Reviews: Dead Synchronicity: Tomorrow comes Today:

Dead Synchronicity


Die große Welle hat die Welt für immer verändert. Städte liegen in Trümmern, die Gesellschaft funktioniert nicht mehr. Das Militär - oder jemand, der sich dafür hält - hat die Macht übernommen. Regierungen gibt es nicht mehr - oder sie haben nichts mehr zu sagen. Kurz: Es herrscht Gewalt und Chaos. In dieser Situation erwacht Michael aus einem langen Schlaf. Er findet sich in einem heruntergekommenen Wohnwagen wieder. Wie er dort hingekommen ist, entzieht sich seiner Kenntnis. Ebenso, wer der freundliche Mann ist, der ihn offensichtlich vor dem Tod gerettet hat. Michael ist ein "Gelöschter", einer der Menschen, die während der großen Welle seine Erinnerungen verloren haben. Wir dürfen Michael im Adventure der Fictiorama Studios durch diesen Alptraum begleiten, immer auf der Suche nach dem, was da eigentlich geschehen ist.

 

Dead Synchronicity

 

Das ist die Hölle

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Michael muss sich erst einmal in der Apokalypse zurechtfinden

Kurz nach seinem Erwachen prasseln noch schlimmere Wahrheiten auf Michael ein. Er befindet sich in einem von der Armee abgeriegelten Lager. Zum "Schutz" der Insassen. Die Soldaten machen mit den Menschen im Lager jedoch kurzen Prozess. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss damit rechnen, erschossen zu werden. Wer jedoch unauffällig bleibt, kann es im Lager weit bringen. So zum Beispiel der "Jäger", der den lokalen Schwarzmarkt organisiert und auch an anderen Geschäften beteiligt ist, die vor der Katastrophe zu Gefängnisaufenthalten geführt hätten. Noch schlimmer ist jedoch eine Krankheit, die sich rasend verbreitet. Die Opfer werden "Zerflossene" genannt, denn viel mehr als eine Pfütze brauner Flüssigkeit bleibt von den Infizierten nicht übrig. Und an dieser Krankheit leidet auch der Sohn des Mannes, dem Michael sein Leben zu verdanken hat. Zum Glück soll es ein Heilmittel geben, draußen vor dem Lager in der Stadt. Dort soll das Leben viel besser sein - erzählt man sich. Und so ist es an Michael, einen Weg aus dem Lager und das Heilmittel für die Krankheit zu finden, ohne dabei selbst mit dem Militär in Konflikt zu geraten. Und dann sind da noch diese seltsamen Visionen, die Michael regelmäßig überkommen...


Verstörende zerstörte Welt

Dead Synchronicity

Das Spiel ist nichts für Zartbesaitete

Wie würde die Welt aussehen, wenn es keine Zivilisation mehr gibt? Wenn sich alles nur noch ums Überleben dreht? Dieser Frage gehen die Fictiorama Studios in ihrem via Kickstarter finanzierten Comic-Adventure nach und geben darauf eine verstörende Antwort. In 'Dead Synchronicity' zählt ein einzelnes Menschenleben nichts mehr, jeder kämpft nur noch für sich selbst. Eine Ausnahme bildet da Michael, der Held des Spieles. Er stellt zwar auf seiner Reise durchaus sehr üble Dinge an, allerdings nur dann, wenn er keinen anderen Ausweg findet. Schließlich leitet ihn die Hoffnung, dass es irgendwo da draußen einen Ausweg geben wird aus der immer schlimmer werdenden Katastrophe, deren Ursprung noch niemand gefunden hat.


Endzeit-Optik

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Zerstörung wohin man blickt

Die düstere Stimmung des Spiels wird nicht zuletzt durch die Grafik gefördert, die gesamte Spielwelt ist in Grau-Braun-Tönen gehalten. Nur selten sticht mal etwas Farbe hervor. Auch die Charaktere, denen wir in der Zukunftswelt begenen, sind in diesen Tönen gehalten, was dem Spiel einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil verleiht. Die Hintergründe fangen recht gut die Zerstörung der Welt ein und wirken wie gemalt. Die Animationen fügen sich sehr gut in das Gesamtbild ein, leiden jedoch unter zu wenigen Zwischenbildern und erinnern so ein wenig an die Frühzeit der Grafikadventures. Der Stimmung des Spiels tut das aber keinen Abbruch. Dafür sorgt auch die hervorragende Vertonung. Für die Sprecher zeichnet sich Daedalic Entertainment verantwortlich. Die Hamburger treten bei 'Dead Synchronicity' als Publisher auf und spendierten dem Titel eine deutsche Sprachausgabe. Die Besetzung passt bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr gut und auch die Betonung stimmt immer.

Für den Soundtrack sorgen die Entwickler selbst, denn einige von ihnen sind Mitglieder der Indie-Rockband Kovalski und steuern zusammen mit ihren Kollegen die stimmungsvollen Songs zum Spiel bei, die aber nicht unbedingt zu jeder Situation perfekt passen. Garniert mit den gelungenen Soundeffekten sorgt die gesamte Präsentation für eine beklemmende Atmosphäre.

 

Gut eingebundene Rätsel

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Was hat es mit diesen seltsamen Visionen auf sich?

Die Aufgaben, vor die uns 'Dead Synchronicity' stellt, sind eher klassischer Natur. In der Regel gilt es, Gegenstände zu finden und am richtigen Ort einzusetzen. Auch Inventar-Kombinationen kommen hin und wieder vor. Die vielzahl vorhandener Interaktionsmöglichkeiten in der Umgebung sorgt für einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. Dass auch erfahrene Spieler etwas länger brauchen dürften, kann aber auch daran liegen, dass einige der Szenen scrollen, was dem Spieler nich sofort auffallen muss. So verpasst man mitunter den einen oder anderen Gegenstand oder Ausgang. Für zusätzliche Komplexität sorgen auch die vielen Orte, die im Laufe des Spielgeschehens zugänglich werden. In der zweiten Spielhälfte sind nahezu alle Orte begehbar, was das parallele Knobeln an verschiedenen Aufgaben ermöglicht.


Unvollendet

Leider endet 'Dead Synchronicity' mit einem großen Cliffhanger. Die Entwickler haben die Geschichte zwar von vornherein als Mehrteiler geplant, dennoch hinterlässt das Finale den Spieler ohne wirkliche Auflösung und mit mehr Fragen als Antworten. Wir hoffen, dass es einen zweiten Teil gibt, auf den wir nicht lange warten müssen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 86%

Chapeau! Mit 'Dead Synchronicity' haben die Newcomer von Fictiorama gezeigt, dass es keine großen Namen braucht, um nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne ein gutes Spiel abzuliefern. Im Gegenteil, nach einigen Enttäuschungen im Bereich des Crowdfundings ist dieses Spiel der Beweis, dass sich hinter Schwarmfinanzierungsprojekten auch echte Perlen verstecken können. 'Dead Synchronicity' fesselt vor allem durch seine düstere Stimmung, die Handlung und die überwiegend nachvollziehbaren Entscheidungen der Charaktere. Nicht zuletzt sorgt auch die hervorragende Vertonung und Übersetzung für die packende Atmosphäre, für die man auch gern über die nicht so aufwendigen Animationen hinwegsehen mag. Trotz des offenen Endes eine ganz klare Kaufempfehlung.

geschrieben am 08.05.15, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Prozessor: 2.0 GHz, DualCore Prozessor Arbeitsspeicher: 2048 MB Grafikkartentypen: NVIDIA GeForce 8600 GTS, ATI Radeon HD 3 Reihe DirectX Version: 9.0c Festplattenspeicher: 4.5 GB Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel Offizielle Homepage
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Dieses Review gehört zu  Dead Synchronicity: Tomorrow comes Today.




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Kommentare 5
autotoxicus
14.05.2015, 21:37

Ich finde das der erste Teil von Dead Synchronicity als das was es ist, schon ein nettes Adventure ist. Aber es sollte preislich meiner Meinung nach eher im Bereich von 14,99€ oder vielleicht noch 15,99€ liegen.
Book of the Unwritten Tales 2 z.B. kostet 34,99€ ist für mich jeden Cent davon wert (dürfte von mir aus auch 40€ kosten). Aber Dead Synchroncity hat dann schonmal deutlich simplere Grafik und wird wohl mit beiden Teilen dann schon (für Adventure-Verhältnisse happige) etwa 40€ kosten und wird dabei mit Sicherheit auch deutlich kürzer sein als BouT2. Oder für The Night of the Rabbit habe ich zum Release 29,99€ bezahlt (Premium Edition) und das hat auch in jeder Hinsicht mehr hergegeben als Dead Synchronicity es selbst zusammen mit dem zweiten Teil je tun könnte.
Also ich bin zumindest vom Preis-Leistungs-Verhältnis enttäuscht und hadere mit mir ob ich mir wirklich den zweiten Teil, zumindest direkt zum Release, kaufen werde.

Mikej
15.05.2015, 10:39

20 Euro für die Download-Version finde ich bei ~ 5 bis 7 Stunden Spielzeit eigentlich vertretbar. Es gab auch schon kürzere oder ähnlich lange Spiele für 40 Euro. Aber am Ende ist das wohl eine subjektive Geschichte: Die Frage, ob einem ein Spiel genug gibt, um das Geld wert zu sein, wird nicht jeder immer gleich beantworten. Aber in Zeiten wo einem fast jedes Adventure-Spiel erstaunlich früh im Sale entgegenkommt, finde ich Preisdiskussionen ohnehin nicht so zielführend. Im Zweifelsfall muss man wirklich nicht so lange warten.

autotoxicus
15.05.2015, 14:05

Ja, es mag ja sein das es Spiele gegeben hat die ungefähr dieselbe Länge hatten und zum Release 40€ oder mehr gekostet haben (Spiele die ich nicht gekauft hätte), aber welches Adventure das Grafik weit hinter aktuellen technischen Stand (für Point&Click Adventures, also meinetwegen BoUT2 oder The Raven) liefert hatte in den letzten Jahren so einen Preis ohne dabei einen deutlich größeren Umfang zu bieten?

Ich finde für den erster Teil von Dead Synchronicity ist Blackwell: Deception ein passender Vergleich, allerdings mit dem Vorteil bei Blackwell das jeder Teil für selbst abschließt. Blackwell Deception hat 14,99$ gekostet (keine Ahnung wie die das in Euro umgerechnet haben).

Mikej
15.05.2015, 15:29

Blackwell Epiphany kostet auch bei uns 15 Euro - Dead Synchronicity 20 Euro bei Steam. Ein Quantensprung liegt da für meinen Geschmack nicht dazwischen.

Um aber Adventure-Beispiele zu nennen: Geheimakte 3 war technisch beim Release eher nur am Stand des zweiten Teils (und eher kürzer) und hat dennoch knapp 40 Euro gekostet. Oder Louisiana... ähnlich teuer wie die Box-Version von Dead Synchronicity, aber das 3-D war schon zum Start veraltet (und es war kürzer). Oder 'Julia Tödliches Verlangen' und 'The Fall' (bitte diese beiden Spiele nie spielen... ;) ). Ein aktuelles Beispiel wäre das Gold Rush Remake, welches erst kürzlich im Preis halbiert wurde.

V.a. im 20 Euro Bereich gibt es viele Beispiele. Abgesehen davon hat Dead Synchronicity immerhin einen ungewöhnlichen Stil, finde ich, auch wenn mir die Animationen ebenso wenig gefallen. Man hätte aber sicherlich noch mehr draus machen können, keine Frage. Aber wie gesagt, man muss im Adventure-Bereich selten lange auf Sales warten, insofern finde ich eine Diskussion in diesem Punkt eher nicht zielführend.

sinnFeiN
15.05.2015, 23:45

Triple-A Spiele mit kaum besserer Grafik werden auch für 50-60 € bei dem Umfang verkauft. Und bieten dann oft auch weniger, denn das Spiel ist nun ja nicht von schlechten Eltern. Es ist nur im Indie-Adventure-Bereich so, dass man langsam unter 10 € bleibne muss, weil es sonst rundherum von potentiellen Kunden des Preises wegen zerlegt wird.

Wie mikej gesagt hat: spätestens im Sommer gibts große Sales


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