Specials: Fanadventures:

Moon Mistake

Das zweite Fanadventure, das hier vorgestellt wird, trägt den Namen 'Moon Mistake'. Es wird in Eigenregie von Georg Babing entwickelt, der auch für das Flashadventure 'Zurbuk's Curse' verantwortlich ist. Wir haben ihm ein paar Fragen über sein kommendes Science-Fiction-Adventure gestellt.

AC: Um was geht es in 'Moon Mistake'?

Georg Babing: Die Hintergrundgeschichte von 'Moon Mistake' nimmt ihren Anfang im Jahre 2005. In diesem Jahr startet der junge, aufstrebende Forscher Bix Balloon eine Experimentierfahrt auf den Mond; er fliegt dort völlig alleine hin, um für ein Jahr lang die Lebensbedingungen für einen einzelnen Menschen in dieser fremden Umgebung zu testen. Im Intro des Spiels gibt es an dieser Stelle einen Zeitsprung von einem Jahr: Man sieht die Rakete von Bix Balloon zurück zur Erde fliegen, doch noch bevor sie zur Landung ansetzen kann, wird sie von etwas Unbekanntem getroffen und stürzt ab. Einige Zeit später erwacht Bix Balloon auf dem Landsitz eines Fremden, wo er von dem Absturz erfährt; doch ihn beunruhigt noch etwas anderes: Sein Gedächtnis scheint beschädigt! Er kann sich zwar noch daran erinnern, auf den Mond geflogen zu sein, doch von dem Jahr, was er doch verbrachte, fehlt in seiner Erinnerung scheinbar jede Spur. Und als er zur nächstgelegenen Stadt gebracht wird, gerät seine Welt völlig aus den Fugen: Alles scheint einen unvorstellbaren Zeitsprung gemacht zu haben – er fühlt sich wie in einem Science Fiction Film. Hochmoderne Gebäude, Autos, Pflanzen usw., wo hin er auch sieht. Als er mühsam versucht, in der Neuen Welt Fuß zu fassen und verzweifelt einen Weg finden will, der ihm enthüllt, wie und ob all diese Ereignisse in Zusammenhang stehen könnten, muss er feststellen, dass ihm die Polizei in Form von mächtigen Robotern verfolgt…
Mehr sei zur Story erst einmal nicht verraten (weiter unten findet man vielleicht noch kleinere Infos); allerdings ist die Geschichte, wie man ihr beim Spielen hoffentlich auch anmerkt, wesentlich komplexer und spannender als das noch in 'Zurbuk’s Curse' der Fall war, wo eine ziemliche Alibi-Hintergrundstory als Hülle für meine ersten Adventure-Gehversuche diente. Es gibt einige spannende Höhepunkte, die in Form von Zwischensequenzen präsentiert werden, überraschende Wendung und ein ziemlich abgefahrenes Ende – aber dazu verrate ich natürlich nichts, das sollt ihr selber herausfinden

Beinhaltet das Adventure eine tiefgründige Botschaft an den Spieler?

Vorweg muss ich sagen, dass ich mir einige Freiheiten in der Gestaltung der Welt nehme, auch wenn sich diese aufgrund des offensichtlichen Zeitsprungs enorm verändert hat. Es gibt einige kleine Anspielungen auf unsere Zeit, sowohl auf Medien als auch Politik. Allerdings will ich mit 'Moon Mistake' keinen moralischen Zeigefinger heben oder gar flache, wenn auch möglicherweise (*hust*) wahre Sprüche wie „Bush ist ein dummer Präsident“ einbringen; hauptsächlich soll es um gute Unterhaltung des Spielers gehen. Wie gesagt sind Anspielungen drin, doch darauf stützt sich der Humor nicht. Ich beabsichtige auch nicht gerade, eine Botschaft für alle Spieler einzubauen. Sicher, wer sucht, der findet auch Dinge, die einen zum Nachdenken anregen mögen (na gut, ich hoffe doch mal dass es Dinge zum Nachdenken gibt ;) ); doch letztlich ist das nicht meine primäre Absicht. Ich bin nicht unzufrieden, wenn etwas Derartiges dabei herauskommt, doch mein eigentliches Ziel ist es, eine spannende, fantasievolle Geschichte zu erzählen.

Steht das Spiel in irgendeinem Zusammenhang mit 'Zurbuk’s Curse'? Was planst du anders / neu zu machen?

Zur ersten Frage: Inhaltlich gibt es absolut gar keinen Zusammenhang zu 'Zurbuk’s Curse'. Das liegt schon daran, dass ich nach der Fantasy-Welt von ZC schlichtweg von Fantasy die Nase erstmal gestrichen voll hatte (so wird es mir wohl auch mit dem SciFi-Szenario gehen, wenn 'Moon Mistake' fertig ist…); zum anderen hatte ich auf etwas völlig Neues Lust, da das Szenario durchaus sehr reizvoll ist. Ich bin mir dagegen sehr sicher, dass man an vielen Ecken und Enden meine Handschrift erkennen wird – schon der Grafikstil dürfte da vielen bekannt vorkommen (Stichwort: Knubbelnasen), auch der Humor hat einen ähnlichen Stil. Doch ich versuche (gerade im Bezug auf Grafik), sorgfältigere und augenfreundlichere Qualität zu bieten als das bei 'Zurbuk’s Curse' der Fall war. Natürlich sind meine Fähigkeiten sehr beschränkt, daraus mache ich keinen Hehl: Mir ist klar, dass die Grafik von 'Moon Mistake' in keiner Weise mit Großprojekten wie den „Zak2“-, „Patrimonium“- oder „Timanfaya“-Fanadventures mithalten kann; aber es ist zumindest nicht allzu augenfeindlich, und die Spieler werden hoffentlich nicht zu hart damit ins Gericht gehen – schließlich ist es ein Freeware-Projekt. Doch noch einmal zu den Änderungen gegenüber 'Zurbuk’s Curse':

Bessere Grafik
Längere Spieldauer
Ausgefeiltere Story
Mehr Rätsel
Einige neue Komfortfunktionen (u.a. in Bezug auf Steuerungen)

Wie viele Orte werden in etwa zu besuchen sein, wie viele Charaktere (auch alte, bekannte?) wird es geben?

Orte insgesamt? Hm, knapp 20 Generelle „Unter-Szenarien“, die sich jeweils aber noch in mehrere Hintergründe unterteilen. Charaktere, mit denen man reden kann, gibt es nicht allzu viele, schließlich muss Bix Balloon ja auf der Hut sein, nicht erwischt zu werden. Deshalb gibt es in etwa ein knappes Dutzend Multiple-Choice-Partner, darauf liegt auch nicht der Schwerpunkt von 'Moon Mistake'. Die Story ergibt sich vor allem in den zahlreichen Zwischensequenzen, die auch gleichzeitig (so hoffe ich) eine Art Belohnung für den Spieler sind und ziemlich aufwendig gestaltet werden. Bekannte Figuren oder Schauplätze tauchen prinzipiell natürlich nicht auf, da 'Moon Mistake' nichts mit 'Zurbuk’s Curse' zu tun hat – in Form kleiner Eastereggs stoßen findige Spieler aber natürlich auch auf Zurbuk und Co.

Stellst du darin neue, physikalische Theorien auf? Bei einem Flug mit schneller Geschwindigkeit wird die Zeit tatsächlich relativistisch verzerrt so dass der Astronaut langsamer altert.

Auch wenn ich prinzipiell mit dieser Theorie etwas anfangen kann, muss ich zugeben, nicht ernsthaft zu verstehen, wie die Abläufe dabei genau geschehen. Ich darf hier nicht viel verraten, da es einer der Schlüsselpunkte der Story ist, nur soviel: Mit dieser Theorie haben die Geschehnisse in 'Moon Mistake' nichts zu tun. In gewisser Weise stelle ich tatsächlich eine neue Theorie auf, doch diese ist in der Tat eine fantastische, soll heißen: Sie ist meinem Kopf entsprungen. Nichtsdestotrotz wird es wohl auch Nicht-Physikern so einfacher, der Sache zu folgen, ohne nur Bahnhof zu verstehen. Doch lasst euch überraschen, was ich mir ausgedacht habe. Ich bin selbst gespannt, ob diese Idee Anklang finden wird. Zumindest ist es wohl eine recht interessante Geschichte, und letztlich geht der Spielspaß bei mir auch klar vor Realismus. Das soll aber nicht heißen, dass 'Moon Mistake' eine bunte Fantasiewelt ist, wo Schweine auf Menschen reiten und Politiker aus idealistischen Motiven an die Macht kommen – ein bisschen Wahrheit und „Echtheit“ steckt natürlich drin. Auch bei den immer wieder zu findenden technischen Neuerungen, die der Zeitsprung mit sich brachte, versuche ich, nicht zu abgedreht zu denken, sondern halbwegs plausible und nicht zu unwahrscheinliche Dinge einzubauen.

Wie sieht die Zeiteinteilung aus? Für was benötigst du am längsten, was geht schnell von der Hand?

Am Alleraufwendigsten ist die grafische Gestaltung. Jemand, der das noch nie gemacht hat, stellt es sich vielleicht einfach vor (so wie ich anfangs auch), aber es ist wirklich ein unglaublich großer Aufwand, einigermaßen augenfreundliche Grafiken in einem einheitlichen Stil hinzukriegen, die zudem noch zum Spiel passen. Das ist eine sehr große Herausforderung. Auch die Zwischensequenzen verschlingen viel Zeit, da ich hier auch teilweise versuche, mehr auf filmische Elemente wie Kamerawechsel und schnelle Schnitte sowie Effekte zu setzen – all das braucht Zeit. Und so bescheiden die Grafik von 'Moon Mistake' ist, so viel Arbeit steckt dennoch darin. Das lässt einen wieder in Ehrfurcht vor „richtigen“ Projekten erstarren. Die Programmierung beschränkt sich inzwischen, da ich quasi eine kleine Engine habe, glücklicherweise auf einfache Abruffunktionen etc.

Wie schätzt Du die gesamte Spieldauer ein?

Die gesamte Spieldauer ist, wie bei einem Adventure so üblich, schwierig einzuschätzen. Genauere Informationen werde ich da wohl nach den ersten Testläufen mit Betatestern geben können; die angepeilte Spielzeit liegt bei ca. 10 Stunden. Wie gesagt ist dies nur ein grober Richtwert, sicher ist jedoch auf jeden Fall, dass 'Moon Mistake' ein gutes Stück länger als 'Zurbuk’s Curse' wird.

Mit welchem Programm wird das Spiel entwickelt, und warum?

Genau wie 'Zurbuk’s Curse' wird 'Moon Mistake' von mir komplett in Macromedia Flash entwickelt, sowohl die Grafiken (die alle handgezeichnet sind) als auch die Programmierung, die ich mit der Flash-internen Programmiersprache Action Script realisiere. Flash bietet mir dabei eine tatsächlich sehr gute Plattform für ein Adventure, da es sowohl sehr viel Wert auf Objektorientiertes Programmieren als auch auf generelle grafische Gestaltung legt. Außerdem ist Flash ganz einfach das Programm (so sehr es auch von „echten“ Programmierern geächtet sein mag) in dem ich mich am Wohlsten fühle, obwohl ich auch über einigermaßen gute Pascal-Kenntnisse verfüge und eigentlich längst richtig mit C++ angefangen haben wollte.

Welche Entwicklungstools werden sonst noch verwendet?

Das einzige „Tool“, was ich sonst noch benutze, ist eigentlich mein Keyboard, mit dem ich wieder wie bei 'Zurbuk’s Curse' die Musik einspiele, was ich dieses Mal auf wieder ganz am Ende der Produktion richtig angehen werde, obwohl schon ein paar Stücke fertig sind. Zuviel Musik kann ich allerdings wohl auch nicht einbauen, da das Spiel sonst sehr groß wird.

Wie viele Personen arbeiten aktiv an dem Spiel mit; wie wird die Arbeit organisiert?

Da ich das Spiel nach wie vor in Eigenregie erstelle, lautet die Antwort auf die erste Frage „eine“. Wie schon zuvor gesagt, macht das Projekt deshalb natürlich einen sehr großen Aufwand, im Organisatorischen dagegen lässt es sich natürlich einfacher leben, da ich eben dann weitermache, wenn ich gerade Zeit und Elan habe. Bei meinem nächsten Projekt, das ich aber – so denke ich jetzt zumindest – erst nach einer gemütlichen Pause nach 'Moon Mistake' in Angriff nehmen werde, wird es wohl keine One-Man-Show, sondern ein Teamprojekt werden. Entweder mit einem neu gegründeten Team oder mit einem bestehenden.

Wie weit ist das Spiel bereits entwickelt?

Schwer in Worte zu fassen – es geht voran, sage ich mal. Das Spiel ist in einem fortgeschrittenen Stadium und schon ziemlich weit entwickelt, aber es wartet auch noch ein ganzer Berg Arbeit auf mich. Trotzdem versuche ich, an dem angepeilten Termin Ende August festzuhalten; wenn ich aber merke, dass ich es schlichtweg nicht schaffe (wegen zu wenig Zeit, falsch eingeschätztem Aufwand o. Ä.) dann bitte ich um Nachsicht – wer 'Zurbuk’s Curse kennt', und vielleicht sogar die letzten Entwicklungsstunden in gewisser Weise live übers Internet miterlebt hat (schöne Grüße an Nuke und Don ;) ), der weiß, dass das Ende von ZC schließlich unter enormem Zeitdruck entstand und dementsprechend auch nicht so ganz das war, was ich erreichen wollte. So etwas will ich dieses Mal nach Möglichkeit verhindern, schließlich arbeite ich jetzt schon so lange an 'Moon Mistake', dass es dann auch eine runde Sache werden soll; es würde mich schon ärgern, nach all dem Aufwand ein unfertig wirkendes Spiel zu veröffentlichen. Deshalb gilt: Allerspätestens Ende des Jahres ist 'Moon Mistake' AUF JEDEN FALL fertig. Es kommt mit extrem großer Wahrscheinlichkeit früher, aber man weiß ja nie. Ich sag das nur als Absicherung, falls mich hier gewisse Leute auf den August festnageln wollen ? Ich gebe mir ja auch viel Mühe, und es ist einfach ein extremer Aufwand für eine Person – jeder, der selbst in Eigenregie oder in einem kleinen Team ein Fanadventure macht, weiß das und ich hoffe, dass auch die anderen dafür Verständnis haben. Immerhin ist zurzeit ja nicht gerade eine Flaute auf dem Markt, insofern gedulden sich brave Spieler vielleicht auch ein bisschen bereitwilliger länger.

Gibt es eine spielbare Demoversion?

Die spielbare Demoversion von 'Moon Mistake' kann bereits auf der offiziellen Website heruntergeladen werden; sie lässt den Spieler den „echten“ Anfang des Spiels miterleben und setzt da ein, wo auch in der Vollversion nach dem Intro eingesetzt wird. Darüberhinaus gibt es noch das (unvollständige) Intro des Spiels zum Download, sowie ein Musikstück als MP3, ein Wallpaper und, als kleines Extra, ein Mini-Onlinespiel namens "Moon Mistake – Hypercars". Dabei handelt es sich um einen Pausenfüller im typischen Flash-Arcade-Design.

Vielen Dank für das Interview!

Update: Das Projekt existiert nicht mehr.


geschrieben am 09.06.2004, Jonas Jelli




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