Reviews: Life is Strange:

Life is Strange: 105 - Polarized


Das Episoden-Drama 'Life is Strange' von Dontnod und Square Enix endet mit der fünften Folge 'Polarized'. Ein letztes Mal sind wir mit Max und Chloe durch die Zeit und Arcadia Bay gereist, um das seltsame Verschwinden einer Teenagerin zu untersuchen. Im Test werfen wir noch einmal einen kleinen Blick zurück auf das gesamte Spiel und verraten Euch, ob die Serie auch über die gesamte Spielzeit zu überzeugen weiß. Die Endwertung bezieht sich auf sämtliche Episoden.

 

Life is Strange

 

 

Was bisher geschah...

Life is Strange

Chloe und Max

'Life is Strange' - Den Titel des Spiels darf Max Caulfield wörtlich nehmen. Die junge Fotostudentin findet sich zu Beginn der Serie unversehens in einem Wirbelsturm wieder, der auf ihren Heimatort Arcadia Bay zusteuert. In einem Traum gelten die Regeln der Physik nicht und so kann Max der tödlichen Gefahr entgehen - Sie spult einfach kurz in der Zeit zurück und rettet sich so vor umstürzenden Bäumen und sogar der Spitze eines Leuchtturms, der auf sie herabzustürzen droht. Einen Augenblick später erwacht sie im Unterricht. Verwirrt vom doch sehr realen Traum entdeckt sie Minuten später, dass sie auch hier die Zeit zurückdrehen und die Geschehnisse verändern kann. Mit ihrer neuen Fähigkeit gestaltet sich vieles deutlich leichter und auch ihre Freunde lässt Max von ihrer Macht profitieren. Allen voran Chloe, Max beste Freundin, die einen Hang zu Schwierigkeiten hat. Zusammen nehmen die jungen Frauen die Ermittlungen im Verschwinden von Rachel Amber auf, die ebenfalls als Studentin in Arcadia Bay unterwegs war.


Die Frage nach Konsequenzen

Life is Strange

Kann Max dem Tornado entkommen?

Schon früh im Spiel bemerken wir die Macht der Entscheidungen, die wir für Max fällen müssen. Einige davon haben einen unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen der nächsten Spielminuten, andere geben uns vorerst nur das Gefühl, etwas Gutes (oder Böses) getan zu haben. Im weiteren Spielverlauf gibt es immer wieder Situationen, in denen andere Charaktere sterben könnten - oder auch nicht, wenn wir alles richtig machen. Wobei es in 'Life is Strange' kein richtig oder falsch gibt. So kann eine ursprünglich gut gemeinte Entscheidung oder Aussage sich im späteren Verlauf als negativ herausstellen. Ein Beispiel ist die Pflanze im Zimmer von Max. Je nach Pflege könnte diese Pflanze zu den Opfern der Entscheidungen zählen - oder in sattem Grün leuchten. Später werden die Entscheidungen immer schwerer und die daraus resultierenden Konsequenzen härter. Viele Ergebnisse zeigen sich auch erst kurz vor dem Ende in der letzten Staffel in den Reaktionen der anderen Charaktere. Hat Max sich das Vertrauen einer Mitschülerin verdient oder nicht? Hat sie eine Romanze? Und kann sie alle retten?

Die Möglichkeit, Entscheidungen zumindest teilweise im Nachhinein noch zu verändern, macht Spaß. Man muss sich aber irgendwann eben doch entscheiden, wie man seine Max leben lässt. Bin ich Everybodys Darling? Versuche ich, einen möglichst zu 100 Prozent guten Charakter zu spielen? Oder bin ich das böse Mädchen? Eine entsprechende Anzeige wie beispielsweise bei 'Mass Effect', die uns Aufschluss über unser Handeln gibt, bietet 'Life is Strange' zwar nicht, dennoch merken wir an den Reaktionen der anderen deutlich, wie Max ankommt. Deutlich spannender als bei anderen Spielen sind aber die Spätfolgen, die Max und damit auch dem Spieler durchaus auch mal den Spiegel vorhalten und uns unsere Handlungen hinterfragen lassen. Doch dann ist es zu spät, die Entscheidungen zurückzunehmen.


Zeitreisen, Rätsel und Fotos

Life is Strange

Deduktion gehört auch zu den Rätseln

Die Rätsel der einzelnen Episoden unterscheiden sich stärker. Hin und wieder müssen wichtige Gegenstände gefunden und im richtigen Moment eingesetzt werden, dann wieder warten Dialogrätsel auf uns oder auch mal Schleichpassagen. Über allem steht der Faktor der Zeit, denn Max setzt zur Lösung oft ihre Spezialfähigkeit ein. Darüber hinaus gibt es auch einige optionale Rätsel und Bonusfotos, die Max in jeder Episode machen kann und uns mit Achievements belohnen. Aber auch sonst gibt es viel zu Entdecken in Arcadia Bay, überall hängen Plakate herum, hin und wieder findet Max auch kleine Informationen über ihre Mitmenschen, die den Charakteren so sehr viel Tiefe verleihen.


Toller Sound, schicke Optik

Life is Strange

Die Grafik weiß zu gefallen

Bis zur letzten Minute hat uns der Soundtrack besonders gefallen. Er hält verschiedene Songs bereit und hat wirklich Ohrwurmcharakter. Auch die Grafik weiß zu gefallen und verleiht dem Spiel einen ganz eigene Stil, der zwar ein wenig an die Episodenspiele von Telltale erinnert, aber deutlich schicker und detaillierter ist. Die runden Animationen und die bis zum Schluss sehr gute Vertonung sorgen ebenfalls dafür, dass wir uns bald in einem interaktiven Film fühlen. Keiner der Sprecher leistet sich Schwächen. Etwas schade ist hingegen, dass die Lippensynchronisation nicht so ganz gut funktioniert, das ist aber Jammern auf sehr hohem Niveau. Übrigens verändert sich auch die Grafik über die Spielzeit, sie wird passend zur Geschichte düsterer. Leider gibt es nach wie vor keine deutsche Sprachausgabe und auch keine offiziellen deutschen Texte. Allerdings haben sich bereits einige Fans an eine eigene Übersetzung gemacht, die Ihr in den Steam-Foren zum Spiel finden könnt. Ob und wann eine offizielle deutsche Version auf den Markt kommt, steht nach wie vor leider noch nicht fest.

Die Steuerung ist für Controller optimiert. Mit Tastatur und Maus geht das Spielen aber auch flüssig von der Hand, jedoch gestaltet sich die Steuerung mit der Maus umständlicher. Hier muss z.B. in Gesprächen der Cursor bei gedrückter Maustaste in eine Richtung gezogen werden, beim Controller genügt ein entsprechender Tastendruck.

 

Hier findet Ihr den Test zur ersten Episode

Hier findet Ihr den Test zur zweiten Episode

Hier findet Ihr den Test zur dritten Episode

Hier findet Ihr den Test zur vierten Episode


Galerien

Fazit:

Wertung: 89%

So sehr wie 'Life is Strange' hat mich in den letzten Jahren kein Spiel berühren und fesseln können. Ich litt mit den Charakteren oder freute mich mit ihnen, weil ich Max und mich auf dem richtigen Weg wähnte - Nur um dann wenig später festzustellen, dass doch nicht alles so perfekt ist, wie ich es zuvor erhofft hatte. Schon alleine dafür gebührt den Entwicklern ein großes Lob. Und dann kommt das Finale, das uns vor die wohl schwerste Entscheidung stellt. Je nachdem, wie wir zuvor gespielt haben und wie wir unsere Max sehen, finden wir "unser" Ende der Geschichte. Die letzte Folge sorgt je nach Spielweise auch für recht unterschiedliche Erfahrungen, man sollte das Spiel also durchaus mehrmals durchspielen. Andere Episoden-Spiele und "moderne Adventures" dürfen sich gern ein Beispiel an 'Life is Strange' nehmen.

Fazit von Matthias Glanznig: 'Life is Strange' erzählt jene Art von Mystery-Geschichte, die man als Autor schwer in rundum überzeugender Manier auflösen kann. Das Zeitreise-Thema wurde schon derart oft aufgegriffen, weshalb Überraschungen besonders schwierig sind. Für gewöhnlich ist es DONTNOD Entertainment in den vergangenen vier Episoden aber gelungen, sich erfolgreich von banalen Lösungen fernzuhalten und das Abenteuer sehr interessant und spannend zu gestalten. Max ist mir zudem ans Herz gewachsen, ebenso wie ihr gesamtes Umfeld. Unterhaltsam ist auch die fünfte und letzte Episode, wenngleich der Spannungsbogen diesmal doch ein wenig antiklimatisch geraten ist. Das mag auch daran liegen, dass das Finale mit vielen Zeitebenen jongliert. Als komplettes Spiel betrachtet, ist 'Life is Strange' aber eines der wenigen Highlights eines bislang eher durchwachsenen Adventure-Jahres und sehr zu empfehlen.

geschrieben am 26.10.15, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Windows / PS 3 / PS 4 / XBox 360 / Xbox One Prozessor: Dual Core 2.0GHz 2 GB RAM ATI oder NVidia Grafikkarte mit 512 MB RAM DirectX Version 9.0 3 GB freier Festplattenplatz Bei Gamesrocket kaufen (Episode 2-5)
Soundtrack bei Spotify
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Dieses Review gehört zu  Life is Strange.




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