Reviews: Dark Fall 3 - Lost Souls:

Dark Fall: Lost Souls


Sechs Jahre sind seit dem Deutschland-Release von 'Dark Fall: Das Journal', dem ersten Teil der Horror-Reihe, vergangen. Seit November ist zumindest bereits die englischsprachige Version von 'Dark Fall: Lost Souls' erhältlich, und das sowohl als Download- als auch DVD-Variante. Zu Zeiten der Gold-Meldung verkündete Schöpfer Jonathan Boakes, dass die neueste Veröffentlichung das wohl gruseligste Adventure aus seiner Feder sei, welches unter keinen Umständen alleine oder gar bei Dunkelheit angegangen werden sollte und versprach förmlich die aufkommenden nächtlichen Albträume. Ob sich diese großen Worte auch bewahrheiten und ob der neue Titel von Darkling Room auch wirklich derartige Schrecken mit sich bringt, haben wir mit unserem neuerlichen Abstecher zur Dowerton-Bahnstation selbst herausfinden wollen.


Ein Blick in die Vergangenheit

Im ersten 'Dark Fall'-Teil findet der Spieler im Intro eine beunruhigende telefonische Nachricht auf dem Anrufbeantworter vor. Der als Architekt tätige Bruder des Hauptcharakters arbeitet an der Sanierung eines verlassenen Bahnhofs und des dort anliegenden Hotels in der abgelegenen Gegend von Dorset. Neben ihm befinden sich dort auch zwei Studenten der Weymouth Universität, Polly White und Nigel Danvers, ihrerseits Geisterjäger. Was auch immer die beiden dort gesucht haben, offensichtlich haben sie es gefunden - oder es hat sie gefunden. Jetzt sind beide urplötzlich spurlos verschwunden und egal was hinter ihnen her war, scheint es nun auf den Architekten abgesehen zu haben. So wird der Spieler eindringlich gebeten, möglichst schnell zum verlassenen Bahnhof in Dowerton zu reisen, um dem Bruder aus der misslichen Lage zu helfen. Entgegen seiner Ankündigung, empfängt uns dieser aber nach Ankunft am Zielort nicht wie vorgesehen. Daraufhin beginnen die Nachforschungen über den Verbleib des Bruders, bei denen um einiges mehr zu Tage tritt, als irgendeiner der Beteiligten hätte ahnen können. So begegnet man zum ersten Mal einer dunklen und unbekannten Macht - dem Dark Fall.

Man sieht sich im Leben immer zwei Mal

Das Victorian Station Hotel hat eine nicht allzu ruhmreiche Vergangenheit.

Im dritten und auch letzten Teil der Adventure-Reihe kehrt der Spieler nun zurück zum Bahnhof von Dowerton. 10 Jahre sind seit dem damaligen Abenteuer vergangen und noch immer lauert das Böse in den Wänden der verlassenen und inzwischen noch weiter verfallenen Station. Vorwissen aus den ersten beiden 'Dark Fall'-Spielen braucht man trotz des bekannten Schauplatzes dennoch nicht mitzubringen, so sind die Geschichten aller drei Veröffentlichungen voneinander unabhängig. Hauptcharakter ist ein namenloser Polizeibeamter, der über die gesamte Spielzeit nur als Inspektor bezeichnet wird. Als fünf Jahre vor den jetzigen Ereignissen das kleine Mädchen Amy Haven an ihrem 11. Geburtstag verschwindet, dachte der Inspektor, er hätte seinen Schuldigen gefunden. In den Fokus rückte ein gewisser Mr. Bones, ein Furcht einflößender Landstreicher, dessen wahre Identität niemandem wirklich bekannt ist. Seinen Namen trägt er aufgrund des bizarren Hobbys, überfahrene Tiere zu häuten und das Fleisch von den Knochen zu kochen. Mit letzteren glaubt Mr. Bones mit dem Reich der Toten in Kontakt treten zu können. Für ein Kind eher ungewöhnlich, teilt Amy das außergewöhnliche Interesse für das Paranormale und den Tod. Infolge äußerst morbider Zeichnungen, ihres merkwürdigen Verhaltens und ihrer angsteinflößenden Art wurde sie bereits zum Schutz der Mitschüler und Lehrer ihrer Schule verwiesen. Vor ihrem spurlosen Verschwinden verbrachte sie auffällig viel Zeit mit Mr. Bones, weshalb der Inspektor zu dem Schluss kam, dass aus ihm mehr rauszuholen sein müsste, als er zugeben möchte.

Die junge Amy Haven ist seit Jahren spurlos verschwunden.

Doch fehlten eindeutige Beweise zu diesem Verdacht, weshalb der Inspektor zu eher zweifelhaften Methoden griff. In seinem unbändigen Glauben an dessen Beteiligung, platzierte und fälschte er Beweise, um Mr. Bones festnageln zu können. Doch sein intrigantes Vorhaben wurde wenig später von einer Lokalzeitung aufgedeckt und der einst so hoch angesehen Polizist wurde in Folge einer öffentlichen Medienkampagne aus dem Dienst entfernt. Seitdem lassen ihn die Ereignisse um die kleine Amy nicht mehr los und am diesjährigen feierlichen Bonfire Night ist er fest entschlossen, das Verschwinden des Mädchens endgültig aufzuklären. So startet man bei völliger Dunkelheit im Bahnhofstunnel von Dowerton, in dem bereits die Geschichte des ersten Teils ihren Anfang nahm.

Das Böse lauert im Schatten

Eine Übersichtskarte hilft bei der Orientierung auf dem Bahnhofsgelände.

Einen sehr großen Sprung hat die 'Dark Fall'-Reihe mit dem neuesten Ableger in Sachen Grafik gemacht. Wurde der erste Teil noch zurecht wegen der spärlichen Optik kritisiert, findet man bei 'Dark Fall: Lost Souls' gelungene vorgerenderte Hintergründe, durch die der schon bekannte Ort bei der Rückkehr in noch bedrückenderem Gewand erscheint. Sehr gut eingefangen wird der voranschreitende Verfall der Bahnstation und des naheliegenden Victorian Station Hotels, der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich an den einstigen Vorzeigeobjekten des kleinen englischen Dorfes. Ganz bedeutend für die gelungene Atmosphäre ist der überaus geschickte Einsatz von Licht und Schatten. Die Schauplätze hüllen sich größtenteils in Dunkelheit und werden durch leichte, teils flackernde Lichtquellen nur geringfügig ausgeleuchtet. Abwechslungsreich sind die vielen unterschiedlich aussehenden Räumlichkeiten, bei denen es immer neue Abscheulichkeiten zu entdecken gibt. Dabei sind nicht alle von Beginn an zugänglich und können erst nach und nach betreten werden. Als Orientierungshilfe dient eine kleine Übersichtskarte des Geländes. Räume die derzeit nicht betreten werden können, sind mit einem schwarzen 'X' ausgestrichen. Schwache Mägen werden mitunter nicht geschont, so nehmen wiederholt Elemente wie etwa ein blutverschmierte Waschbecken oder die gekochten Überreste aus Mr. Bones abartigen Betätigungen keine Rücksicht auf etwaige Unverträglichkeiten.

Die aus dem ersten Teil bekannte Umgebung hat sich im Laufe der Zeit noch weiter verändert.

Schade hingegen ist die nur einzige mögliche Auflösungsoption, denn mit mehr als 1024x768 Bildpunkte mag das Spiel nicht dargestellt werden. Diese starre Auflösung ist für heutige Maßstäbe nicht mehr ganz zeitgemäß, hat aber nur geringe Auswirkungen auf die überzeugende Grafikqualität. Auch Besitzer eines Breitbildmonitors schauen wohl etwas bedröppelt in die wohl nicht mehr vorhandene Röhre. Zur Auswahl stehen hier nämlich leider nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Bild wird von einem 4:3 Seitenverhältnis auf Breitbild gestreckt, was für die wenigsten wirklich erstrebenswert sein dürfte, oder man muss mit schwarzen Balken am linken und rechten Bildschirmrand vorlieb nehmen. Auch sind die Hintergründe recht unbelebt und statisch, passen andererseits aber auch gerade deshalb zur gesamten Grundstimmung eines verlassenen und verfallenen Gebäudes.

Aber ich rüttel doch dran...

Empfindsame Mägen sollten sich auf einiges gefasst machen.

An der Steuerung hat sich indes wenig geändert, so ist 'Dark Fall: Lost Souls' schließlich wie die Vorgänger auch weiterhin ein First-Person-Adventure. Gesteuert wird ausschließlich mit der Maus, selbst das Menü wird über ein Mobiltelefon direkt in das Spielgeschehen integriert und kann bequem über den unteren linken Bildschirmrand angewählt werden. Einen weiteren Vorteil bringt der mobile Wegbegleiter auch gleich noch mit sich, so kann an gewissen Stellen die Umgebung ausgeleuchtet werden, und zwar immer dann, wenn uns eine geisterhafte Stimme darauf hinweist. Erinnerungen an 'The Lost Crown' werden wach, so wurde dort ebenso auf den Einsatz der Geisterjäger-Gadgets durch die gleiche Stimme hingewiesen. Das Speichern und Laden von Spielständen über das Telefon wird aber spätestens dann umständlich, wenn man bereits über mehrere Spielstände verfügt und man diese nicht überschreiben möchte. So muss man sich dann etwas mühseliger bis ganz nach hinten zum nächsten freien Speicherplatz durchklicken.

Einige Objekte müssen leicht verschoben oder es muss an ihnen gerüttelt werden. Ganz so reibungslos funktioniert das nicht immer.

Die Bewegungen des Alter Egos finden in klassischer Myst-Manier statt. Um sich einen Bildausschnitt vorwärts zu bewegen genügt ein einzelner Mausklick, wenn der Mauszeiger durch die Form einer Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger diese Möglichkeit anzeigt. Eine nahtlose 360° Rundumansicht existiert übrigens nicht. Wer bei derartigen Ansichten also schnell Seekrank wird, kann sich entspannt zurücklehnen und den Titel in vollem Umfang genießen. Möchte man sich nach links oder rechts drehen, so muss die gewünschte Rotation am linken oder rechten Bildschirmrand entsprechend mit drücken der Maustaste ausgelöst werden. Daraufhin schwenkt die Perspektive in der Regel um 90° in die gewählte Richtung, die Neuausrichtung kann aber in speziellen Fällen auch einmal geringer ausfallen, sofern das Spiel in dem Moment auf eine besondere Fokussierung aus ist. Auch in vertikaler Richtung darf die Umgebung erkundet werden, so kann (und muss) der Blickwinkel des Inspektors auf die gleiche Art und Weise durch einen Mausklick am oberen oder unteren Bildschirmrand entsprechend nach oben oder unten verändert werden. Durch die vielen Schritte, die auf diese Weise zur Orientierung durchgeführt werden müssen, damit auch bloß kein Hotspot dem aufmerksamen Auge entgeht, wirkt die Steuerung über den gesamten Spielverlauf reichlich umständlich. Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass der Inspektor leider nicht zu einer 180° Wende im Stande ist und man sich zu dessen Ausführung immer zwei mal in gleiche Richtung drehen muss. Angenehm wirkt sich aus, dass die Ansicht sanft umschwenkt und nicht direkt umschaltet, das Spielgeschehen wird hierdurch allerdings merklich ausgebremst. Lange Laufwege scheut man folglich mit zunehmender Spieldauer des Öfteren, sind aber durchaus hin und wieder notwendig. Ausreichend Zeit und Geduld ist für 'Dark Fall: Lost Souls' absolute Grundvoraussetzung. Neu sind Gegenstände, die gezogen, geschoben oder an denen gerüttelt werden muss. Dazu muss das Objekt mit der Maus festgehalten und in entsprechende Richtungen bewegt werden. Leider wurde auch dieses mehrmals wiederkehrende Spielelement eher suboptimal umgesetzt, so ist das Verhalten nicht immer direkt nachvollziehbar und von der Handhabung zu ungenau.

Zeig mir deine Geschichte

Das Mobiltelefon dient als Menü, hilft aber auch in mancher Situation anderweitig weiter.

Rätsel gibt es in allen Variationen, von einfach bis etwas kniffliger. Doch werden sie niemals so schwierig, als dass sie nicht durch etwas Denkarbeit zu lösen wären. Mehrmals im Spiel müssen in Fetzen gerissene Schriftstücke wieder zusammengesetzt werden. Einen Innovationspreis gewinnen diese Aufgaben zwar nicht, stellen den Spieler aber auch vor keine große Herausforderung und stören deshalb auch nicht weiter. Im weiteren Verlauf der Geschichte trifft man auch auf rastlose Seelen, deren Schicksale irgendwie mit der Historie des Hotels verbunden sind. Hier haben wir dann die Möglichkeit die Erinnerung der Verstorbenen selbst noch einmal zu erleben, können gar Dinge in der Vergangenheit verändern, die in der Gegenwart nützlich sind. Ein herrlicher Kontrast, das Hotel noch einmal in exzellentem Zustand zu Gesicht zu bekommen. Hat man ausreichend Hintergrundinformationen zu den Verstorbenen gesammelt, können sie innerhalb eines Dialogrätsels von ihrem Leid befreit werden, sofern man die richtigen Antworten auswählt. Entscheidet man sich für eine falsche Antwort und muss noch einmal von vorne beginnen, fällt eine weitere Unschönheit auf, denn Dialoge können im gesamten Spiel nicht abgebrochen oder übersprungen werden. Auch alle sonstigen Rätsel sind durchweg logisch und nachvollziehbar, driften obendrein hin und wieder, ähnlich wie die Seelenbefreiung ,ins Übernatürliche ab. Im Fortlauf der Geschichte empfängt das nützliche Mobiltelefon zudem anonyme SMS-Nachrichten mit einem als Echo benannten Absender. Die rätselhaften Texte liefern so machen Hinweis auf die nächste Aufgabe, wenn man sie denn richtig zu deuten weiß. Gerät man ins Stocken, lohnt also ein kleiner Blick auf die zuletzt erhaltene Nachricht. Aber wer zur Hölle verschickt eigentlich diese Mitteilungen? Ein weiteres Mysterium, das gelüftet werden möchte.

Das Zusammenpuzzeln von Schriftstücken ist ein sehr häufig wiederkehrendes Element. Aber auch keine große Herausforderung.

Neben dem Mobiltelefon nehmen auch gewöhnliche, verrostete Scheren einen wichtigen Stellenwert ein, die in diversen Räumlichkeiten innerhalb des Geländes auf einen neuen Besitzer warten. Diese benötigt man beispielsweise um etwas aufzubrechen oder hochzustemmen. Dabei kann es passieren, dass die Allzweckwaffe aufgrund des bemitleidenswerten Zustandes die Aktion nicht übersteht. Da aber jeweils nur eine einzige und nicht mehrere zeitgleich im Inventar mitgeführt werden kann, sollte man sich im Falle des Verlustes tunlichst auf den Weg machen einen Ersatz zu besorgen, um für die nächste Aufgabe wieder gerüstet zu sein. Natürlich sammeln sich im Inventar noch weitere Gegenstände an, so werden die zusammengesetzten Schriftstücke mitgeführt und können immer wieder betrachtet und gelesen werden oder sonstige nützliche Objekte für den späteren Gebrauch machen es sich in der Hosentasche des Inspektors bequem. Untereinander kombiniert werden müssen die Inventargegenstände nicht. Stellen, bei denen eines oder mehrere dieser Gegenstände benötigt werden, zeigt das Spiel mit einem Schraubenschlüssel-Symbol an. Einen Kommentar bei unsachgemäßer Anwendung eines falschen Objektes an der ausgewiesenen Stelle hat man sich gleich ganz gespart.

Nein, hier wohnt kein zorniger Frisör.

Unschön, dass sich leider ein ärgerlicher Programmfehler eingeschlichen hat. In mehreren Konstellationen kann es vorkommen, dass das Spiel seine Arbeit einstellt. So kam es gleich zu Beginn im Bahntunnel bereits vor, dass nach mehreren schnell aufeinander folgenden Klicks der Mauszeiger verschwand und dem Spiel keinerlei Reaktion mehr entlockt werden konnte. Ebenso trat dieses ärgerliche Verhalten bei einem Tresormechanismus auf. Dann hilft leider nur noch das Beenden des Prozesses über den Windows-Taskmanager und das Laden des letzten Spielstandes inklusive dem Verlust des kürzlich erspielten Spielfortschrittes. Angenehmer ist die vorgenommene Implementierung eines Zufallsgenerators. Bei erneutem Durchspielen wird man feststellen, dass sich einige Rätseldetails geändert haben. So ändert sich der für ein Rätsel benötigte Nummerncode der Bahnstation von Dowerton oder die korrekten Antworten auf die Dialogrätsel sind andere als beim letzten Mal. Damit schafft man zwar keine gänzlich neues Spielerfahrungen, allerdings muss sich der Spieler erneut um eine Lösung bemühen. Zumindest eine ganz nette Idee. Wem das noch nicht Wiederspielwert genug ist, der kann sich über Bonusobjekte freuen, die im Spiel an diversen Stellen freigeschaltet werden können und interessante Hintergrundinformationen liefern. Sollte man also nach dem ersten Durchspielen noch nicht alle gefunden haben, lohnt sich vielleicht ein weiterer Besuch.

Ein eisiger Wind durchströmt die Nacht

Diese etwas andere Speisekarte steigert nicht unbedingt den Appetit.

Das Herzelement des Spiels, die beklemmende und düstere Atmosphäre, wird durch die hervorragende, mystische und ausdrucksstarke Soundkulisse getragen. Fast durchgängig wird man von einer unaufdringlichen und ruhigen Hintergrundmusik begleitet, die durch weitere stimmungsvolle Geräusche erweitert wird. So knarren Türen und Holztreppe im heruntergekommenen Hotel, man vernimmt den Putz von den Wänden bröckeln oder Wasser von der Decke tropfen. Im Flur des Hotels lauscht man dem Wind säuselnd durch die Gänge ziehen, während in Hotelräumen die schluchzenden Geräusche einer Frau, geisterhaft flüsternde Stimmen oder entfernte Schmerzensschreie eine wahre Gänsehaut verursachen. Ein immens intensives akustisches Erlebnis, welches kaum Zeit zur mentalen Erholung lässt und nahezu perfekt den Eindruck einer heimgesuchten aber sonst verlassenen Ruine aufkommen lässt.

Geistererscheinungen sind noch das geringste Übel an diesem Ort.

Die gesprochenen Dialoge sind ebenfalls durchweg gut gelungen, obwohl Boakes wie auch in den bisherigen Titeln vollends auf professionelle Synchronsprecher verzichtet. Spieler der originalsynchronisierten englischen Version von 'The Lost Crown' werden sich an einer bereits bekannten Besetzung erfreuen können, so erwartet sie ein Wiedersehen mit den gleichen Stimmen des letzten Boakes-Titels. Auch der kreative Kopf persönlich lässt es sich nicht nehmen, die ein oder andere Rolle selbst auszufüllen. Etwas unnatürlich klingt ausgerechnet die Hauptperson des Spektakels, der Inspektor selbst. Gezwungen wird versucht, die Stimmlage etwas tiefer klingen zu lassen, als sie es vermutlich in Wirklichkeit ist. Aber auch dieses kleine Manko lässt nicht an der guten Synchronisation zweifeln, die man für ein derart düsteres Adventure nicht viel passender hätte erwarten können.

Und wie spielt es sich jetzt?

Stürzt man sich ohne vorherige Informationen bezüglich der Hintergrundgeschichte in das Abenteuer, können zumindest Anfangs kleinere Verständnisprobleme auftreten. Mit zunehmender Spieldauer lösen sich diese aber immer weiter auf und man wird tiefer in die interessante Handlung hineingezogen. Zwar weist diese durchaus bereits dagewesene parallelen zu anderen Spielen oder Filmen auf, ist aber weit mehr als eine billige Kopie, weiß absolut zu gefallen und weckt das starke Verlangen, hinter das Geheimnis um Amy, Mr. Bones und natürlich dem Dark Fall zu kommen. Sowohl Grafik, Sound und Story schaffen ein stimmiges Bild und einen beklemmenden Gesamteindruck, sofern man sich darauf einlässt. Hin und wieder setzt Boakes neuerdings auch auf plötzliche Schockmomente, wenn im kargen Licht plötzlich eine Geistererscheinung auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Besonders geeignet als Härtetest auf zu schwache Herzfunktionen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 76%

Auch 'Dark Fall: Lost Souls' wird sicherlich wieder einige Gemüter spalten. First-Person-Adventures haben ohnehin einen recht schweren Stand im Genre und finden nicht immer ausreichend gebührende Anerkennung. Zum gruseligsten Adventure aller Zeiten hat es bei dem Titel zwar nicht unbedingt gereicht, aber die beklemmende Atmosphäre mit den geschickt gesetzten Schockmomenten haben von der ersten bis zur letzten Minute an den Stuhl gefesselt und tatsächlich das düsterste Adventure von Jonathan Boakes geschaffen. Das erneute Erkunden der Bahnstation und des dazugehörigen Hotels mit den vielen verstörenden Ecken und Räumen trieb einmal mehr einen eiskalten Schauer über den Rücken. Nachts, alleine im Dunkeln, vielleicht nur bei Kerzenlicht, dann kommt das ganze Potenzial des Spiels erst richtig zum Tragen und verspricht geduldigen Freunden des First-Person-Horrors einige Stunden schaurige Grusel-Stimmung. Wer ohnehin nichts mit Adventures aus der Ich-Perspektive oder ähnlichen Spielen wie 'Scratches' und 'Darkness Within' anfangen kann, sollte vorher unbedingt erst einmal Probespielen oder gleich einen Bogen um den Titel machen. Alle anderen können sich über ein wirklich lohnenswertes Adventure freuen, welches die 'Dark Fall'-Reihe zu einem angemessenen Abschluss bringt.

geschrieben am 04.01.10, Andreas Baumann

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP / Vista
Pentium 4 1,4GHz (oder vergleichbar)
512MB RAM (1GB für Vista empfohlen)
128MB DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte
2,5GB Festplattenspeicher
DVD-ROM
DirectX 9.0c kompatible Soundkarte
Offizielle Homepage


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