Das kleine russische Studio Morteshka lieferte Ende des Jahres ein Spiel, das es in so einige Indie-Kolumnen als Geheimtipp schaffte: 'Black Book'. Das weckte unser Interesse und es der Genre-Mix passt auch hervorragend in unsere Storyteller-Rubrik. Immerhin verspricht es ein klassischen Sammelkarten-Rollenspiel mit einem Visual Novel zu vereinen. Fans von 'Thronebreaker: The Witcher Tales' dürfen aufhorchen. Vielmehr ist es aber das unverbrauchte Setting, das uns hier die Ohren spitzen ließ. Der Perm-Distrikt in Russland im 19. Jahrhundert. Was haben sie mit schwarzer Magie und einer gehörigen Prise orthodoxer Kirchen denn da vor? Ist das etwa so ein Spiel, das ganz klare Kategorien von "Gut" und "Böse" hat? Wir haben uns hier rangetraut und berichten von unsere Reise in eine kalte und düstere Welt.
Das schwarze Buch soll’s richten

Sammelkartenspiel, Sünden und Dämonen


"Gut" und "böse"? Die Moral von der Geschicht'


Low-Poly und russische Volkslieder


Erstaunlicherweise hat es zwar eine englische Sprachausgabe, aber die russische Sprachausgabe ist äußerst exzellent und schwer empfehlenswert. Sie gibt noch einmal ein Stück Atmosphäre dazu. Immerhin ist man auch stets mit den russischen Begriffen – ohne Übersetzung, aber mit Erklärung – konfrontiert. Die englischen Untertitel sind sehr solide und dank für Visual Novels typische Portionen mit 1-2 Zeilen pro Klick auch sehr gut lesbar, ohne in Stress zu gelangen. Eine deutsche Übersetzung sucht man hier jedoch vergebens.
Obwohl das rundenbasierte Kartenspiel eher träge ist, hatte 'Black Book' eine großartige Dramatik. Man kann zwar kaum Animationen überspringen oder das Spiel anderswo beschleunigen und ist in manchen Kämpfen nach ein paar Toden davon etwas genervt. Vor allem am Anfang wirkt es zäh und man watet wie durch den Morast durchs Spielerlebnis. Das erzeugt aber auch wieder die passende Stimmung: Es geht hier nicht um Geschwindigkeit, sondern um aufmerksames Lauschen und Lesen. Mit der Zeit nimmt das Spiel aber erstaunlich Tempo auf und erzeugt eine ordentliche Sogwirkung. Während zu Beginn die Spielsitzungen noch wenige Kämpfe lang waren, waren es im letzten Dritten stundenlange Aufenthalte im russischen Perm-Distrikt. Komfort der großen Mainstream-Titel findet man hier keinen. Es ist gerade dieses Ungeschliffene, dass den Charme ausmacht. Spielerisch ist es solide, Story-technischen gut bis brillant. 'Black Book' zeigt, was man mit Magie abseits der üblichen Feuerzauber machen kann und was ein unverbrauchtes Setting mit ein bisschen Sprachspielereien alles schaffen kann. Ich hatte mit der Zeit immer mehr Spaß.
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Black Book
- Entwickler
- Morteshka
- Publisher
- Hypetrain Digital
- Release
- 10. August 2021
- Trailer
- Hier ansehen • Bei Youtube ansehen
- Webseite
- http://www.mooseman.ru/blackbook.html
- Art
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Independent
- Sprachen
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- Systeme
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- Stichwörter
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