalt. In sämtlichen Screens gibt es kaum Hotspots, so dass man anders als in anderen Lucas Spielen fast immer sofort weiß, womit man interagieren muss. Wenn einem der richtige Spruch gerade nicht logisch einleuchtet, probiert man einfach alle bereits bekannten Sprüche aus und findet damit zwangsläufig zum Erfolg.
Hinzukommt das die Spielwelt 'Looms' unanständig klein ist und man das Spiel bedingt dadurch und die vorher erwähnten Punkte mal eben locker und leicht an einem Nachmittag lösen kann. Wäre da nicht die ein oder andere überraschend brutale Szene, wäre 'Loom' wohl auch ein Spiel das man jedem fünfjährigen empfehlen könnte.

Grafik

Loom

Atmosphärisch ist Loom ein Gedicht.




Optisch entspricht 'Loom' in etwa dem 'Geheimnis der Affeninsel' so wie 'Indiana Jones and the last crusade'. Sehr viel Wert haben die Entwickler auf stimmungsvolle Umgebungen und Farben gelegt, so dass ein Großteil der Atmosphäre diesem Faktor zu Grunde liegt. Gibt es zwischendurch auch mal hellere Schauplätze zu bewundern, so ist der optische Grundtenor des Spiels doch eher düster und verträumt geheimnisvoll.

Sound

Loom

Bobbin lauscht einer Eule.

In kargen Midisequenzen serviert uns das Spiel stimmungsvolle Musik (Zum Teil von Tschaikowsky), die es schafft dem Märchen-Aspekt gerecht zu werden. Leider treten diese Musikstücke allerdings zu selten auf und sind dadurch schnell wieder vergessen. Doch gibt es natürlich auch klassische Lucasfilm Melodien zu hören, so erinnert die Musik bei Betreten der Kristallstadt deutlich an 'Indiana Jones 3'. Die restlichen Toneffekte werden mit kurzen Midisounds dargestellt, heute natürlich nicht mehr zeitgemäß, damals Standard.

Funktionalität auf modernen Systemen:

Genau wie bei allen anderen Lucas Klassikern wird lediglich das Tool ScummVm benötigt und Bobbins Reise kann beginnen.

Verfügbarkeit

Auch wenn 'Loom' nicht so weit verbreitet ist, wie etwa ein 'Monkey Island' oder 'Indiana Jones', gibt es doch regelmäßig die Chance das Spiel bei Ebay zu erwerben, ohne langfristig danach suchen zu müssen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 3.5 / 5

'Loom' macht es einem nicht leicht. So faszinierend und atmosphärisch die Spielwelt und Story ist, so banal und simpel ist zum einen das Gameplay ( Obwohl es durchaus unterhaltsam ist) und zum anderen ist eine Spielzeit von ca. 2-3 Stunden einfach eine Frechheit. Es fällt nicht immer leicht sich mit den Charakteren zu identifizieren oder mit ihnen zu fühlen, da der Inhalt so überhastet vorgetragen wird, dass die – vom Grundgedanken – epische Story am Ende etwas aufgesetzt wirkt.
Gerne wäre ich wesentlich tiefer in der Welt Bobbins versunken, denn faszinierend und anziehend ist selbige ohne Frage. Für Anfänger und Märchenfans ist 'Loom' mit Sicherheit– trotz des nie fordernden Gameplays und der Spieldauer- ein guter Tipp. Für manch einen erfahrenen Spieler mögen die Mängel allerdings zu stark wirken um 'Loom' noch etwas abgewinnen zu können.
Ich für meinen Teil mag es und finde es heute anziehend wie vor vielen Jahren und dennoch kann es – durch mangelnde Komplexität- nicht mit seinen großen Konkurrenten aus dem eigenen Hause mithalten- Eigentlich schade, denn die Plattform für ein außergewöhnliches Spiel war durchaus vorhanden.



geschrieben am 29.07.08, Ingmar Böke

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Dieser Klassiker-Test gehört zu  Loom.




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