Black Mirror 2017 - Review

Zwischen 2003 und 2011 wurden drei Teile der 'Black Mirror'-Grusel-Reihe veröffentlicht. Die düsteren 2D-Point&Click-Abenteuer erfreuen sich seither einiger Fans, die sich dank THQ Nordic und KING Art auf einen Reboot im 3D-Gewand einstellen können. Dieser erzählt jedoch eine komplett neue Geschichte und soll dadurch für neue Spieler zugänglich sein. Wie gut das veränderte Gameplay und die andere Optik funktionieren, das sehen wir uns jetzt im Review an.

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe 67%

KING Art und THQ Nordic möchten mit dem neuen 'Black Mirror' ein breiteres Publikum begeistern und tasten sich an die Zielgruppe von Telltale und 'Life is Strange' heran. Leider kann sowohl die 3D-Grafik als auch die Inszenierung dabei nur mäßig begeistern und das Gameplay wirkt unentschlossen. In dieser Form wird es nicht leicht werden, das Ziel zu erreichen und einen kommerziellen Erfolg zu verzeichen. Inhaltlich beginnt 'Black Mirror' ganz gut und der familiäre Hintergrund des Protagonisten ist durchaus interessant. Leider mutiert die Geschichte mit Fortdauer zur Seifenoper und das 08/15-Ende ist extrem austauschbar. Auch die Rätsel wären in den ersten Minuten vielversprechend und gar nicht mal so einfach, verkommen dann aber zur faden Hotspot-Klickerei. Über die unvorteilhafte Kameraführung und Steuerung wurde im Test ja schon genug geschrieben. Schade! Wir hätten uns davon zweifellos mehr erhofft.


Zusätzliches Fazit von Tobias Maack: Ein neues Spiel im bei Adventure-Fans beliebten 'Black Mirror'-Universum! Groß war die Freude nach der Ankündigung, die gleich Zweifel nach sich zog, ob denn das geänderte Gamedesign auch gefallen kann. Leider zeigt sich im Spiel, dass es stellenweise recht wenig zu tun gibt. Nach einem vielversprechenden Start mit geheimen Codes stellt sich auf der Rätselseite bald Ernüchterung ein. Das führt jedoch zu einem recht guten Fluss der Geschichte, die schnell voranschreitet. Die Steuerung durch das Schloss hat mich hingegen nicht überzeugt, weder mit Maus und Tastatur noch mit Controller kam ich richtig gut zurecht. Das liegt vor Allem an der unglücklichen Ansteuerung der Interaktionspunkte, die erst dann aktiv werden, wenn sie in den Fokus geschoben wurden. Hin und wieder steht die Kamera bei den Bewegungen auch im Weg, was mich regelmäßig davon abhielt, wirklich ins Geschehen einzutauchen. Vielleicht kam deshalb trotz der guten Sprecher nie so recht das 'Black Mirror'-Feeling auf. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

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10 Kommentare

Seite 1 von 1
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ImaMightyPirate 28.11.17 12:54 Uhr #1
Genau was ich noch in der letzten News berfürchtet habe... schade :(

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Mikej 28.11.17 13:03 Uhr #2
Ja, ist leider ein eher durchwachsenes Erlebnis. Sehr schade!

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Nur zu Gast (Gast) 29.11.17 02:08 Uhr #3
Die Schlussfolgerung wenige/einfache Rätsel —> guter Spielfluss finde ich meist eher fragwürdig. Das ist für mich kein guter Spielfluss, sondern gar keiner.

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Indiana 29.11.17 07:31 Uhr #4
Mit Spielfluss ist gemeint, dass die Geschichte rasch fortschreitet. Wenn viele / schwere Rätsel eingebaut werden, stockt die Erzählung ja in der Regel so lange, bis diese gelöst wurden.

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Tobit 29.11.17 10:46 Uhr #5
War zu befürchten, wie bei jedem 3D Adventure das je erschienen ist.
Ein Adventure hat 2D zu sein und nicht anders.

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Mikej 29.11.17 11:00 Uhr #6
Tobit hat geschrieben:War zu befürchten, wie bei jedem 3D Adventure das je erschienen ist.
Ein Adventure hat 2D zu sein und nicht anders.
Dem kann ich in dieser pauschalen Form nicht zustimmen (selbst gute klassisch orientierte Adventures sind problemlos möglich, wie The Westerner 1, oder auch das erste Jack Keane zeigen).

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sinnFeiN 29.11.17 11:01 Uhr #7
Tobit hat geschrieben:War zu befürchten, wie bei jedem 3D Adventure das je erschienen ist.
Ein Adventure hat 2D zu sein und nicht anders.
liegt nicht zwingend an 3D. Es liegt eher an der Umsetzung wie sie 3D gemacht haben. Wenn die Steuerung Murks ist, könnte man sich an wirklich gut steuerbare Titel wie Tomb Raider oder Assassin's Creed orientieren. Problem daran ist einfach das Budget.
Aber auch günstigere Titel, wie Firewatch, Life is Strange uvm., schaffen dieses Problem. Die Qualität der Story hat auch nichts mit 2D oder 3D zu tun.
Mikej hat geschrieben: Dem kann ich in dieser pauschalen Form nicht zustimmen (selbst gute klassisch orientierte Adventures sind problemlos möglich, wie The Westerner 1, oder auch das erste Jack Keane zeigen).
:zaunpfahl: genau, das kommt noch dazu!

N
Nur zu Gast (Gast) 03.12.17 08:41 Uhr #8
@Indiana: Und was genau fließt dann? Ich weiß schon, was gemeint ist, aber wo kein Gameplay ist, gehört auch kein Spielfluss gelobt. Der ist gut, wenn das Spiel gut designt ist, nicht, wenn es fast keines gibt; alles andere bedeutet für mich eher: „Wenigstens war's schnell vorbei.” Zumal sich BM laut bisheriger Meinungen wohl leider noch nicht mal ohne Gameplay "flüssig" spielen lässt, sowohl technisch als auch inhaltlich. Aber das bewerte ich irgendwann selber.

@Tobit: Ein Adventure hat gut zu sein und nicht anders. Gibt in 3D und auch 2D solche und solche.

s
sinnFeiN 03.12.17 09:04 Uhr #9
Die Handlung, ergo das Spiel fließt besser, wenn es nicht durch Rätseln zerhackt ist? Hat wenig mit "schnell vorbei sein" zu tun, mehr mit Kurzweile.
Ein Story-lastiger Shooter fließt auch nicht gut, wenn man dauernd mit Gegnern beworfen wird, sondern nie Langeweile aufkommt und nicht unnötig durch schwere Szenen zerhackt wird.

t
thot85 (Gast) 21.01.18 23:20 Uhr #10
Ich kann der Darstellung des Autors nur zustimmen.
Nach 5h Spielzeit war es endlich vorbei.
Der Anfang war sehr faszinierend und ließ direkt das alte Black Mirror-Gefühl aufleben. Auf der PS4 waren die Ladezeiten allerdings sehr schnell ein absoluter Stimmungskiller. Mystery und Horror funktionieren halt nicht bei mehr Ladezeit als Spielzeit. Umso ärgerlicher wenn Korridore, die nicht nötig sind (Richtung Küche), auch nochmal geladen werden müsse. Man bekommt einen Hinweis und weiß wo man als nächstes hingehen muss und rechnet im Kopf schon die Ladezeiten bis dahin aus.
Nach der ersten Nacht im Haus rast die Story nur so dahin ohne jemals interessant zu werden. Die reine Beschränkung auf Haus und Umgebung (traurig detailarm) wirkt gerade in Vergleich mit den komplexen Settings der 2D-Teile sehr nachteilhaft.
Mein Fazit für Fans der Reihe: Spielt nochmal die alten 2D-Teile und zerstört euch nicht die Reihe.

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