Previews: The Whispered World:

The Whispered World - Hands On


Kurz vor der Veröffentlichung hat uns Daedalic Entertainment nach Hamburg eingeladen, um einen letzten Blick auf das ambitionierte Projekt 'The Whispered World' zu werfen. Im Vergleich zu der Version, die wir vor rund einem Jahr antesten durften, hat sich sehr viel getan, das Spiel bekommt dieser Tage nur noch seinen letzten Feinschliff, damit dann zum Release am 28. August auch alles passt. In unserem „Hands-On“ verraten wir Euch, wie sich das Spiel in den letzten Monaten entwickelt hat.


Traurig schöne, klassische Welt

The Whispered World sieht auch in Bewegung hervorragend aus.

Wenn man 'The Whispered World' spielt, fällt zuerst die wunderschöne Grafik auf, die direkt aus einem Zeichentrickfilm stammen könnte. Jedoch nicht aus einen der aktuell modernen computeranimierten Zeichentrickfilme wie 'Ice Age' oder 'Shrek'. Das Spiel wirkt eher wie ein klassischer, Zeichentrick im Stile von 'Das wandelnde Schloss'. Demzufolge ist auch die Entwicklung der Grafiken ähnlich gelaufen, wie bei einem Zeichentrickfilm. Die Zwischensequenzen wurden beispielsweise von Hand gezeichnet und stehen einem Kinofilm in Nichts nach. Über die wunderschönen Screens staunten wir schon vor einem Jahr in unserer ersten Vorschau, damals fehlten allerdings noch fast alle Hintergrundanimationen. In der uns vorgeführten Version waren auch die fertig eingebaut. Die Überraschung: Sie fügen sich hervorragend in die gezeichneten Hintergründe ein, alles wirkt wie aus einem Guss. Auch Interaktive Gegenstände wirken nicht „aufgeklebt“, ein Zeichen dafür, wie sehr man bei Daedalic auf die optische Qualität des Titels geachtet hat. Einzig die zahlreichen Figurenanimationen wirken etwas abgehakt, ein paar Zwischenbilder mehr könnten Sadwick und Co noch gebrauchen. Dafür gibt es aber für wirklich jede Aktion, die wir den traurigen Clown oder seinen Begleiter Spot ausführen lassen, eine eigene Animation.
Traurig ist auch die Stimme von Clown Sadwick. Nicht nur deshalb sorgten vor einigen Wochen veröffentlichte Dialoge für jede Menge Diskussionsstoff. Viele Spieler drohten mit dem kompletten Abschalten der Dialoge oder gar einem Kaufboykott, sollte die Stimme von Sadwick nicht noch geändert werden. Nachdem wir Sadwick nun in Aktion (und mit der Stimme) erleben durften, müssen wir feststellen: So schlecht ist die Stimme nicht. Im Gegensatz, sie passt sogar recht gut zu dem kleinen Clown. Das mag jetzt sicherlich überraschen, aber gerade die immer mitschwingende Traurigkeit passt hervorragend zu Sadwick und seiner Stimmung. Das versteht man vor allem dann, wenn man sich in seine Situation versetzt. Nicht nur, dass Sadwick erfolglos versucht, als Clown im Familienzirkus Anerkennung zu finden (auch wenn er viel lieber etwas anderes sein möchte). Er wird zusätzlich immer wieder von Albträumen geplagt, in denen er ganz allein für das Ende der Welt verantwortlich ist. Als ihm dann noch bestätigt wird, dass es sich bei dem Traum tatsächlich um eine Vision der Zukunft handelt, sorgt das bei ihm verständlicherweise nicht unbedingt für Heiterkeit. Doch keine Angst, das Spiel wird alles andere als traurig. Zwar schwebt immer etwas Bedrückend-bedrohliches über der Welt. Sadwick findet aber einen ganz eigenen Weg, damit zu Recht zu kommen und sorgt mit seinem Galgenhumor immer wieder für Lacher. Daedalic scheint aber genau die richtige Prise Humor für die schmale Gratwanderung gefunden zu haben, denn das Spiel driftet nie zu sehr in den humoristischen Bereich ab und bleibt somit Authentisch.


Long Way

Sadwick hat für jede Bewegung Animationen spendiert bekommen. Das hat zwar Zeit gekostet, lohnt sich aber.

'The Whispered World' hat einen sehr langen und steinigen Weg hinter sich. Angefangen als Diplom-Arbeit im Bereich Grafik von Grafikmeister Marco Hüllen, landete es als Rohfassung bei Bad Brain. Der Publisher hatte große Pläne mit dem Projekt, überarbeitete die Story und kürzte das Spiel drastisch, so dass es nicht viel mehr als 16 Kulissen gegeben hätte. Nachdem Bad Brain schließen musste, ohne jemals überhaupt irgendetwas veröffentlicht zu haben, wurde es lange still um das Spiel, ehe dann der Schöpfer seinen Weg zu Daedalic fand. Dort war man sich schnell einig, dass man die ganze Geschichte von 'The Whispered World' erzählen möchte. Doch damit war der lange und beschwerliche Weg noch nicht vorbei, denn im Laufe der Entwicklung wechselte Daedalic noch zweimal die Engine. Einer Eigenentwicklung folgte die 'Wintermute'-Engine, in der unter anderem 'Sunrise – The Game' oder 'Die Kunst des Mordens' gescriptet wurden. Das fertige Spiel nutzt nun eine erweiterte 'Visionaire'-Engine (u.a. 'Zak McKracken between time & space'), die eigens für 'The Whispered World' angepasst wurde.


Das Geheimnis um die Special Edition

Sadwick und Spot freuen sich: Die Spielpackung ist gut gefüllt.

Für Sammler ist der Griff zur oftmals limitierten Special Edition eines Spiels meist schon Routine. Gibt es doch für einige Euro mehr spezielle Gimmicks, auf die Kunde Normalkäufer gern verzichtet. Der Sammler hingegen freut sich über Soundtrack, Artbook oder Poster. Vergessen die Zeit, als so etwas noch zum Standardzubehör eines Spieles gehörte. Anfang bis Mitte der 90er Jahre lagen den meisten Spielen in der Normalfassung schon mehr Gimmicks bei, als heutigen Special Editions.
Da es heute bei solch ambitionierten Titeln wie 'The Whispered World' schon fast zum guten Ton gehört, eine Special Edition auf den Markt zu bringen, verwundert es zuerst, dass sich Daedalic ganz deutlich gegen eine teurere Sonderausgabe des Spiels entschieden hat. Der Grund dafür ist ganz Einfach: Das Spiel selbst ist zumindest von der Ausstattung her schon eine Special Edition. In der Schachtel findet sich nicht nur der auffällige Kopierschutz, bestehend aus drei Runenwürfeln, mit denen zu Beginn des Spiels eine bestimmte Kombination eingestellt werden muss, sondern auch ein Brettspiel mit dem Namen 'Droggel' (Edna lässt grüßen!), das mithilfe dieser Würfel gespielt werden kann. Mitgeliefert werden außerdem ein Poster, ein Handbuch/Artbook, der Soundtrack im MP3-Format sowie ein 22-minütiges Making Of-Video - Wir sind gespannt, wie groß der Karton, der ebenfalls aufwendig gestaltet sein soll, schließlich sein wird.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Vor rund einem Jahr warfen wir den ersten Blick auf 'The Whispered World' und bescheinigtem dem Spiel einen hervorragenden Ersteindruck, aber auch noch einen langen Weg. Jetzt, kurz vor dem Ziel, merkt man dem Spiel die Fortschritte deutlich an. Sprache und Soundtrack sind vorhanden, die Animationen zahlreicher und flüssiger. Wir fühlen uns in unserem Eindruck bestätigt und bleiben dabei: 'The Whispered World' könnte eines der besten Adventures des Jahres werden.

geschrieben am 26.06.09, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Windows® XP/VISTA 32-bit
Prozessor mit 2 GHz
1 GB Arbeitsspeicher
DirectX® 9.0c-kompatible Grafikkarte mit 256 MB RAM
DirectX® 9.0c-kompatible Soundkarte
DVD-ROM-Laufwerk
3 GB freier Festplattenspeicher
Maus
Offizielle Homepage


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