Reviews: Bernd das Brot und die Unmöglichen:

Bernd das Brot und die Unmöglichen


Bernd das Brot ist eine der beliebtesten Figuren des Kinderkanals KIKA von ARD und ZDF. Da verwundert es, dass es bislang noch keine Computerspielumsetzung des Kastenbrotes gab. Doch nun ist es endlich da, das erste Spiel mit Bernd und seinen Freunden. In 'Bernd das Brot und die Unmöglichen' dürfen wir zusammen mit der Kultfigur um die Welt reisen, besuchen den nahe gelegenen Stadtpark genauso wie weit entfernte Vulkanhölen. Das Ziel: Den Diebstahl des „Erkälteten und Skat spielenden Yakks“ aufklären. Wie sich ein Brot mit zu kurzen Armen spielt und ob das Spiel wirklich "Mist" ist, wie Bernd meint, erfahrt Ihr in unserem Test.


Superheldentrio

Bernd das Brot

So wurde er zum Kult: Bernd im leeren Raum

Zu Beginn finden wir Bernd in dem weißen Raum wieder, in dem er auch das Nachtprogramm des KIKA unsicher macht. Wie Bernd dahin gekommen ist und was vorher passiert ist, entzieht sich seiner Kenntnis. Da tauchen plötzlich zwei Fotos auf: Von Chilli, dem Stuntschaaf und Briegel, dem Erfinderbusch - seinen Freunden. Und so fällt Bernd auch wieder ein, was in den letzten Stunden passiert ist: Chilli und Briegel haben ein Superheldentrio ins Leben gerufen, bei dem Bernd als "Der kastige Koloss" die wichtigste Rolle spielt - natürlich gegen seinen Willen. Gleich der erste Fall der Superhelden hat es in sich: Aus dem Stadtpark ist die Statue des „Erkälteten und Skat spielenden Yakks“ - ein Geschenk aus Langolien - verschwunden. Daraus könnten sich internationale Spannungen entwickeln, denn ein Besuch der Langolianer steht unmittelbar bevor. Zu diesem Besuch gehört auch ein Ritual, bei dem die Statue mit Teebeuteln beworfen werden soll. Während Bernd eigentlich nur seine Ruhe und aus dem albernen Kostüm heraus will, übernehmen Chilli und Briegel kurzerhand den Fall. Zu allem Überfluss wird Bernd auch noch fremdgesteuert, was ihm noch weniger zusagt. Doch es lässt sich nicht ändern: Das Abenteuer geht los und führt die Freunde vom Stadtpark über den Schrottplatz durch mehrere Länder. Selbst eine Zeitreise muss mittels Mofa angetreten werden. Klar, dass Bernd, Chilli und Briegel bei ihrem Abenteuer auf einige seltsame Mitbürger treffen und der Humor nicht zu kurz kommt. Das liegt überwiegend an den Dialogen, die auf dem sehr hohen Niveau des TV-Vorbildes liegen.


Erinnerungen an vergangene Zeiten

Bernd das Brot

Bernd nimmt sein Spiel nicht so ernst.

Wer das Adventure-Genre schon länger begleitet, wird in 'Bernd das Brot und die Unmöglichen' immer wieder auf Anspielungen stoßen und sich an vergangene Zeiten zurück erinnern. Sieht das Flugzeug, in dem die Unmöglichen in ferne Länder fliegen nicht genau so aus, wie das aus 'Zak McKracken'? Die unfreundliche Stewardess jedenfalls könnte direkt aus dem Klassiker von Lucasfilm Games stammen. Und auch Langolien, erinnert sehr an das Nepal, das wir einst mit Zak besuchten. Sogar ein Yakk ist hier angeleint. Das sind noch lange nicht die letzten Referenzen, so finden wir beispielsweise einen DeLorean samt Flux-Kompensator. Viele dieser Anspielungen dürften allerdings eher Erwachsene erfreuen, die eigentliche Zielgruppe des Spiels ist jünger und wird zu der Zeit, in der 'Zak McKracken' aktuell war, noch nicht auf der Welt gewesen sein. Dank solcher kleiner Verweise können aber auch ältere Semester Spaß an der Geschichte finden, die ansonsten recht seicht daher kommt. So sind die Nebencharaktere eher dümmlich gehalten - was Kenner der TV-Serie sicher nicht verwundern wird. Dem Spiel selbst kommt das leider nicht zu Gute. Mit fortschreitender Handlung wünscht man sich endlich auch mal einen normalen, nicht so sehr überzeichneten Charakter. Doch den findet man kaum. Schön hingegen ist, dass sich das Spiel selbst nicht ernst nimmt. Nicht nur einmal kritisiert Bernd die Entwickler oder beschwert sich beim Spieler, weil er die soeben geklickte Aufgabe lieber nicht durchführen möchte. Doch das missgelaunte Brot hat keine andere Wahl und muss genau das machen, was der Spieler von ihm erwartet. Wählt man eine Aktion die keinen Sinn macht, kommentiert das Bernd dann auch entsprechend mit Sprüchen wie "Hallo? Spieler? Jemand zu Hause? Das kann nicht funktionieren!" - 'Sunrise - The Game' lässt grüßen.


Brotige Rätsel

Bernd das Brot

Auch Zeitreisen sind vorgesehen

Problematisch sind diese Antworten immer dann, wenn die gewählte Aktion eigentlich schon Sinn machen würde. Bernd steht beispielsweise mit einer Nadel und einem Luftballon im Inventar herum. Kombinieren möchte er diese Gegenstände aber nicht. Auch andere Ballons, von denen einige im Bild zu sehen sind, können wir nicht platzen lassen. Jedes Mal sagt Bernd, dass das nicht geht. Bis schließlich ein Ballon doch zum Platzen gebracht werden kann - mit der Nadel aus dem Inventar. Hier wäre etwas mehr Feedback vom Spiel wünschenswert gewesen. Ähnliche Probleme gibt es auch an anderen Stellen: So kann Bernd bestimmte Aktionen erst ausführen, wenn das Spiel sie vorsieht. Nur manchmal bekommt man die Information, dass die Aktion noch nicht ausführbar ist. Ansonsten bieten die Rätsel leider wenig Neues, das Meiste kennt man schon aus vielen anderen Adventures. Sei es die Angel, die wir Bernd basteln lassen oder das Stück Papier mit durchgedrückter Botschaft, die wir wieder lesbar machen. Glücklicherweise bauen die Entwickler um solche altbekannten Rätselketten noch einige weitere Aufgaben, die für Abwechslung sorgen. Auch hilft die breite Auswahl von Rätseln und Aufgaben. Uns erwarten Inventar- oder Dialogrätsel ebenso wie Logikaufgaben oder Puzzels, bei denen auch mal sehr weit um die Ecke gedacht werden muss. Der Schwierigkeitsgrad steigt im Spiel sehr angenehm an und stellt vor allem zu Beginn auch Genre-Anfänger nicht vor große Hürden. Bis zum letzten Drittel gibt es oft nur ein bis zwei Räume, die zur gleichzeitigen Erkundung einladen. Erst danach steht Bernd, der nun auch ohne seine Freunde auskommen muss, die komplette Welt zur Verfügung. Ab diesem Punkt streift das Spiel auch die strenge Linearität ab und wird anspruchsvoller. Rätselhilfen sucht man übrigens vergeblich, lediglich ein recht nutzloses Tagebuch und die inzwischen zum Standard gehörende Hotspot-Anzeige sind verfügbar. Im Installationsverzeichnis findet sich aber die Komplettlösung für das Spiel als PDF-Datei.


Kastige Grafik, tolle Sprecher

Bernd das Brot

Die Zwischensequenzen werden in Comic-Bildern erzählt

Briegel, Chilli und Bernd wurden - genauso wie die anderen Figuren - als 3D-Figuren in zweidimensionale Comicgrafik eingefügt. Die Hintergründe sind handgemalt und sehr stimmig, wohingegen die Figuren deutlich schärfer wirken und sich daher deutlich von den Hintergründen abheben. Die Animationen laufen zum Teil holprig ab und während der Gespräche sollte man auch nicht auf die Lippen achten. Insgesamt bewegen sich Bernd und seine Freunde aber "realistisch", also ähnlich wie im TV. Ein Lob haben sich die Sprecher verdient. Da hinter der Serie und dem Spiel die gleiche Produktion steckt, wurden natürlich auch die Originalsprecher verpflichtet. Bernds frustriertes "Mist" klingt am PC also exakt so, wie im KIKA. Und ebenso wie im TV könnte Chilli einige Spieler schnell nerven, wenn sie mit ihrer schrillen Stimme immer wieder das Lama ruft. Der eigens von einer Band eingespielte Soundtrack bietet Songs auf Niveau der Sendung, ansonsten aber etwas zu wenig Abwechslung.


Galerien

Fazit:

Wertung: 72%

'Bernd das Brot und die Unmöglichen' ist ein hervorragendes Spiel, um den eigenen Nachwuchs an das Genre heranzuführen. Neben den kultigen Figuren bietet es kindgerechten Humor, schafft es aber auch, dass Erwachsene immer wieder etwas zum Lachen haben. Dazu passen auch der angenehm steigende Schwierigkeitsgrad und die recht seichte Story. Bernd, der wirklich keine Lust hat, das zu machen, was der Spieler von ihm verlangt - und das auch deutlich kommentiert - ist schon allein deswegen einer der realistischsten Adventure-Charaktere aller Zeiten. Wer mit nicht zu hohen Erwartungen an das Abenteuer geht, kann sich für vier bis fünf Stunden gut unterhalten lassen, richtige Bernd-Fans kommen schon aufgrund der tollen Erstauflage nicht um einen Kauf herum, das Spiel kommt schließlich in einer Brotbox in Bernd-Form.

geschrieben am 19.09.14, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Prozessor: Intel Pentium IV 2.4 GHz oder 100% kompatibler Prozessor Hauptspeicher: 1 GB RAM Festplatte: 2 GB freier Festplattenspeicher Grafikkarte: 100% DirectX 9.0c kompatibel mit 512 MB VRAM und den aktuellsten Treibern Soundkarte: 100% DirectX 9.0c kompatibel DVD-Rom: DVD-ROM Laufwerk Betriebssystem: Windows Vista / 7 / 8 Peripherie: Maus Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  Bernd das Brot und die Unmöglichen.




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