Silence - Review

Fast drei Jahre sind seit der Ankündigung von 'Silence' ins Land gegangen, während der der Nachfolger zu 'The Whispered World' gleich mehrfach verschoben wurde. Doch nun ist es endlich so weit und es gibt ein Wiedersehen mit Sadwick, Spot, Ralv, Yngo und den anderen Liebgewonnenen Figuren. Ob sich das Warten gelohnt hat?

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Fazit

Wertungs-Lupe 87%

'Silence' hat mich toll unterhalten. Die Geschichte und Grafik würden einem Film von Disney gut zu Gesicht stehen und gerade bei der Grafik merkt man deutlich, warum die Entwicklung so lange gedauert hat. Das Spiel ist perfekt auf Hochglanz poliert. Aber wie steht es um die inneren Werte? Adventure-Kenner werden sich nicht lange mit den Rätseln aufhalten, von denen einige sogar überspringbar sind. In diesem Bereich richtet sich 'Silence' ganz klar an Spieler, die noch nicht viel Erfahrung mit klassischen Adventures gesammelt haben. Auch Freunde von umfangreichen Dialogbäumen sind bei 'Silence' falsch. Daedalic geht mit 'Silence' den Weg, den DontNod mit 'Life is Strange' oder auch Telltale eingeschlagen haben, verzichtet dabei aber nicht ganz auf Rätsel. Das ist für Adventures aus dem Hause Daedalic sicherlich ungewohnt, macht 'Silence' aber dennoch nicht zu einem schlechten Spiel.

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43 Kommentare

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FustelPustel (Gast) 25.11.16 13:14 Uhr #1
Ist eine 87 nicht doch etwas zu hoch gegriffen anhand der Kürze, weniger Rätsel und nur für die gute Präsentation und Grafik? Erinnere mich mal gelesen zu haben, dass im Vorfeld für 2/4 Kapiteln von 4 Std. Spielzeit die Rede war. Nun nach den Rezensionen zu urteilen soll das wohl die Gesamtspielzeit sein. Ich werde es mir wohl - wenn überhaupt - ansehen, wenns 10-15€ kostet.

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Mikej 25.11.16 13:38 Uhr #2
Ein Spiel kann toll sein, obwohl es kurz ist. Ob es nun mehr oder weniger Rätsel hat, halte ich auch nicht für zentral, solange das Gameplay unterhaltsam bleibt.

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FustelPustel (Gast) 25.11.16 13:43 Uhr #3
Das stimmt schon. Dann ist wohl der ausschlaggebende Grund der, dass die neue Art des Adventures ausgerechnet die Fortsetzung eines Titels ist, den viele hervorragend fanden und zu dem das überhaupt nicht passt. Besser sie hätten für solch ein Experiment einen anderen unverbrauchten Titel gewählt. Schade drum.

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peterunlustig (Gast) 25.11.16 14:03 Uhr #4
Silence ist ein Spiel für Kleinkinder geworden, ohne jeglichen Anspruch. Hier dürfte es nicht "Freigegeben ab 12 Jahren" heißen, sondern bis 12 Jahren. Ist nicht mehr als ein interaktiver Zeichentrickfilm.

Das Schlimmste für mich ist vor allem das fehlende Inventar, dadurch sind die "Rätsel" (man darf sie eigentlich gar nicht als Rätsel bezeichnen) immer nur im aktuellen Bildschirm zu lösen, nichts mit anspruchsvollem Kombinieren von vielen gesammelten Gegenständen in der gesamten Spielwelt.

Ich möchte Adventures hauptsächlich spielen, um meinen Grips anzustrengen und notfalls auch mal ne Stunde an einer Stelle hängen bleiben, bis ich die Lösung gefunden habe. Silence ist wie ein Kreuzworträtsel mit vorausgefüllten Feldern. Daher für mich die größte "Adventure-Gurke" und Enttäuschung der letzten Jahre.

Es ist eh ein schlimmer Trend, immer mehr Spiele, die mit klassischen Adventures nichts mehr zu haben und nur noch der hirnlosen Unterhaltung dienen. Dafür sollte eine neue Genre-Bezeichnung eingeführt werden, "Interactive Moviegame" oder so ähnlich, denn Adventures sind derartige Spiele in meinen Augen nicht.

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sinnFeiN 25.11.16 14:32 Uhr #5
Sind nicht die Geschichten trotzdem tiefgründig? Nur weil Gameplay und Grafik angepasst und modernisiert wird, heißt es doch nicht, dass es schlecht ist und kein Adventure ist.
Ganz klar wurde das Spiel in Stromlinie gebracht, trotzdem gibt es, wie im Test auch herausgearbeitet, schon noch mehr Interaktion als in Telltale-Spielen. Selbst diese sind aber doch etwas von interaktiven Filmen, wie 'Late Shift' (http://www.adventurecorner.de/reviews/620/late-shift), entfernt.

Ich weiß derzeit nicht so ganz, ob Charles Cecil dabei recht hat, wenn er betont, dass die Adventure-Community so troll ist, weil sie so offen gegenüber Innovationen sind. Das scheint mir oft nicht so. Gleichzeitig kommen ganz traditionelle Herangehensweisen, wie 'Thimbleweed Park', auch nicht so gut an :).

Prinzipiell ist eine Wertung immer etwas subjektives, schon gar eine Zahl. Die Kritikpunkte wurden ja dargestellt. Spaß macht es, es hat nur wenig mit den P&C Adventures der vergangenen Jahre zu tun, sondern versucht mal einen anderen Weg, der mehr Spielern liegen könnte.

Selbst wikipedia hebt den Fokus auf Geschichte der Adventure-Spiele hervor und sieht es nah zu anderen narrativen Medien, wie Film und Buch: https://en.wikipedia.org/wiki/Adventure_game.

Wie gesagt, die Definition, was ein Adventure ist und wo dieser Begriff aufhört, ist in der Spielerlandschaft regional vollkommen verschieden. In der Industrie fragen sich deswegen durchaus auch Genre-Größen, ob man nicht das breitere Publikum der Spieler, die eine Geschichte erleben wollen, ansprechen will.

Das Rätseln machen Spiele wie 'The Witness' nämlich fast durch die Bank besser. Da fehlte mir nur die Motivation dank nahezu fehlender Geschichte, die mir in jedem Spiel, egal welches Genre, wichtig ist.

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Mikej 25.11.16 15:51 Uhr #6
Im Endeffekt vereint das traditionelle Adventure-Genre zwei unterschiedliche Zielgruppen: die Story-Fans und die Rätsel-Fans. Daraus folgt in den letzten Jahren eine gewisse Uneinigkeit bei den Spielern, mit anderen Erwartungshaltungen. Insofern sind negative Reaktionen auf einen Schwenk in eine Richtung (hin zu Story) letztlich logisch.

Es soll auch nicht wenige Fans des klassischen Genres geben, für die Story bei Adventures gar nicht wichtig ist und für die es vorrangig um Rätsel geht.

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Stigga (Gast) 25.11.16 17:13 Uhr #7
Für mich persönlich geht es in einem Adventure eben um die gute Mischung aus beidem, mal mehr zu Lasten der Story oder der Rätsel. Aber eines davon ganz zu vernachlässigen geht nach hinten los. Viele werden wsl auch der Meinung sein, dass ein Adventure ohne eine Geschichte mehr nur Denkspiel wäre.

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peterunlustig (Gast) 25.11.16 21:36 Uhr #8
Ich bin halt mit den Klassikern von Lucas Arts und Sierra, angefangen bei Loom, Zak McKracken, Day of the Tentacle, Indy, Monkey Island, Legend of Kyrandia, Gabriel Knight, Beneath a Steel Sky, Space und Kings Quest usw., die teilweise sogar noch reine Text-Adventures waren, aufgewachsen und da kann mir keiner erzählen, dass sich eine gute Story und anspruchsvolle Rätsel nicht vereinbaren lassen.. Da stimmte nunmal alles. Wie oft hab ich damals mit meinem besten Schul-Kumpel nen kompletten Abend an einem einzigen Rätsel gehangen, in das "gedruckte" Lösungsheft zu gucken war ja strengstens verboten. Das Weiterkommen wurde dann aber auch wie eine kleine Party gefeiert. Nostalgie pur aus heutiger Sicht, als der Kopierschutz noch aus Papp-Drehrädern bestand.. ;)

Heutzutage wird sich meistens nur noch auf eine Sache als Highlight konzentriert, aber nicht mehr auf das Gesamtwerk. Man sollte sich auch durch vermeintliche Neuerungen oder Modernisierungen im Gameplay oder bei der Grafik nicht über die Schwächen hinwegtäuschen lassen, die für mich meistens nur eine Einsparung an irgend einer anderen Stelle bedeuten..

Vielleicht bin ich ja generationsbedingt auch schon "outdated", würde mir aber dennoch nochmal etwas komplett Rundes wünschen.

Möchte die neueren Spiele aber auch nicht grundlegend verteufeln. Life ist strange und weitestgehend die Walking Dead Reihe fand ich zB auch super und 1000x besser als Silence. Es sind trotzdem keine Adventures mehr, wie ich sie verstehe..

Genauso finde ich, dass Silence rein gar nichts mehr mit dem ersten Teil von The Whispered World zu tun hat. Der war dagegen noch ein richtiges Adventure. Silence ist nur noch ein grafischer, schnell zu konsumierender Blender ohne die nötige Tiefe und Anspruch mit einem Gameplay für Kinder im Einschulungsalter..

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sinnFeiN 26.11.16 00:06 Uhr #9
Mit den Klassikern sind die meisten von uns aufgewachsen und lieben sie :). Objektiv gesehen ist das heutzutage aber auch schwer vergleichbar. Ein Monkey Island ist in 2-3 Stunden durchgespielt :/. Vergleicht man das mit heutiger Konkurrenz, dürfte man das Spiel kaum mehr über 9,99€ verkaufen :/. Sieht man, dass Spiele allgemein aufwändiger sind, kann ich den Fokus durchaus verstehen. Alles andere wird auch schwer leistbar werden - geschweige denn nur halbwegs ordentliche Verkaufszahlen bringen.

Wie man auch in anderen Genres merkt, ist Gaming am Mainstream angelangt. Während man in den 80ern und 90ern (und frühen 2000ern) noch eher der seltenere Nerd war, ist es jetzt völlig normal twitch.tv zu schauen und zu zocken. Spätestens das Handy hat das geschafft. Dadurch strömen auch viele Spieler auf den Markt, die komplexere Spiele nicht kaufen werden. Trotzdem liegt im Mainstream das Geld. Pass ich mich ein wenig in die Richtung an, überlebe ich, sofern die Werbung zieht.

Bei den heutigen Entwicklungskosten von größeren Spielen ist das absolut verständlich. Sieht man dann noch die Werbebudgets, die bei einigen noch einmal gleich viel ausmachen, dann wundert es wirklich nicht.

Ähnlich den Spielern im MMO-Genre, glaub ich fast, dass die Adventure-Veteranen nicht sonderlich fair gegenüber den Entwicklern sind. Man will Spiele wie damals, nur größer, billiger und wenn es geht auch noch mit Sprachausgabe, die es früher sowieso nicht gab. Wehe, nur ein Feature des Lieblings-Spiels fehlt - dann ist das Spiel zum Scheitern verdammt und ohnehin Müll für die "Casuals".

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Joey 26.11.16 00:52 Uhr #10
sinnFeiN hat geschrieben:Ich weiß derzeit nicht so ganz, ob Charles Cecil dabei recht hat, wenn er betont, dass die Adventure-Community so troll ist, weil sie so offen gegenüber Innovationen sind. Das scheint mir oft nicht so. Gleichzeitig kommen ganz traditionelle Herangehensweisen, wie 'Thimbleweed Park', auch nicht so gut an :).
Silence habe ich nicht gespielt, deshalb kann ich dazu nicht viel bzw. gar nichts sagen.
Aber wenn ich diese Aussage im Zitat mal ganz allgemein nehme...
Was würden wohl... nehmen wir mal Liebhaber von Shootern machen, wenn der neue Shooter eine echt tolle Story hätte und super Grafiken. Und erst recht die alltertollsten Superwaffen! Aber alle Gegner würden nur einfach dastehen und warten, bis sie abgeschossen würden. Keiner würde sich mehr wehren und zurückballern.
Würde das den Shooter-Fans gefallen?
Und wie würden sich die Shooter-Fans dann wohl fühlen, wenn man ihnen vorwirft, nicht offen gegenüber Innovationen zu sein, wenn sie dieses Spiel nicht toll finden? Immerhin gibt es ja auch viele, denen die herkömmlichen Shooter zu schwer sind, die aber vielleicht so einen weniger anspruchsvollen Shooter spielen würden?
Man könnte ja in den Shooter noch ein paar Wimmelbild-Sequenzen einbauen. Wirklich viele Leute mögen Wimmelbildspiele!
Vielleicht ein schräges Beispiel, aber derartiges wird ja von Adventure-Liebhabern auch verlangt. :o
Meine Frage ist nun, ob das nicht vielleicht auch etwas viel verlangt ist? :?
Stigga hat geschrieben:Für mich persönlich geht es in einem Adventure eben um die gute Mischung aus beidem, mal mehr zu Lasten der Story oder der Rätsel.
Dito! Wobei für mich noch überzeugende und tiefgründige Charaktere ein wichtiger Punkt sind. Aber alle drei Punkte sind wichtig. Ebenso die Technik, also z.B. die Steuerung.
Ich spiele auf PC daher sind Zwang für Tatatursteuerung oder Controller ein echtes No-Go für mich.
So sind es für mich persönlich also sieben Punkte, die Bedeutung haben.
1. gute Charaktere
2. eine gute Story
3. gute Rätsel. Fordernd, aber nicht unfair.
4. Maussteuerung und optimal auf PC spielbar.
5. keine spaßstörenden Bugs. Ich bin schließlich kein Betatester.
6. Eine ansprechende Grafik. Wie genau die sein muß, hängt stark vom Spiel ab. Bei einem Comic-Adventure wie Deponia ist entsprechende Grafik OK. Bei einem ernsthaften Adventure, mit schwerwiegendem oder gar tragischem Inhalt sollte es aber doch lieber realistische Grafik sein, Charaktere, in die man sich auch optisch hineinversetzen kann.
7. Anständige Spielzeit. Ein gutes Adventure sollte mindestens!!! 15 Stunden Spaß bereiten. (So man nicht alle Rätsel durch eine Komplettlösung löst.) Auch Spiele in Häppchen mag ich so gar nicht. Ich möchte selbst entscheiden dürfen, ob ich die gesamte Story an einem Stück spiele oder zwischendurch Pausen einlege.

Würde mal wieder ein Spiel rauskommen, das diese Kriterien erfüllt, würde ich dafür auch gerne zu Release den früher üblichen Preis von 40 Euro bezahlen. Vorbestellen würde ich allerdings wohl nicht mehr. Dafür wurde ich in den letzten paar Jahren zu oft enttäuscht.

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