Specials: gamescom 2017:

gc2017: Unknown Fate, Inmates, Moons of Madness und Jengo

 

Im nächsten Abschnitt geht es um das First-Person-Abenteuer 'Unknown Fate', das Horror-Abenteuer 'Inmates', 'Moons of Madness' und das klassische Point&Click-Comic-Adventure 'Jengo'.



Unknown Fate


Unknown Fate

 

'Unknown Fate' fällt in die Kategorie First-Person-Adventure. Entwickelt wird es von MarsLit Games, einem kleinen italienischen Studio, das von zwei Brüdern gegründet wurde: Andrea Farid Marsili und Marco Karim Marsili. Andrea Farid Marsili hat uns deren erstes Spiel gezeigt. Obwohl es mehrere VR-Geräte unterstützt (HTC Vive, Oculus Rift, OSVR), durften wir uns die normale PC-Version ansehen. VR-Support ist somit optional.

Erzählt wird die Geschichte von Richard, der eines Tages unfreiwillig von der realen Welt in ein surreales Universum hinübergleitet. Zunächst wirkt hier alles sehr fremd für ihn, aber je länger er dort verweilt, desto klarer wird ihm, dass so gut wie alles in dieser Welt einen Bezug zu seiner Vergangenheit hat. Die Umgebung erinnert an einen sonderbaren Mix aus Traum und Realität. Zuweilen erlebt er Erinnerungen in schwarz-weiß, die Momente aus seinem früheren Leben zeigen. Dort finden wir zahlreiche Details wieder, die wenige Minuten zuvor in der surrealen Welt zu sehen waren, zum Beispiel einen Schießstand in einem Vergnügungspark. Um in die Realität zurückzugelangen, muss Richard erst einmal begreifen, wie all das zusammenhängt.

Eins wurde während der Vorführung rasch klar: 'Unknown Fate' ist kein traditionelles Adventure und es passt auch nicht so wirklich in die Walking-Simulator-Schublade. Gelegenheiten zum Erkunden dürfte es ausreichend geben, aber die sind mit vielen Rätseln gepaart. Selten aber doch, ist auch Springen erforderlich, um Hindernisse zu überwinden. Im Laufe der Geschichte lernt Richard neue Kräfte, die ihm mehr Möglichkeiten zur Interaktion mit der Umgebung erlauben. Durch Telekinese bewegen wir schwere Objekte, oder schießen Energiekugeln, die auch dazu genutzt werden können, um diverse Mechanismen zu aktivieren.

Während Story, Exploration und Rätsel den Charakter des Spiels prägen, gibt es hin und wieder auch Gegner, die man überwinden muss. Auch diese Konfrontationen sollen eng mit der Vergangenheit des Protagonisten zusammenhängen und selbst ein bisschen wie ein Rätsel konzipiert sein. Allerdings konnten wir davon zu wenig sehen, um ein besseres Bild davon vermitteln zu können. Immerhin bietet der offizielle gamescom-Trailer hier ein paar nützliche Einblicke zum Gameplay.

In visueller Hinsicht machte 'Unknown Fate' schon einen soliden Eindruck und vermittelte eine recht dichte, düstere Atmosphäre. Auch wenn die Grafik manchmal vielleicht noch etwas unausgereift wirkt, so war der Art-Style immerhin sehr stimmig gelungen. Ein paar Abstriche lassen sich wohl auch damit rechtfertigen, dass die meiste Arbeit von nur zwei Personen verrichtet wurde.

MarsLit Games möchte Unknown Fate demnächst fertigstellen, vielleicht sogar schon in diesem Jahr. Erscheinen wird es für PC, Mac, PlayStation 4 und Xbox One. VR-Support ist optional. Auch deutsche Untertitel soll es geben und Publisher ist 1C Company.

 

 

Inmates

 

Inmates

 

Vor unserem 'Blackenrock'-Termin stellte uns Publisher Iceberg Interactive ein zum damaligen Zeitpunkt noch unangekündigtes First-Person-Horror-Adventure namens 'Inmates' vor. Der armenische Spiele-Entwickler Davit Andreasyan erzählte uns vor Ort ein bisschen mehr über sein Projekt: 26 Monate lang habe er allein daran gearbeitet und im Herbst soll es endlich für den PC erscheinen. Die ersten Minuten konnten wir dann mit eigenen Augen sehen.

Das Spiel handelt von Jonathan, der sich eines Tages allein in einer Zelle wiederfindet. Zunächst ist ihm nicht so recht klar, wie er an diesen unfreundlichen Ort gelandet ist. Kopfschmerzen und Schwindelgefühle plagen ihn. Während er sich umsieht, lernen wir ihn allmählich besser kennen. Zum Beispiel durch persönliche Notizen und Bilder, die in der Umgebung verstreut sind. Mit der Zeit gibt es immer wieder surreale Momente. Jonathan halluziniert und sieht andere Personen. Es bleibt abzuwarten, wie das alles in der finalen Version zusammenspielt.

Laut Davit Andreasyan ist 'Inmates' inspiriert durch Horror-Adventures der 1990er-Jahre, aber auch durch Film-Klassiker wie 'The Shining'. Der Horror wird demnach eher in die psychologische Richtung gehen und daher weniger auf Jumpscares und dergleichen bauen. Abgesehen von Story, Exploration und kleinen Rätseln, dürfte es außerdem wenig Action-Elemente geben. Ab und zu könnte es allerdings notwendig sein, sich zu verstecken. Über die Komplexität der Rätsel können wir jetzt noch nicht viel sagen. Die Spielzeit soll aber im Bereich um fünf Stunden herum liegen.

Berücksichtigt man, dass 'Inmates' überwiegend von nur einer Person entwickelt wurde, wird es wahrscheinlich nicht verwundern, dass Grafik und Animationen noch unausgereift wirken. Die englische Sprachausgabe vermochte uns in den ersten Minuten noch nicht so recht zu überzeugen. Dem Sprecher des Protagonisten fehlte aus unserer Sicht leider die Überzeugungskraft. Das Wichtigste sind aber natürlich die Horror-Momente und die gamescom ist leider nicht der ideale Ort, um Horror wirklich wirken zu lassen. Wir sind somit gespannt auf die finale Version des Spiels und hoffen, dass es sich positiv von anderen Genre-Vertretern abheben wird.

 

 

Moons of Madness

 

Moons of Madness

 

Für Fans psychologischer First-Person-Horror-Abenteuer könnte 'Moons of Madness' von Rock Pocket Games eventuell interessant sein. Es beschäftigt sich mit dem inneren Kampf des Astronauten Shane Newehart, sowie einem übernatürlichen Event auf der wissenschaftlichen Station Trailblazer Alpha, der ersten Station dieser Art auf dem Mars. Die Entwickler legen dabei Wert auf eine möglichst authentisch wirkende, wissenschaftlich nachvollziehbare Spielwelt und kombinieren diese mit einer satten Portion H.P. Lovecraft.

 

In Köln durften wir eine frühe Version anspielen und fanden ein recht großes Areal zum Erkunden vor. Die ersten Rätsel bestanden vorwiegend darin, einige Geräte mit Energie zu versorgen. Dazu musste man die vor Ort platzierten Solaranlagen korrekt adjustieren und teilweise auch Ressourcen zwecks Umverteilung zu sammeln (z.B. Energiezellen), die in der Umgebung zu entdecken waren. Daneben führt die Spielfigur immer wieder Gespräche per Funk mit einem Vorgesetzten, die uns ein wenig an 'Firewatch' erinnerten.

 

Ausgehend von den ersten Impressionen wird 'Moons of Madness' definitiv nicht in die Kategorie "Walking Simulator" fallen, sondern einigen Raum für Interaktionen bieten, sowie auch etwas Nachdenken erfordern. Allerdings könnten die etwas größeren Laufwege störend sein, da man stets auf die eigene Sauerstoffzufuhr achten muss und diesen Vorrat immer wieder neu aufzuladen hat, sonst nimmt das Abenteuer kein gutes Ende. Die visuelle 3D-Umsetzung ist recht stimmig gelungen und die Sprecher machen sich bislang gut. Abzuwarten bleibt natürlich, wie abwechslungsreich die zwangsläufig karge Mars-Umgebung auf Dauer sein kann.

 

Bis zum Release von 'Moons of Madness' dauert es noch eine ganze Weile: 2./3. Quartal 2018 werden aktuell angepeilt und zwar für PC, Xbox One und PlayStation 4.

 

 

Jengo
 

Jengo

 

Robot Wizard arbeitet derzeit am Point&Click-Comic-Adventure 'Jengo', welches sich an alten Genre-Klassikern der 1980er und 1990er orientiert. Zwar wird es bis zum Release noch einige Monate dauern, doch die ersten Minuten waren bereits spielbar.

Die Geschichte handelt von Jeff, einem leidenschaftlichen Retro-Gamer, der sich in der modernen Gesellschaft doch eher deplatziert fühlt. Eines Tages landet er in einem lokalen Game Store. Statt fündig zu werden, muss er sich über DLCs, Dating Spiele und andere moderne Trends unterhalten. Jeff verlässt schwer enttäuscht das Geschäft und erspäht rein zufällig ein kleines Geschäft ganz in der Nähe. Dort lädt ihn ein mysteriöser Asiate ein, ein retroartiges Spiel namens 'Jengo' zu probieren. Jeff lässt sich nicht zweimal bitten. Doch zu seiner Überraschung tut sich beim Aktivieren des altertümlich wirkenden Computers ein Portal auf, das ihn geradewegs in eine fremde Welt hineinzieht. Nach einer kurzen Zwischensequenz finden wir uns in einer kleinen Stadt wieder, die Old Meta genannt wird und die an den Wilden Westen erinnern. Dieser Ort befindet sich am Ende des Pixeluniversums. Bald stellt unser Retro-Fan fest, dass dieses fremde Universum vor der Apokalypse steht und nur er kann dem entgegenwirken.

Die kurze gamescom-Demo war bereits reich an Anspielungen auf die gute alte Zeit. Natürlich dreht sich das Gameplay vorwiegend um Rätsel, wie man es von einem traditionellen Adventure erwarten würde. Auch die Grafik und der Humor stehen im Zeichen der Vergangenheit und es gibt einiges zu lesen (englische Sprachausgabe ist geplant). Abgesehen davon ist auch eine reine Maussteuerung auf dem PC möglich. Die Handhabung orientiert sich dabei an Spielen wie 'Vollgas' und 'Monkey Island 3', wo wir es mit einem Münzinterface zu tun haben. Auch andere Genres werden im Spiel aufgegriffen, insbesondere jene, die damals ein rivalisierendes Verhältnis zum Adventure-Genre hatten (beispielsweise Shooter wie 'Doom'). Unterm Strich wirkt 'Jengo' bislang ein wenig wie eine Reise durch die Vergangenheit und macht neugierig auf mehr.

Ursprünglich hätte dieser Trip in Episoden passieren sollen, was sich erst kürzlich geändert hat. Das kleine Indie-Studio aus Südafrika möchte nun ein komplettes Spiel für PC, Xbox One, PlayStation 4 und Switch herausbringen. Aktuell wird an einer kurzen Demo für eine Crowdfunding-Kampagne gearbeitet. Wenn alles gut geht, könnte 'Jengo' 2018 fertig sein.


geschrieben am 20.09.2017, Matthias Glanznig




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