The Last of Us 2 - Storyteller Test

Sieben Jahren zuvor wurde das Zombie-Endzeit-Abenteuer 'The Last of Us' auf der PlayStation 3 veröffentlicht. 2014 folgte der Release für die PS4. Das cinematisch inszenierte Action-Adventure zählt zu den wichtigsten Titeln für Sonys Konsolen.

In Erinnerung ist es auch durch ein überaus gewagtes Ende geblieben, welches nun vom Nachfolger erneut aufgegriffen wird. Es empfiehlt sich also, den Vorgänger vor dem Start von 'The Last of Us 2' einmal durchgespielt zu haben. Dadurch kann man jedenfalls besser einschätzen, ob einem das Action-Gameplay überhaupt liegt. Im Test lassen sich gewisse Spoiler bzw. Andeutungen zudem schwer vermeiden. Wir bemühen uns dennoch sehr darum, hier nicht unnötig ins Detail zu gehen.

Erhältlich ist 'The Last of Us 2' von Naughty Dog derzeit für die PlayStation 4 (mit deutscher Vertonung).

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe ?

Eins vorweg: bei meinem Fazit schwingen sehr gemischte Gefühle mit. 'Last of Us 2' ist in mancher Hinsicht wie eine etwas in die Länge gezogene Nachbetrachtung zu den Ereignissen des ersten Teils. Eine kritische Betrachtung, die in dieser Form nicht notwendig sein sollte. Gleichzeitig deuten manche übertriebene Fan-Reaktionen darauf hin, dass es schon Sinn macht, diese Thematik erneut aufzurollen.

Für mich hatte der subtilere Zugang des (großartigen) ersten Teils jedoch mehr Wirkung – am Ende davon war ich schockiert und betroffen, gleichzeitig konnte ich gewisse Entscheidungen auf emotionaler Ebene irgendwo doch nachvollziehen. Mich lädt das mehr zum Denken ein, als die Gewaltorgie des Sequels.

Dass Gewalt zu Gewalt führt, das sollte eigentlich keine Überraschung mehr sein. Nur wozu friedlich agieren, wenn die Spielfigur im Sequel so oder so kein gutes Vorbild abgibt? Ab einem gewissen Punkt habe ich mich von der Gewalt emotional losgekoppelt. Mit den sehr waghalsigen Entscheidungen der Akteure konnte ich selten viel anfangen. Bei einer Spielzeit von etwa um die 25 Stunden (je nach Spielweise) wird das auf Dauer eventuell mühsam. 8 bis 10 Stunden weniger wären für meinen Geschmack besser gewesen.

Dafür überzeugt das Gameplay: Die Exploration ist phasenweise hervorragend und selbst die Rätselelemente haben mir mächtig Spaß gemacht (davon hätte es ruhig noch mehr geben können). Auch die unheimliche Atmosphäre zwischendurch ist oft klasse umgesetzt. Durch die dunklen Gemäuer schleichen ist mitunter echt nichts für schwache Nerven.

Natürlich sind viele dieser Eindrücke subjektiv. Wem die Story gefällt, der wird v.a. als Fan von Naughty Dog voll auf die Kosten kommen und ein tolles Spiel erleben. Wer hingegen vergleichbare Problem hat, auf den wartet eher eine Enttäuschung - die Latte bei diesem AAA-Studio liegt auch einfach enorm hoch. Angesichts all dieser Punkte verzichten wir diesmal auf eine Wertung.

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7 Kommentare

Seite 1 von 1
sinnFeiN vor 4 Wochen
Gerade wegen der Ambivalenz bin ich aber echt jetzt gespannt und muss das noch mehr spielen. Kaum ein Spiel wird dieses Jahr kontroverser diskutiert. Neben den augenscheinlich blöden Argumenten ist es aber diese unreflektierte Gewalt, die die Kritiker auch etwas spaltet. Das erinnert schon ein wenig an Exploitation - ich weiß aber nicht ob gewollt.

Muss ich spielen. Mal sehen, wann.
advfreak vor 4 Wochen
Ich werde passen und es mir auch nicht als LP antun. Danke für den Test, Wertung war nicht notwendig. Denn wenn ihr was unter 90 gemacht hättet wär der Shitstorm wieder los gegangen hier... 💪🏻🤗😏
sinnFeiN vor 4 Wochen
Glaub ich gar nicht :). Aber bei solchen Titeln, wo es echt sehr stark auf das eigene Empfinden ankommt, ist es halt echt schwer. Da geht alles... von 60 bis 99
Hellenbein66 (Gast) vor 3 Wochen
Ich habe das Spiel jetzt 2 mal durch, und ich bin vollends begeistert. Nach dem ersten mal dachte ich es ist genauso gut wie Teil 1. Jetzt denke ich es ist noch besser als Teile 1.

Ein absolut grandioses bombastisches Spiel das auch noch ein 3 und 4 mal von mir gezockt wird.
Mikej vor 3 Wochen
Freut mich, dass es dir gefallen hat :)
rcatcorner (Gast) vor 2 Wochen
Von der Story fand ich es auch schwach. Man muss aber auch sagen, dass der erste Teil schon die Latte für alle Spiele danach sehr hoch gelegt hat. Da konnte der Nachfolger nur verlieren.

Dann hat man man vielleicht die Liebe zu der raubeinigen Hauptfigur unterschätzt. Viele haben sicher gehofft, dass sie ihn wieder spielen können.

Ein schlechtes Spiel ist es am Ende sicher nicht geworden. Ich habe es gerne gespielt, mich aber weniger an den beiden Hauptfiguren als mehr an der Präsentation und dem Spiel selbst erfreut.

Das Spiel ist auch eine Reaktion auf die gesellschaftlichen Umbrüche seit Metoo & Co. Da arbeitet es sehr oft mit dem Holzhammer und wird dadurch an einigen Stellen sehr platt. Das hätte man intelligenter machen können.

Teil 1 war da etwas subtiler und in seiner Zeit auch besser.

Dennoch überdurchschnittlich gutes Spiel, sofern man es aus der Spielersicht betrachtet. Dramaturgisch unterfordert es den Zuseher oft. Und kitschig ist es leider auch gelegentlich.
titaneus vor 1 Woche
rcatcorner hat geschrieben:
27.07.2020, 16:51
Von der Story fand ich es auch schwach. Man muss aber auch sagen, dass der erste Teil schon die Latte für alle Spiele danach sehr hoch gelegt hat. Da konnte der Nachfolger nur verlieren.

Dann hat man man vielleicht die Liebe zu der raubeinigen Hauptfigur unterschätzt. Viele haben sicher gehofft, dass sie ihn wieder spielen können.

Ein schlechtes Spiel ist es am Ende sicher nicht geworden. Ich habe es gerne gespielt, mich aber weniger an den beiden Hauptfiguren als mehr an der Präsentation und dem Spiel selbst erfreut.

Das Spiel ist auch eine Reaktion auf die gesellschaftlichen Umbrüche seit Metoo & Co. Da arbeitet es sehr oft mit dem Holzhammer und wird dadurch an einigen Stellen sehr platt. Das hätte man intelligenter machen können.

Teil 1 war da etwas subtiler und in seiner Zeit auch besser.

Dennoch überdurchschnittlich gutes Spiel, sofern man es aus der Spielersicht betrachtet. Dramaturgisch unterfordert es den Zuseher oft. Und kitschig ist es leider auch gelegentlich.
Gibt es dazu auch ein explizites Beispiel, wie genau mit dem "Holzhammer" gearbeitet werden soll? Und wo genau finde ich die "platten" Reaktion auf "Metoo & Co."? Was soll überhaupt "Metoo & Co." sein? Das ist mir als Kritikpunkt viel zu platt, wirft man das - aus Gründen - nun alles in einen Topf oder wie muss man das verstehen?

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