Reviews: Fables - The Wolf Among Us:

The Wolf Among Us - Episode 3: A Crooked Mile


Mit kräftigen Tritten ähem Schritten nähert sich Telltales 'The Wolf Among Us' der finalen Phase. Diesmal steht Sheriff Bigby gehörig auf dem Prüfstand, der einem Serienmörder auf den Fersen ist. Da sich in drei von in Summe fünf Episoden schon einiges ereignet hat (Tests dazu könnt Ihr bei uns nachlesen), besteht Spoiler-Gefahr (v.a. für jene, die noch keine Episode gespielt haben) - obgleich wir uns damit natürlich sehr zurückhielten. Im Zweifelsfall solltet Ihr deshalb aber die ersten beiden Absätze überspringen. Wie uns 'The Wolf Among Us - A Crooked Mile' gefällt, verraten wir Euch jetzt im ausführlichen Review.


Die dunkle Enthüllung...

Wolf Among Us

Snow White zeigt eine andere Seite...

… aus Episode zwei nagt in 'A Crooked Mile' gehörig an den Grundfesten von Bigby und Snow White und stellt alles in Frage. Wurden sie womöglich für üble Machenschaften instrumentalisiert? Und selbst wenn es eine alternative Erklärung für den Twist am Ende von 'Smoke and Mirrors' geben sollte... wie kann man mit so einer Perversion umgehen? Kein Stein wird auf dem anderen bleiben, soviel steht schon länger fest. Angesichts vergangener Verbrechen wirkt Snow White verändert, härter und konfrontativer, als wir es von ihr eigentlich gewohnt sind. Ein Machtkampf um die Führung steht zudem kurz vor dem Ausbruch und sie steckt mittendrin. Ehe es dazu kommen dürfte, hat die Suche nach der verdächtigen Person aber oberste Priorität und prägt das Geschehen der neuen Episode. Die tief erschütterte New Yorker Fabel-Community giert nämlich nach Rache für die brutalen Ereignisse der letzten Tage und die Zeit drängt.


Bigby unter Beschuss

Wolf Among Us

Unterbrechen wir dieses Begräbnis, oder warten wir? Unbeliebt machen wir uns aber in jedem Fall...

Als Sheriff dieser den Menschen verborgenen Gemeinschaft, hat auch Protagonist Bigby zuletzt keine gute Figur gemacht und seine Autorität wird stark angezweifelt. Den Bewohnern kann man es kaum verübeln, wenn sie in ihm sogar so etwas wie einen Schuldigen sehen. Immerhin war er in der alten Fabelwelt als großer böser Wolf bekannt und keiner von den Guten. Dieses bedrohliche Bild hängt nach wie vor festgenagelt in den Köpfen vieler Fabelwesen, was keinesfalls zu einer positiven Vertrauensbasis beiträgt. Je näher ein gesellschaftlicher Umsturz droht, desto relevanter wird für sie aber die folgende Frage: Ist Bigby derselbe Bösewicht wie eh und je, oder hat er sich wirklich geändert? 'A Crooked Mile' trägt viel dazu bei, den Grundkonflikt des Protagonisten gezielt zu entblößen und den umstrittenen Gesetzeshüter ans Äußerste zu treiben.


Baustein im narrativen Gesamtwerk

Wolf Among Us

Die Zeit drängt...

Vergleicht man Telltales Episodenspiele mit der in der Literatur oft zitierten klassischen Dreiaktstruktur von Filmen, so könnte man daraus schließen, dass wir uns mit 'A Crooked Mile' im zweiten Akt befinden (in der sogenannten Phase der Konfrontation). Durch die expositorische Vorarbeit der bisherigen Episoden wurde das Setting etabliert, die Fronten geklärt und das Tempo kann nun fröhlich hinauf geschraubt werden, womit Aktion und Entscheidungen zwangsläufig an Präsenz gewinnen. Wem der Vorgänger nicht adrenalinschwanger genug war, der wird ab jetzt vermutlich mehr und mehr auf seine Kosten kommen. Es ist allerdings keine leichte Angelegenheit, die ersten drei Episoden untereinander zu vergleichen. Im Fall von 'The Wolf Among Us' sind sie lediglich ein Teil des Ganzen. Doch auch die emotionale Wirkung am Ende der ersten Staffel zu 'The Walking Dead' war nicht primär die Konsequenz der letzten Episode, sondern das Resultat eines handwerklich stark ausgeführten, dramaturgischen Gesamtkonzepts.


Die Qual der Wahl?

Wolf Among Us

Auch bei internen Machtkämpfen gilt es Stellung zu beziehen...

Wie intensiv die Geschichte erlebt wird, hängt zweifellos auch ein wenig davon ab, wie wir als Spieler agieren und reagieren. Manche Entscheidungsmuster werden in diesem Sinne zu einer etwas wirkungsvolleren Geschichte führen, als andere. Ein Nachteil an 'The Wolf Among Us' besteht möglicherweise darin, dass die Entwicklung der Hauptfigur zudem auffällig stark an die Haupthandlung gekoppelt ist und zwar deutlich enger, als es zum Beispiel bei Lee in 'The Walking Dead' der Fall war. Zugleich soll der Hauptcharakter aber durch ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit halbwegs offen erscheinen. Die aus diesem hohen Anspruch resultierende Gratwanderung, führt Telltale fast immer in die Verlegenheit, den Spieler in eine von zwei Richtungen zu drängen, sei das die geläuterte Seite, oder eben die dunkle Seite des Wolfes. Anders würde die Geschichte auf Dauer kaum funktionieren, denn völlig ohne Grenzen kommt auch die Dramaturgie nicht aus! Diese Eigenheit kann man negativ sehen, auf Dauer ist sie jedoch kaum zu verhindern. Immerhin zeigt der Handlungsstrang diesmal mehr Verzweigungen als sonst und macht viel Laune, einen weiteren Durchlauf mit anderen Herangehensweisen zu wagen. Das Finale hat es zudem in sich! Jedoch ist das Abenteuer sogar etwas kürzer als zuletzt und in 80 Minuten war ich fertig.


Weniger Interaktivität, interessantere Entscheidungen

Wolf Among Us

Welches Fabelwesen diese Frau wohl darstellen soll?

Interessanter als die ausschweifende Frage nach den inhaltlichen Qualitäten, ist vielleicht ein Blick auf die interaktiven Elemente. Zuletzt gab es Ansätze in Richtung zunehmender Interaktivität, doch 'A Crooked Mile' macht diesen kleinen Schritt wieder rückgängig. Entscheidungen rücken stärker in den Fokus der Episode und Quicktime-Events gewinnen an Präsenz, wenn auch sie nicht sonderlich schwer zu bewältigen sind. Schade ist ansonsten, dass die Konversationen diesmal vergleichsweise seltener zum Mitdenken anregen und primär auf emotionale Befindlichkeiten des Protagonisten abzielen. Das mag sehr wohl ins inhaltliche Konzept passen, ab und zu wäre mehr spielerischer Anspruch aber nun wirklich kein Beinbruch gewesen. Das hohe narrative Tempo sorgt verkürzt gesagt also für einen saftigen Adrenalinschub, geht jedoch auf Kosten der spielerischen Komplexität. Fans der Reihe legen vermutlich aber ohnehin sehr viel mehr Wert auf den narrativen Part und der ist absolut in Takt.


Galerien

Fazit:

Wertung: 83%

'A Crooked Mile' strickt die Exposition der Vorgänger interessant weiter und erhöht die emotionale Intensität. Bigbys Charakter wird nun immer und immer wieder in Frage gestellt: Hat der Wolf sich tatsächlich geändert? Ist unter der rauen Schale vielleicht doch ein weicher Kern? Je nachdem, wie der Spieler diesen Charakter angelegt hat, dominiert mal die eine, mal die andere Frage. Am Ende steht – ausgehend von den eigenen Aktionen - viel Klarheit was seine Person angeht, auch wenn die Episode ansonsten kaum Überraschungen parat hält. Emotionale Entscheidungen sind diesmal also besonders dominant, gehen zugleich aber mit einer geringeren spielerischen Komplexität einher. Wer keine Ansprüche an die spielerische Ebene stellt, dürfte einmal mehr ziemlich gut auf seine Kosten kommen.

geschrieben am 11.04.14, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Minimale Voraussetzungen für den PC Betriebssystem: Windows XP/Vista/7 Prozessor: Intel Core 2 Duo @ 2.0 Ghz / AMD Athlon 64 X2 4400+ Arbeitsspeicher: 3 Gb Harddisk: 2 Gb frei Grafikspeicher: 512 Mb Grafikkarte: nVidia GeForce 8800 / ATI Radeon HD 3870 Soundkarte: mit DirectX vereinbar DirectX: 9.0c Tastatur Maus Offizielle Webseite mit Bestellmöglichkeit
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Dieses Review gehört zu  Fables - The Wolf Among Us.




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Kommentare 5
Futhark_Oblivion
01.05.2014, 04:26

Wunderbares Review und sehr ausfürlich. Entspricht ungefähr dem, was ich ebenfalls bei Spielen dachte. Ich würde mir wünschen, dass mehr Reviews wie diese es auch endlich in die populären Spielezeitschriften oder sonst wo schaffen. Und nicht mir nur nach Prozenten und Grafik gewertet wird. Hut ab!

Futhark_Oblivion
01.05.2014, 04:28

Oh und ich entschudlige mich für die Rechtschreibfehler :-)

Mikej
01.05.2014, 11:58

Und ich danke für diesen positiven Kommentar :)

JackVanian
01.05.2014, 15:19

Ehre wem Ehre gebührt, insofern kann ich mich nur anschließen. Matthias ist der einzige Redakteur einer deutschen Adventure-Seite, dessen Artikel ich wirklich verfolge. Gerade zumal er sich völlig losgelöst von engstirnigen Genre-Definitionen mit der Materie auseinandersetzt und auch über den Tellerrand hinaus interessiert (und informiert) ist. Weiter so! :)

Mikej
01.05.2014, 23:42

Da werde ich doch glatt ein kleines bisschen rot auf meine etwas bleicheren Tage :)


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