Neuigkeiten: Walking Dead: The Final Season:

Telltale-Krise: TWD Final Season verschwindet von den Portalen

... und ehemalige Mitarbeiter reichen eine Klage ein.


The Walking Dead Final SeasonGestern hätte eigentlich die zweite Episode von Telltales 'The Walking Dead: Final Season' erscheinen sollen. Nach dem am vergangenen Freitag überraschend nahezu alle Mitarbeiter von Telltale entlassen wurden, hieß es zunächst, dass ein Rumpfteam von 25 Personen die unlängst gestartete finale Staffel von 'The Walking Dead: Final Season' zuende bringen sollte. Geplant waren vier Episoden. Wenig später machten Gerüchte die Runde, nachder die Season nach nur zwei von vier Episoden abgebrochen werden sollte. So schrieb auch Melissa Hutchison, die der Hauptfigur Clementine ihre Stimme leiht, dass nach ihrem Kenntnisstand nach der zweiten Folge Schluss sein soll. Telltale selbst äußerte sich nicht dazu.

 

Inzwischen ist die 'Final Season' auf nahezu allen Plattformen aus dem Programm genommen worden. Bei Steam gibt es nur noch die kostenfreie Demo, GOG und der Microsoft Store schreiben, dass das Spiel derzeit nicht verfügbar sei und im Playstation Store wurde die Seite gleich ganz abgeschaltet. Lediglich im Humble-Store kann man die Serie noch erwerben.

 

Unterdessen strengen ehemalige Mitarbeiter eine Klage gegen Telltale an, wie GameDaily meldet. Sie berufen sich dabei auf ein Gesetz, nachdem ein Arbeitgeber 60 Tage im Voraus bekannt geben muss, dass er mehr als 50 Personen entlassen will. Der Klage zufolge wurden Ende letzter Woche über 250 Angestellte gleichzeitig entlassen. Es werden gute Chancen eingeräumt, in dem Fall müsste Telltale den ehemaligen Mitarbeitern noch für 60 Tage Lohn und Sozialleistungen zahlen. Ob der Konzern dazu noch in der Lage sein wird, steht freilich auf einem anderen Blatt.

 

Die Webseite Variety will erfahren haben, dass Telltale noch am Donnerstag Vormittag davon ausgegangen war, neue Gelder generieren zu können, dann jedoch zog sich am Nachmittag einer der beiden Geldgeber aus dem Deal zurück, was den entgültigen Zusammenbruch bedeutete.

geschrieben am 26.09.18 um 19:29 von Tobias Maack


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Kommentare 27
Indiana
26.09.2018, 20:51

Ob die Mitarbeiter da wohl noch was bekommen? Die neuen Infos machen da kaum Hoffnung...

sinnFeiN
26.09.2018, 21:02

Unwahrscheinlich und sehr schade für die talentierten Mitarbeiter :(.
Da ist, ehrlich gesagt, nur zweitrangig, ob die letzte Staffel fertig wird oder nicht.

advfreak
26.09.2018, 21:59

Ach es ist zum verzweifeln, so ein trauriger Abgang, auf ewig ein schlimmer Beigeschmack. Die ganzen Hoffnungen auf ein Borderlands 2 oder GOT und dann noch die große Freude auf Wolf 2 mit deutscher Sprachausgabe, alles dahin... :'(

Ich bin so traurig. Ach wenn sich doch Ubisoft deren annehmen würde oder Microsoft oder irgendwer... das darf doch jetzt nicht das Ende sein. :(

gastZombie
26.09.2018, 22:46

Und wieso schmeisst man es dann aus den Stores??
Können die Kohle doch jetzt gut gebrauchen :?

Mikej
26.09.2018, 22:56

Das Problem ist, dass TTG keine eigenen IPs hat die interessant wären. Die Belegschaft ist im Endeffekt futsch und TTG als Marke scheint momentan nicht so gut zu ziehen. Obendrein ist das Image gerade angeknackst.

Da ist es unkomplizierter und billiger, sich ein paar ehem. Mitarbeiter von TTG zu holen und sich die Rechte an einer dieser Reihen zu sichern. Aber ob das passiert und es dann noch rein narrativ bleibt ist fraglich...

Zudem bleibt abzuwarten, ob TTG nicht schon ein paar Schulden herumschleppt.

Mikej
26.09.2018, 23:06

gastZombie hat geschrieben:
Und wieso schmeisst man es dann aus den Stores??
Können die Kohle doch jetzt gut gebrauchen :?


Man kann die Leute nicht für etwas bezahlen lassen, das höchstwahrscheinlich nie fertig wird. Im Endeffekt ist das dann auch kein Geld was du als Studio fix verbraten kannst, weil immer die Gefahr besteht fast alles zurückzahlen zu müssen.

Und du kannst drauf wetten, dass hier sehr viele Spieler ihr Geld (zurecht) zurückfordern werden.

Indiana
27.09.2018, 08:19

Mikej hat geschrieben:
gastZombie hat geschrieben:
Und wieso schmeisst man es dann aus den Stores??
Können die Kohle doch jetzt gut gebrauchen :?


Man kann die Leute nicht für etwas bezahlen lassen, das höchstwahrscheinlich nie fertig wird. Im Endeffekt ist das dann auch kein Geld was du als Studio fix verbraten kannst, weil immer die Gefahr besteht fast alles zurückzahlen zu müssen.

Und du kannst drauf wetten, dass hier sehr viele Spieler ihr Geld (zurecht) zurückfordern werden.
Ich gehe davon aus, dass nicht Telltale das Spiel zurückgerufen hat (die haben ganz andere Sorgen), sondern dass die Storebetreiber aus Eigenschutz gehandelt haben. Rückforderungen werden ja zunächst an z.B. Steam gestellt.

Albaster
27.09.2018, 08:50

Mikej hat geschrieben:
Das Problem ist, dass TTG keine eigenen IPs hat die interessant wären. Die Belegschaft ist im Endeffekt futsch und TTG als Marke scheint momentan nicht so gut zu ziehen.
...
Da ist es unkomplizierter und billiger, sich ein paar ehem. Mitarbeiter von TTG zu holen

Also, wie ein Phönix aus der Asche, wird vielleicht einfach ein neues Entwicklerteam aus ehemaligen TTG-Mitarbeitern entstehen. Die, mit der Erfahrung und einer entsprechenden Marktanpassung, eben ähnliche aber "modernere" Adventures/ narrative Spiele entwickeln werden. Siehe Infocom -> Legend oder Lucas Arts -> Telltale ect. ich denke aus solchen Situationen ergeben sich immer neue Möglichkeiten. Jetzt werden sie auch wissen, wie wichtig eine eigene, gut gerahmte Marke wirklich ist. Ich jedenfalls konnte mit dem ganzen Zeug meist nur wenig anfangen.

Einen größeren Publisher will ich nicht hoffen, da es dann wieder zuviele Restriktionen geben wird. Mal schauen was sich ergibt - wenn sich was ergibt?

sinnFeiN
27.09.2018, 10:25

haben eh schon einige Meetings mit Mitarbeitern stattgefunden. Ubisoft San Francisco hat zu einem unverbindlichen Austausch eingeladen, ein anderes Studio (ich erinnere mich gerade nicht mehr welches) hat ebenso gesagt, dass sie sofort Mitarbeiter von Telltale einstellen würden.

Dann besteht noch die Chance, dass sich kleine Studios aus ehemaligen Mitarbeitern formen - da bin ich aber ein wenig skeptisch, weil dazu braucht es Kapital.

Die Masse an Adventures, wie sie jetzt Telltale gemacht hat, wird aber daraus vermutlich nicht erscheinen. Da bin ich pessimistisch.

FustelPustel
27.09.2018, 11:17

Also dann soll es doch so sein, mich stört es nicht wenn die Telltale Spiele nicht mehr weitergeführt werden, ich vermisse sie nicht. Außer natürlich die letzte TWD-Staffel, was schade ist weil sie schon angefangen wurde. Aber sonst, sei's drum, was wiederum nicht bedeutet, dass ich es den ehemaligen Mitarbeitern nicht nachempfinden kann. Für die ist es bedauerlich....

Aber ich hoffe sie finden schnell Platz bei anderen Entwicklern und tragen da bei der Produktion von anständigen Adventures/oder-nicht bei. :-D :-P

Albaster
27.09.2018, 11:39

sinnFeiN hat geschrieben:
haben eh schon einige Meetings mit Mitarbeitern stattgefunden. Ubisoft San Francisco hat zu einem unverbindlichen Austausch eingeladen, ein anderes Studio (ich erinnere mich gerade nicht mehr welches) hat ebenso gesagt, dass sie sofort Mitarbeiter von Telltale einstellen würden.

Stimmt, z.B. hier
https://de.ign.com/the-walking-dead-1/1 ... r-final-se

Unterdessen haben sich andere Publisher wie Naughty Dog, Guerrilla Games, Santa Monica Studio, Blizzard und Ubisoft zu Wort gemeldet und bieten Jobs für ehemalige Telltale-Mitarbeiter an. Unter dem Hashtag #TelltaleJobs teilen die Mitarbeiter ihre Erfahrungen und suchen nach neuen Möglichkeiten für ihre Zukunft.

wird darüber berichtet. Bedeutet wohl auch das die erfahrenden, talentierten, whatever Entwickler zügig einen neuen Job finden werden. Eine Neugründung aus ehemaligen TTGler wird da eher unwahrscheinlich.

sinnFeiN hat geschrieben:
Die Masse an Adventures, wie sie jetzt Telltale gemacht hat, wird aber daraus vermutlich nicht erscheinen. Da bin ich pessimistisch.

die "Masse" war halt auf Dauer zu uninteressant, die Firma hat sich arg verkalkuliert und nun müssen´s - wie eigentlich immer - die Beschäftigten ausbaden. Mit ihren IP´s sind sie ans Ziel vorbei, den ganzen Superhelden-Trash z.B., diese Zielgruppe will eigentlich permanent Action, spielen also eher ein Game wie das neue Spiderman, am besten mit Multiplayer. GoT und TWD sind wiederum Marken, die a) ab 18 Jahren und b) größtenteils nur der Fanbase der jeweiligen Serie reizt. Letztlich haben sie sich stets selber eingeschränkt, mit möglichen Verkaufspotenzial.

Auch wenn es ausgelutscht ist, Mystery geht immer im Adventure-Genre, oder eben Abenteuer/ Pulp a la Indiana Jones, halt eigene Marken formen und etablieren, mit welchen der Spielerstamm vielleicht ihre schönste Erlebnisse im Genre verbindet, hat ja anfangs mit Sam&Max oder MI auch geklappt. Ist von außen natürlich immer leicht gesagt, aber rückblickend vielleicht der bessere Weg gewesen. Der Fall von TTG ist sicher auch von ihrer Themenauswahl abhängig gewesen...

rcatcorner
27.09.2018, 14:50

Walking Simulatoren und reine interaktive Filme, der Trend ist durch. Die Leute wollen auch wieder Gameplay dabei haben und bekommen das in fast allen AAA Titeln geboten, die in den letzten Jahren alle ihre dramaturgischen Elemente verbessert haben. Das war einfach ein Trend. Und wie jede Modeerscheinung, geht die vorbei. Leidtragende sind das Klassische Adventure Genre, dass kommerziell durch die Verwässerung nahezu ausgelöscht wurde. Allerdings kann es jetzt wieder langsam wachsen, ohne die Konkurrenz von Telltale im Rücken.

Mikej
27.09.2018, 14:57

Wobei ein ab 16 oder 18 Beschränkungen heutzutage kein so ein Problem mehr ist und die Zielgruppe bei TWD in den ersten paar sicher groß genug war. Allerdings glaube ich, dass auch die Zombie-Fans lieber Action haben. Ähnliches gilt sicher für GoT, wo ein Rollenspiel aber mehr Sinn machen würde (gab ja schon mal eins, aber das war ja nicht so der Hit).

Und ich denke auch, dass die Batman-Fans lieber Action haben. Obendrein waren die schon verwöhnt von der Arkham-Reihe, die auch inhaltlich sehr gut mit den DC-Charakteren umgeht und anspruchsvolleres Gameplay hat.

Albaster
27.09.2018, 15:18

rcatcorner hat geschrieben:
Walking Simulatoren und reine interaktive Filme, der Trend ist durch. Die Leute wollen auch wieder Gameplay dabei haben und bekommen das in fast allen AAA Titeln geboten

AAA-Titel bestehen doch zu 80% aus dumpfen Ballerorgien, das mag von Gameplay vielleicht anspruchsvoller sein, als durch offene Landschaften zu wandern, aber letztlich leichter zu konsumieren weil du a) direkt Feedback bekommst (Passage geschafft ja/ nein) und b) dir nicht über den "großen ganzen Zusammenhang" Gedanken machen musst, weils eh meist um das klassische gut-böse geht. AAA-Games sind für Kiddies, da die Entwickler eben die gesamte Zielgruppe haben will, und ein 10jähriger es durchspielen soll. Das geht in z.B. philosophischen Ansätzen in entsprechenden Spielen nicht, da schlafen sie ein. AAA hat Erfolg, weil horrende Summen in Werbung fließen und der "Games as a Service"-Gedanke zusammen mit Multiplayer einfach der aktuelle Zeitgeist sind, siehe GTA Online. Selbst da kam kein Singleplayer-Story DLC, weil MP in allen Belangen lukrativer ist. Vielleicht mal ein Gedanke, den sich Adventures annehmen sollten....

rcatcorner hat geschrieben:
Das war einfach ein Trend. Und wie jede Modeerscheinung, geht die vorbei. Leidtragende sind das Klassische Adventure Genre, dass kommerziell durch die Verwässerung nahezu ausgelöscht wurde. Allerdings kann es jetzt wieder langsam wachsen, ohne die Konkurrenz von Telltale im Rücken.

Nur wenige Spieler sind doch ernsthaft bereit, sich (über dem normalen "Grind" hinaus) anzustrengen. Wer jetzt glaubt das Adventures wieder vermehrt "klassisch" werden und anspruchsvolle Rätsel anbieten, wird leider irren. Man erkennt es doch auch an vielen anderen Merkmalen: Kommentare? Diskussionen? Spekulationen? Ideen? Nur selten lese ich über minimalen Aufwand hinaus, wo bitte wollen Gamer noch Anspruch, wenn ihnen selbst das zu viel ist?

Solche Aussagen wie von dir sind mir zu sehr schwarz-weiß, ähnlich Vorschläge drüben im Treff, nur noch "echte, klassische" Adventure zu testen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Genre interessanter zu machen, aufzuwerten. Es mag Mut seitens der Entwickler fehlen, auch der Wille der Basis, offen für diese neuen Möglichkeiten zu sein. Das darüber kaum diskutiert wird, sagt doch schon alles...

Mikej
27.09.2018, 16:31

Naja, ein GTA 5 ist erst ab 18 freigegeben. Kinder sind als Zielgruppe längst nicht mehr so zentral und die Entwickler die Games schon so zu gestalten, dass das passt. Und klar, beim Mainstream ist man oft vorsichtiger bei Gameplay und Stories. Aber ein Last of Us, God of War, oder Witcher 3 punktet durchaus mit komplexeren Themen (alle ab 18 bei der USK).

Schwieriger ist es bei Games wie Fortnite wo die USK ein bisschen gepennt hat. Da kann man sich offiziell ab 12 mit Battle Royale Mode und Co austoben.

sinnFeiN
27.09.2018, 17:02

und GTA 5 ist immerhin das erfolgreichste Spiel aller Zeiten :)

Ich würde auch nicht so weit gehen, dass AAA-Spiele zu 80% aus stupidem Geballere bestehen. Manche AAA-Spiele haben mittlerweile auch schon komplexere Mechaniken. Ja, sie setzen auf einen sich wiederholenden Gameplay-Loop, aber das tun eigentlich alle längeren Spiele.

Albaster
27.09.2018, 17:15

Mikej hat geschrieben:
Naja, ein GTA 5 ist erst ab 18 freigegeben. Kinder sind als Zielgruppe längst nicht mehr so zentral und die Entwickler die Games schon so zu gestalten, dass das passt. Und klar, beim Mainstream ist man oft vorsichtiger bei Gameplay und Stories. Aber ein Last of Us, God of War, oder Witcher 3 punktet durchaus mit komplexeren Themen (alle ab 18 bei der USK).

Naja, mit 10 ist halt gemeint, dass man es halt durchspielen kann, den entsprechenden Story-Modus, gibt ja genug Schwierigkeitsstufen, wenn selbst ich als vermutlich ungeschicktester aller Gamepad-Spieler einfach auf "leicht" schalten kann...

...und wenn ich mir die paar LPs von GTA5 (das Spiel selbst ist schon gut, keine Frage), die ich mir angetan habe, mal als Maßstab nehme, dann bleib ich bei meiner Aussage "Kiddies", egal wie alt sie sind, was natürlich nicht auf die Mehrzahl der Spieler zutreffen muss, ich selbst besitze GTA5 auch (übrigens das letzte Spiel, was ich von Rockstar gekauft haben werde). Klar pauschalisiere ich jetzt bewusst, aber GTA und Kinder, schnell mal gegoogelt als Impression:
https://www.rund-ums-baby.de/forenarchi ... s_6365.htm

Ältere Geschwister und so...

Mikej hat geschrieben:
Schwieriger ist es bei Games wie Fortnite wo die USK ein bisschen gepennt hat. Da kann man sich offiziell ab 12 mit Battle Royale Mode und Co austoben.

Mein 9jähriger hat sich Fortnite installiert, habe ich erfahren als ich eine Bestätigungsmail bekommen habe, er sagte nur, spielen doch "alle" und kostet nichts... Da dürfte es für viele Jugendliche (ich wähle mal diesen Begriff) nicht so schwer sein, an Ab18-Games zu kommen und ich behaupte mal, die Story interessiert da eh kaum einen.

Aber ich schweife ab, mir geht es um bestimmte Spielausrichtungen. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass Spiele, die eine gewisse Auseinandersetzung mit sich, der Spielwelt, der Thematik und einer sich nicht sofort offensichtlichen Handlung bemühen und dazu noch wenig Action bieten, eben immer deutlich schlechter verkauft werden und das auch in Zukunft. Denn das bedeutet Anstrengung in der eigenen Freizeit.

sinnFeiN
27.09.2018, 17:24

Gerade die Anstrengung in der Freizeit macht aber viele Spiele aus Erfahrung attraktiv. MMOs und deren neue Action-Multiplayer-Ableger wie Destiny 1/2 zeigen das schon länger. Das Battle Royale Genre ebenso. Da ist viel Anspruch, Schwierigkeit und recht langes Einspielen und vertraut machen mit Mechaniken und Spielumwelt durchaus gefordert. Der Hype um Dark Souls und Souls-like Spiele, Rogue-likes/lites oder Metroidvania-Spielen zeigen auch, dass es derzeit eher wieder komplexer als einfacher wird.

Selbst alte, reine Action-Slasher wie God of War bekommen ein komplexeres Item-System dazu - und das ist noch relativ harmlos. Vor allem der Koop- und Multiplayer-Boom zeigt, dass sich Leute gerne länger mit dem Hobby auseinandersetzen. Nur das Springen von Spiel zu Spiel ist deutlich seltener geworden. Ich glaube auch, dass das mit ein Grund für die schlechten Verkaufszahlen von diversen Singleplayer-Titeln ist. Wer kein Monster-Marketing hat, bleibt bei der Flut an Spielen, die eigentlich die ganze Freizeit abdecken können, einfach über.

Albaster
27.09.2018, 17:31

sinnFeiN hat geschrieben:
MMOs und deren neue Action-Multiplayer-Ableger wie Destiny 1/2 zeigen das schon länger. Das Battle Royale Genre ebenso. Da ist viel Anspruch, Schwierigkeit und recht langes Einspielen und vertraut machen mit Mechaniken und Spielumwelt durchaus gefordert. Der Hype um Dark Souls und Souls-like Spiele, Rogue-likes/lites oder Metroidvania-Spielen zeigen auch, dass es derzeit eher wieder komplexer als einfacher wird.

Sind das wirklich die "Masse" der Käufer oder eher Core-Gamer, die in eingespielten Gruppen für Furore sorgen, in den Foren und Gaming-Seiten behyped werden oder der eSport, der noch zusätzlich für Schlagzeilen sorgt?

sinnFeiN
27.09.2018, 19:49

Gerade Fortnite ist ein Massenphänomen. Es ist ganz typisch "easy to learn - hard to master". Die anderen sind nicht ganz so groß, können aber auch millionenfache Verkäufe pro Ableger vorzeigen. Destiny 2 hat allein in den ersten 5 Tagen über 300 Millionen Dollar eingespielt. Call of Duty WWII war das Spiel des Jahres 2017 mit über einer Milliarde Umsatz. (https://www.polygon.com/2017/12/20/1680 ... -destiny-2) Selbst FIFA schlägt in die selbe Kerbe ein, mit ungefähr 10 MIllionen Exemplare im 2017er Ableger (https://comicbook.com/gaming/2018/01/11 ... ea-sports/). Und da ist noch nicht die Rede von GTA V, dem erfolgreichsten Unterhaltungsprodukt jemals (6 Milliarden Dollar Umsatz: https://www.gamesindustry.biz/articles/ ... f-all-time)

Selbst das Nischenspiel Dark Souls schafft es auf mehr als 2 Millionen verkaufte Exemplare :) (https://www.eurogamer.net/articles/2015 ... -5-million)

Allesamt haben dafür nicht nur ein einsteigerfreundliches Gameplay, das dann Monate bis Jahre braucht, um wirklich gut da drin zu sein, sondern setzen auch auf eine starke Marke :).

Rogule-likes wie Hollow Knight und Dead Cells schaffen auf der Switch die Spitze der Charts (https://www.nintendoenthusiast.com/2018 ... op-charts/), letzteres hat allein am PC ein millionenfaches Publikum - trotz Nische (http://steamspy.com/app/588650).

Schaut man sich dann noch auf Steam die Top-Spiele nach gespielter Zeit an, ist auf Rang 7 das erste Nicht-Multiplayerspiel mit Euro Truck Simulator 2 da. Insgesamt sind es in den Top 20 gerade mal 4 Spiele mit Singleplayer-Fokus. (http://www.steamspy.com und dann nach Playtime ordnen)

Klar, ist da ein großer Anteil an Core-Spielern, aber der typische Casual ist auch am Handy unterwegs, oder zockt mal Free-to-Play (Warframe hat insgesamt 20-50 Millionen aktuelle oder ehemalige Besitzer laut Steam, Fortnite allein im August 80 Millionen Spieler).

Story ist oder scheint zumindest Nische zu sein und hauptsächlich für Core-Gamer :). Das sieht man z. B. am PlayStation Rekord von God of War von 3,1 Millionen in den ersten drei Tagen und 5 Millionen im ersten Monat (https://www.ign.com/articles/2018/05/25 ... irst-month). Spider-Man hat das erst kürzlich geschlagen mit 3,3 Millionen in den ersten drei Tagen. Da merkt man halt auch, dass solche Spiele hauptsächlich Core-Gamer betreffen, weil das ist sicher zum Großteil von Vorbestellern abgedeckt :).

Deswegen: Ja, der Großteil sind Casual-Spieler, aber finanziell relevant, abgesehen von Microtransactions, sind die Core-Spieler für unsere Art von Spiele. Soviel denk ich mir halt bei dem Zahlenmeer.

Albaster
27.09.2018, 21:25

Ich hätte mich oben präziser ausdrücken sollen, die Teamshooter sind mir noch unwichtiger als die SP-AAA (die ich eigentlich meine). Überzeugt mich jedoch nicht das Gaming heute anspruchsvoller sein soll, ein Blick aufs Mobile lässt mich für die Zukunft schaudern. Ich glaub auch nicht das der Großteil der Casualgamer mobil zocken, das machen eher die jüngeren Spieler wohl kaum die Nerds von früher (jedenfalls kenne ich keinen), die heut wenig Zeit haben. Außerdem soll es hier ja eigentlich um Adventures gehen...

Zum Abschluss: Mit deinen Zahlen bestätigst du genau das, was ich hier schon seit Monaten schreibe. Mit MP wird das große Geld verdient...

sinnFeiN
28.09.2018, 07:51

Wenn ich den Link finden würde...
war letztens eine Studie in den Schlagzeilen von letztem Jahr, dass 80% der Amerikaner spielen. die meisten mobil, 55% am PC.

prinzipiell: Ja, Multiplayer = Geld. Das heißt für mich aber genauso, dass anspruchsvolles Gaming gewonnen hat, denn Multiplayer ist purer Anspruch. Keine KI, kein Rätsel ist so fordernd wie ein anderer Mensch :). Man siehe sich nur die vielen FIFA Guides an, die auf YouTube gemacht werden. (z. B. Mike La Belle mit fast 300.000 Subscribern https://www.youtube.com/user/michs09)

Wie gesagt, schon AAA-Story-Spiele sind klein dagegen. Der Markt ist trotzdem groß genug, sonst gäbe es nicht auch bei Multiplayer-Spielen ganze Gruppen und Kanäle, die sich mit der Lore beschäftigen. Fortnite hat eine relativ dichte Lore im Hintergrund. Destiny 2 hat berühmterweise eine sehr kryptische, äußerst dichte Lore (über 600.000 Follower des Lore-YouTubers My Name is Byf zeigen das https://www.youtube.com/user/ReachForgeNetwork)

Adventures müssen sich da nur einfinden und mehr Zielpublikum ansteuern, dann passt das. Das funktioniert aber imho nicht damit, dass man "Oldschool" bleibt. Das ist im Adventure nur mäßig beliebt - nicht so sehr wie in Rollenspielen beispielsweise :).

Deswegen die Zahlen zu den Multiplayer-Spielen. Ich glaube, dass nichts besser zeigt, dass die Leute auf Herausforderung stehen. Das Miteinander ist auch wichtig, aber ohne etwas erreichen zu können, wird es meist links liegen gelassen.

Albaster
28.09.2018, 09:10

sinnFeiN hat geschrieben:
prinzipiell: Ja, Multiplayer = Geld. Das heißt für mich aber genauso, dass anspruchsvolles Gaming gewonnen hat, denn Multiplayer ist purer Anspruch. Keine KI, kein Rätsel ist so fordernd wie ein anderer Mensch :)

Ja, da hast du recht mein lieber sinnFeiN, aber ich meine - um es jetzt noch mal zu konkretisieren - halt den klassischen Solotitel. Reine MP-Titel, also Taktik-Shooter ect. ist da sicher auch nicht das Gaming, was hier in der Regel besprochen werden sollte.

Auch gibt es heute sicherlich anspruchsvolle Spiele allein im Bereich Serious/ Empathy. Die haben aber wenig Zielgruppe. Anspruch ist halt nicht nur MP-Taktik, sondern kann alles mögliche sein: Thematik, Lore, Outgame-Recherche, Gameplay, Schwierigkeit ect.

Du und deine Zahlen mögen aufzeigen, das ich falsch liege (was durchaus stimmen mag), aber allein die überwältigen Benutzerzahlen mobilen Gamings zeigen doch, das man da differenzieren sollte, bei Welt (aus 2017)
https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/ ... chner.html
z.B.:

Für den klassischen Gaming-PC bedeutet das einen relativen Rückgang in der Gunst der Gamer. 52 Prozent geben an, auf dem PC zu spielen, 2015 waren es noch 67 Prozent.

Die 25% mehr Mobilgamer sind dort wirklich an "anspruchsvolles" Spieldesign, taktische Shooter ect. interessiert? Was wiederum bedeuten könnte, das in Zukunft doch der Singleplayeranspruch in Spielen steigen könnte, ist diese Aussage:

Größte wachsende Gruppe sind Spieler über 50. Schon jetzt greift hier jeder Vierte (24 Prozent) regelmäßig zu Computer, Konsole oder Smartphone, ebenso wie knapp jeder Achte (zwölf Prozent) der Generation 65 plus.

Kommt jetzt nur drauf an, wohin sich diese Generation wendet, Smartphone oder PC, entsprechend werden die Entwickler ihre Konzepte anbieten.

Aber belassen wir es bitte hierbei, ich möchte mich eigentlich lieber über Adventures unterhalten. :)

sinnFeiN hat geschrieben:
Adventures müssen sich da nur einfinden und mehr Zielpublikum ansteuern, dann passt das. Das funktioniert aber imho nicht damit, dass man "Oldschool" bleibt. Das ist im Adventure nur mäßig beliebt - nicht so sehr wie in Rollenspielen beispielsweise :).

Mehr Zielpublikum bzw. eben die Zielgruppe zurückgewinnen mit entsprechenden Konzepten (dazu können natürlich auch Rätsel gehören), da sind wir uns jedenfalls grundsätzlich einig. :beer:

Albaster
04.10.2018, 18:58

Ich darf von hier
https://www.gamestar.de/artikel/telltal ... 35474.html
zitieren:

Gegenüber Kotaku äußerten sich nun anonyme Insider, die mit den Verhandlungen vertraut seien. Demnach sei nach Gesprächen mit einem nicht näher genannten Studio vorgesehen, ehemalige Telltale-Mitarbeiter auf Vertragsbasis anzuheuern, um die letzten beiden Episoden von The Walking Dead fertigzustellen. Nun sei es wichtig, die Verhandlungen rasch zu einem Ergebnis zu führen, damit noch genügend ehemalige Telltale-Mitarbeiter zur Verfügung stünden und nicht bereits in anderen Jobs untergekommen seien.

Zudem äußerten die Insider, dass Episode drei bereits kurz vor der Fertigstellung sei, es fehlten nur noch wenige Wochen des Polishings. Auch die Entwicklung der vierten Folge The Walking Dead sei bereits angelaufen.

advfreak
04.10.2018, 20:40

Also ich würde mich natürlich sehr freuen wenns noch raus kommt, aber da ist im Moment kein Vertrauen da und ich warte ab bis es komplett ist. :beer:

sinnFeiN
04.10.2018, 22:54

Sieht schlecht aus. Der Rest der Crew wurde auch entlassen

https://www.vg247.com/2018/10/04/tellta ... ing-staff/

baphometsfluch
04.10.2018, 23:08

Zunächst einmal abwarten den es vermehren sich auch Berichte das einige andere Firmen sich bereit erklärt haben mit ehemaligen Telltale Games Mitarbeiter die weiteren letzten Episoden fertig zustellen und nebenbei gesagt Episode 3 wäre fast fertig.

Hören wir auf mit Spekulationen was wir lesen fakt ist selbstverständlich das Telltale Games in der Art und Weise wie wir sie kennen nicht mehr geben wird. Tatsache ist allerdings das viele Menschen da draussen es geschafft haben das sich doch einiges bewegen wird das wir ordnungsgemäß dieses wunderbare Spiel fertig spielen werden.

LINK zum lesen:

https://kotaku.com/telltale-is-looking- ... 1829503254

https://www.gamesindustry.biz/articles/ ... off-report


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