Reviews: Dreamfall Chapters:

Dreamfall Chapters - Book Three


Und weiter geht das Fantasy-Abenteuer von Zoë und Kian. In futuristischen Propast wie in der kleinen Fantasy-Stadt Marcuria sind die Gemüter erhitzt. Die Ursachen dafür gehen auf die zweite Episode von 'Dreamfall Chapters' zurück, wo der Widerstand in beiden Welten die Krallen zeigen konnte. Ob 'Realms' das bislang ansprechende narrative Niveau der Reihe halten kann und wie es denn um das Gameplay bestellt ist, das verraten wir Euch jetzt.

 

 

Dreamfall Chapters

 

 

 

Es lebe die Revolution

Dreamfall Chapters

Kian ist einer Verschwörung auf der Spur

Zu Beginn folgt zunächst eine schriftliche Rekapitulation der bisherigen Entscheidungen, was zugleich eine prima Gelegenheit zur Auffrischung des Gedächtnisses ist. Seit den letzten Ereignissen sind mehrere Wochen verstrichen. Die Konsequenzen haben die Umwelt spürbar verändert. Nach einem Bombenanschlag wurde in Propast zum Beispiel eine Ausgangssperre verhängt, während in Marcuria die Deportation der Wesen der Magie deutlich forciert wird.

Die Zeit drängt. Kian setzt alles daran, die Pläne der Azadi herauszufinden. Von Bedeutung scheinen dabei die vielen Rohre zu sein, die quer durch Marcuria verlegt wurden. Aber warum? Selbst einige Azadi dürften diesbezüglich nicht einmal die halbe Wahrheit kennen. Unterdessen beschäftigt Zoë sich mit dem Bombenattentat. Auch hier passt auf den ersten Blick wenig zusammen. Sie selbst ist von der Detonation übrigens gezeichnet und sah sich deshalb unfreiwillig zu einem neuen Haarschnitt gezwungen. Immerhin kann sie sich inzwischen an vieles erinnern und weiß, dass sie einige Antworten nur im Fantasy-Reich finden kann. Der Weg dorthin führt allerdings über einen Dreamer. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.


Inhaltlich ausbaufähig mit wenigen Entscheidungen

Dreamfall Chapters

Neuer Haarschnitt und ein Wiedersehen mit einem alten Freund

Schlecht ist 'Rebels' zwar nicht erzählt, doch verglichen mit den bisherigen Episoden auf einem schwächeren Niveau. Einen Deut zu oft lassen NPC's im Gespräch leere Floskeln fallen, die keinen infomativen Mehrwert haben. Jene paar Zwischensequenzen, die ohne einen der beiden Protagonisten auskommen, sind für gewöhnlich unnötig. Der Dramaturgie mangelt es wiederum an einem klaren Spannungsbogen. Die Geschichte treibt eher vor sich hin. Hinzu kommen häufige Einblendungen, die immer dann ein Ausrufezeichen setzen, sobald die Konsequenz vergangener Entscheidungen erfahren wird. Wer jedoch so sehr die Relevanz von Entscheidungen betont, sollte diese auch stimmig implementieren...

Leider stottert der Motor der dritten Episode insbesondere bei den neuen Entscheidungen.  Selbst in Situationen, in denen die Rede davon ist, dass die Spielfigur gleich eine wichtige Entscheidungen zu treffen hat, wird die Entscheidung kaum vom Spieler selbst getroffen und man ist zum Zuschauen verdammt. Red Thread Games verschenkt hier so einiges an Potential. Entscheidungskonzepte funktionieren für gewöhnlich dann besonders gut, wenn der Spieler das Gefühl vermittelt bekommt, die Spielfigur stimmig scheinende Richtung hin formen zu können. Biowares 'Mass Effect'-Reihe demonstriert das auf erstklassige Weise, wie auch Telltales 'The Walking Dead'. Übernimmt die Spielfigur zwischendurch aber zu oft das Kommando, wird das System leicht inkonsistent und Entscheidungen verlieren an Gewicht. Insbesondere dann, wenn der Spieler zuvor eine Entscheidung getroffen hat, die - wie sich erst hinterher herausstellt - genau gar nicht zur Spielfigur passt. Und ohne spoilern zu wollen: manche Informationen sollten schon vorher gegeben sein und nicht erst nachher...


Unglücklicher Einstieg und durchwachsenes Gameplay

Dreamfall Chapters

Abgesehen von der etwas sperrigen Inventarsteuerung, können auch die Rätsel nicht rundum überzeugen

Die nächste Problemzone ist leider wieder das Gameplay. Hoffnung auf Besserung zerschlägt 'Realms' schon mit dem Einstieg. Ein Spiel mit einem zähen Botengang zu starten ist ein fragwürdiger Ansatz. Der Spaß hält sich in Grenzen, wenn man rund eine Stunde damit zubringt, Kinderzeichnungen in einem Haus zu suchen. In diesen ersten Minuten stehen übrigens weder Zoë noch Kian im Zentrum, sondern das kleine Mädchen Saga, dessen Rolle in der Geschichte sich erst noch zeigen wird. Leider geht es in dieser Tonart weiter. Also grasen wir bald darauf mit Kian den halben Fantasy-Ort ab, um ein paar mickrige Hotspots zu entdecken. Auch das ein zweifelhaftes Vergnügen.

Mit Zoë wird es im spielerischen Bereich besser und gewinnt etwas an Fahrt. Allerdings ist ihr Part leicht ausrechenbar und hält kaum echte Überraschungen parat. Mit Kian erfahren wir wenigstens ein bisschen etwas Neues. Über die Logik im Spiel kann man teilweise auch streiten. So ist es zum Beispiel verwunderlich, dass ein Haufen Ganoven nicht stutzig wird, wenn aus heiterem Himmel in der Halle ein Wartungsroboter aufkreuzt und sich vor ihnen etwas schnappt (damit meine ich nicht die Pakete). Oder wenn die Protagonistin sich dort in voller Lautstärke mit der Maschine unterhält, ohne das ein in der Nähe stehender Ganove Notiz davon nimmt. Aber das ist wohl noch das geringste Problem von 'Realms'.

 

 

-> Hier geht es zum Test der ersten Episode

-> Hier geht es zum Test der zweiten Episode

-> Hier geht es zum Test der vierten Episode


Galerien

Fazit:

'Realms' hat mich vom Start weg enttäuscht, anders kann ich es nicht ausdrücken. Bei drei, vier Stunden Spielzeit habe ich gefühlt die Hälfte damit zugebracht, die Umgebung nach Kleinkram abzusuchen. Nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung. Eine Episode mit einem Botengang zu starten, fällt für mich ohnehin eher in die Kategorie Schnapsidee. Nun gut, das mag vielleicht nicht jeder so negativ wahrnehmen. Aber selbst die narrativen Elemente konnten mich diesmal nicht überzeugen und das schmerzt besonders. Die technische Performance ist erst seit dem später erfolgten Wechsel auf die Unity 5-Engine recht zufriedenstellend. Für mich bleibt derzeit nur die Hoffnung, dass die vierte Episode ein anderes Gesicht zeigen kann und sich in einigen Punkten verbessern kann. Das Ragnar Tørnquist es drauf hätte, hat er ja schon mehrfach bewiesen.

geschrieben am 28.06.15, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
PC// Betriebssystem: Windows XP/7/8; Prozessor: Core 2 Duo 2GHz oder vergleichbar; Arbeitsspeicher: 3 GB RAM; Grafikkarte: Intel HD Graphics 4000 oder besser; DirectX: Version 9.0c; Festplattenplatz: 20 GB verfügbarer Speicher; +++++++++++++++++++++++++++++++++++++ MAC// Betriebssystem: Mac OS X v10.6 Snow Leopard oder besser; Prozessor: Core 2 Duo 2GHz or equivalent; Arbeitsspeicher: 3 GB RAM; Grafikkarte: Intel HD Graphics 4000 oder besser; Festplattenplatz: 20 GB verfügbarer Speicher; +++++++++++++++++++++++++++++ LINUX// Betriebssystem: Linux Kernel 3.0 or besser; Prozessor: Core 2 Duo 2GHz oder vergleichbar; Arbeitsspeicher: 3 GB RAM; Grafikkarte: Intel HD Graphics 4000 oder besser; Festplattenplatz: 20 GB verfügbarer Speicher (Schätzwert für alle fünf Episoden zusammen) Offizielle Webseite
Konsolenversion für PS4


Spiel kaufen

Bei Amazon kaufen (Affiliate Link)
Bei GoG kaufen (Affiliate Link)
Ähnliche Spiele

Dieses Review gehört zu  Dreamfall Chapters.




+1 Gefällt mir
Kommentare 5
autotoxicus
29.06.2015, 22:07

Ja, ich glaub ich mach dann mal eine bisschen Platz auf meiner SSD und seh mich eventuell nach einem Let's Play um.

Mikej
30.06.2015, 11:04

Vielleicht besser so...leider.

sinnFeiN
30.06.2015, 13:03

deswegen hab ich noch nicht mal die erste Episode durch... warte bis alles fertig ist und hoffe, dass es noch besser wird. So gibts immer wieder einen Grund das Spiel erstmal nicht anzufassen :/

Minniestrone
04.07.2015, 15:18

Ich bin jedes Mal wieder erschrocken, wenn selbst erfahrene Game Designer wie die Jungs von Red Thread noch der Meinung sind, "gehen" sei Gameplay...

Jehane
03.08.2015, 10:07

Der Test trifft's leider ziemlich genau auf den Punkt. Man schaut die meiste Zeit zu, wirkliche Rätsel und Aufgaben gibt es kaum, und die Handlung tritt irgendwie auf der Stelle. Das mit dem Lager fand ich auch sehr unlogisch - ich erwarte jetzt nicht, dass alles absolut realistisch abläuft, aber das war dann doch übertrieben. Und das Gameplay... tjo... damit könnte ich leben, wenn die Geschichte nicht so stagnieren würde. Die ersten beiden Episoden haben mir echt Spaß gemacht, die dritte hat mich auch noch einigermaßen gut unterhalten, fällt aber gegenüber den anderen beiden doch etwas ab. Ich frag mich ja, wie der Rest der Handlung in die übrigen beiden Episoden reingequetscht werden soll, ohne dass Abstriche gemacht werden müssen. Und ich frag mich, ob wir ein zufriedenstellendes Ende sehen werden.


Als Gast kommentieren

Benutzername
Zeichenkombination eingeben: e9d240


Anmelden

Name
Passwort

[ Registrieren | Passwort vergessen? ]
 

PCGamesDatabase.de Tayrint-Lets Play Adventures-Kompakt Adventuresunlimited.de Tentakelvilla.de All-Inkl Serverhosting

Der Adventure Corner Award
 Newsfeeds!  Twitter!  Become a fan!