Discworld - Klassiker-Test

Der im Jahr 2015 viel zu früh verstorbene britische Fantasy-Autor Terry Pratchett hat mit der Scheibenwelt ein schräges Universum geschaffen, das zwar sehr deutliche Parallelen zu unserer Welt aufweist, in vielerlei Hinsicht aber doch sehr anders und vor allem verrückter ist. Die Romane rund um den untalentierten Zauberer Rincewind, die Hexen und natürlich die Wache waren so erfolgreich, dass sich ein Spiel regelrecht aufgedrängt hat. 1986 wurde 'The Colour of Magic' für den C64 umgesetzt, 1995 folgte dann das Point-and-Click-Adventure 'Discworld'. Dieses erzählt eine eigenständige Geschichte mit zahlreichen bekannten Charakteren, nimmt dabei aber auch großzügige Anleihen bei 'The Colour of Magic' und 'Guards! Guards!'. Wir haben das Spiel im Klassiker-Test näher unter die Lupe genommen.

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe 9 / 10

Wer Terry Pratchett mag, wird 'Discworld' lieben. Die skurrilen Charaktere der Scheibenwelt wurden hervorragend eingefangen und vertont, die Story macht dem Meister alle Ehre. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad mitunter absurde Höhen erklimmt und man mehr als einmal versucht ist, zur Komplettlösung zu greifen: Es macht eine Menge Spaß, Rincewind auf seinem Abenteuer zu begleiten. Etwas mehr Struktur hätte dabei allerdings nicht geschadet. Man verliert sehr leicht den Überblick darüber, was gerade ansteht, welche Aufgaben man noch erledigen muss, mit wem man vielleicht noch mal sprechen sollte. Notizen haben sich hierbei als sehr hilfreich erwiesen. Das gilt auch für das Inventar, das immer mehr aus den Fugen gerät und irgendwann nur noch unübersichtlich ist. Das sind allerdings Mängel, die man einem Spiel aus dem Jahr 1995 durchaus nachsehen kann. Denn unterm Strich überwiegt der Spielspaß, und der kann sich durchaus auf 15 bis 20 Stunden erstrecken.

Links zum Thema

Verwandte Beiträge

6 Kommentare

Seite 1 von 1
M
M4gic 28.03.20 17:02 Uhr #1
Hab ich damals geliebt. Auch wenn ich die Rätsel zum Teil als sehr unlogisch in Erinnerung habe. Der zweite Teil war auch absolut toll. Teil 1 hab ich noch für die Playstation. Teil 2 aufn Pc. Sollte ich evtl mal wieder spielen. Zeit haben wir in dieser schwierigen Zeit ja genug :(

J
Jehane 28.03.20 17:20 Uhr #2
Ja, die Rätsel sind zum Teil fast schon haarsträubend, bei manchen hab ich mich echt gefragt, wie man da auf die Lösung kommen soll. Teilweise war's allerdings auch oft so, dass ich, wenn ich die Lösung mal hatte, mir gedacht hab "Ach so, ist ja eigentlich eh offensichtlich". Das war aber eher die Ausnahme. Mit Logik kommt man blöderweise nicht weit - ist bei Teil 2 ja auch nicht anders, wobei ich den als noch schwieriger in Erinnerung habe. Und ich bilde mir ein, Teil 2 war länger.
Was bei mir noch ungespielt herumkugelt, ist Discworld Noir, damit habe ich irgendwann mal auf meinem alten XP-Rechner begonnen und relativ schnell die Freude dran verloren. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das noch mal anzugehen :)

M
M4gic 29.03.20 13:44 Uhr #3
Discworld Noir fand ich damals leider gar nicht gut. Soweit ich mir noch erinnere. Habe ich jedenfalls nie zu ende gespielt.
Ja das mit den Lösungen ging mir nicht anders :D Zumal ich damals keine Komplettlösung hatte. Damals sind wir immer noch in meinen Gamingshop und haben uns die Lösungen aus den Heften ausgedruckt. Das war bei Discworld nicht der Fall. Ich kann mich jedenfalls noch an seeeeehr viel try&error erinnern. Glaube ich hang auch extrem lange an dem im Test erwähnten Fall mit dem Versteck fest. War echt frustrierend damals. Aber man hatte dementsprechend auch diese tollen Erfolgserlebnisse, wenn man endlich weiter kam. Übrigens erging es uns damals auch bei Indy 4 so. Ich weiß noch dass wir einfach nicht weiterkam. Da musste man auf die Tussie da drücken (drücke Frau, ohje ^^), damit man sie schubste.... darauf sind wir damals nur durch Stunden des probierens drauf gekommen ^^ Oder der berühmte Ziegenfall aus Baphomets Fluch... Gott war das schlimm damals :D
Discworld 2 finde ich optisch übrigens immer noch äusserst hübsch.

J
Jehane 29.03.20 16:42 Uhr #4
DW Noir hab ich irgendwann mal begonnen, aber relativ rasch wieder aufgegeben. Irgendwie hat die Kombination aus Discworld und Krimi Noir für mich nicht so richtig funktioniert, es wäre aber noch mal einen Versuch wert.

DW 1 hat extrem viel Trial and Error. Das mit dem Versteck hat mich echt genervt - ich hab anfangs geglaubt, ich muss nur das Buch mitnehmen und kann dem Dieb so ein Schnippchen schlagen, aber das wäre natürlich zu einfach gewesen. Bis ich draufgekommen bin, dass ich dem folgen muss, hat's gedauert, und bis ich den geheimen Schalter gefunden hab, war einiges an Pixelhunting notwendig. Weil ich ihm nicht sofort nachgesaust bin, war er irgendwann von der Karte verschwunden. Rincewind hat einige Kilometer zurückgelegt, ehe ich das richtig hinbekommen habe - und teilweise hab ich auch echt in eine Lösung schauen müssen, weil manche Aufgaben so abstrus waren, dass ich von selber nicht weitergekommen bin. Grad ab etwa der Hälfte war es mitunter schon mühsam - das Inventar wurde immer voller, und ich hab dann auch nicht die Geduld gehabt, jeden Gegenstand mit allem auszuprobieren.

Trotzdem werde ich mich demnächst mal an den zweiten Teil machen. Den kenne ich zwar schon, aber es ist lange her, dass ich den gespielt hab. Optisch macht der auch echt was her, dafür, dass er grade mal ein Jahr später erschienen ist.

Hach, die Ziege bei Baphomets Fluch... da hab ich zig Versuche gebraucht, um an der vorbeizukommen. Hab das Spiel in Summe sicher sechsmal gezockt, aber jedes Mal dasselbe bei der blöden Ziege.. :D

s
sinnFeiN 29.03.20 17:00 Uhr #5
Noir hab ich als sehr schwer in Erinnerung. Hat mich aber damals wahnsinnig geflasht und sofort gefallen. Das war dann auch der Startschuss Pratchett zu lesen. Bis heute komm ich da aber auf noch nicht mal zehn Bücher. Ich lese einfach zu selten Fiction :(

J
Jehane 29.03.20 18:04 Uhr #6
Bei mir war's Discworld 2, das mich zu Pratchett gebracht hat. Einer meiner Freunde hat sich das damals im Studentenheim von irgendwem ausgeliehen, wir haben dann gemeinsam gezockt, sind aber nicht sonderlich weit gekommen, weil das Spiel so schwierig war. Hängengeblieben ist das Ganze aber doch, dann hat mir ein anderer Freund wärmstens die Bücher empfohlen. Irgendwann hab ich damit angefangen, inzwischen hab ich zumindest die Discworld-Bücher fast komplett im Regal stehen und größtenteils auch gelesen. Seit Pratchett gestorben ist, lass ich mir allerdings Zeit mit dem Lesen, weil ich weiß, dass da nix mehr kommt. Gut, er hat auch noch sehr viele andere Bücher geschrieben, da gibt's noch reichlich Lesestoff... aber die Discworld ist halt schon was Besonderes :)

Kommentieren

Bitte beachte unsere Etikette.
Bitte gib einen Namen ein.
Bitte gib die Zeichenkombination ein.
Bitte gib Deinen Kommentar ein.