Geheimakte 2: Puritas Cordis - Review

'Geheimakte Tunguska' gehörte zu den besten Adventures des Jahres 2006 und wurde in unserer Umfrage sogar zum Adventure des Jahres gewählt. Wie es sich für erfolgreiche Titel gehört, wurde bald eine Fortsetzung angekündigt. Diese ist jetzt unter dem Namen 'Geheimakte 2: Puritas Cordis' im Handel und bedient sich anders als der Vorgänger keiner historischen Vorlage. Stattdessen predigt eine Sekte vom bevorstehenden Weltuntergang während unzählige Naturkatastrophen die Welt heimsuchen. Wir haben 'Geheimakte 2' getestet und verraten Euch im Testbericht, ob der Weltuntergang genau so ein Hit geworden ist, wie das Phänomen in Russland.

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe 80%

Mit 'Geheimakte 2: Puritas Cordis' beschert uns Deep Silver einen würdigen Nachfolger des Adventures des Jahres 2006. Die technische Umsetzung ist hervorragend, Grafik und Sound befinden sich mit wenigen Ausnahmen auf Top-Niveau. Auch bei der Bedienung geht man keine Kompromisse ein. Damit hat 'Geheimakte 2' von dieser Seite eigentlich alles, was ein Spiel des Jahres braucht. Leider wird der Spielspaß durch die Logikschwächen und teils arg konstruierten Rätsel etwas geschwächt. Dazu gesellt sich ein recht plötzliches Ende, das zwar keine Fragen offen lässt, bei dem aber der Eindruck bleibt, das die Geschichte durchaus etwas länger und mit mehr Hinweisen gespickt hätte sein dürfen. Unter dem Strich ist 'Geheimakte 2: Puritas Cordis' ein sehr gutes Adventure, solange man nicht erwartet, dass es an seinen Vorgänger heranreicht oder ihn gar in den Schatten stellt.

Fazit von Ulrika Tegtmeier:

Auf den ersten Blick hat 'Geheimakte 2: Puritas Cordis' alles, was ein Adventure haben sollte, eine spannende, halbwegs interesssante Story, knackige Rätsel und eine ziemlich schicke Grafik. Zeit für Lobgesänge und astronomisch hohe Wertungen, so möchte man meinen. Doch es ist im sprichwörtlichen Sinne des Pudels Kern, der es wirklich in sich hat und der es hoffentlich schaffen wird, die Community zu polarisieren. Doch selbst überschwengliches Lob kann über offensichtliche Mängel nicht hinweg täuschen, die Story enttäuscht auf ganzer Linie und ist in ihrer Trivialität gerade noch vergleichbar mit Sonntag Vorabend Sendungen im Privatfernsehen, jedoch ohne Werbung. Flache, eindimensionale, kurz: uninteressante Charaktere bewegen sich durch triste und leblose Landschaften, nie zuvor kam man sich im indonesischen Dschungel so verlassen vor, wie mit 'Geheimakte 2', oder steckt dahinter der Schwung der Moralkeule? Der Apell gegen das Artensterben? Wohl kaum. Auch die Rätsel sind, wie schon im Vorgänger, zwar anspruchsvoller als bei vielen anderen Adventures, wollen sich jedoch nie wirklich in die Handlung einfügen, auch das in einem scheinbar endlosen Inventar die unlogischste Kombination häufig zur Lösung führt, zeugt keinesfalls von Finesse in punkto Rätseldesign. Alles in allem also ein Aufguss bereits bekannter Tatsachen, teils besser, da man sich die Kritikpunkte an 'Geheimakte: Tunguska' durchaus zu Herzen genommen hat, teils aber auch deutlich schlechter, und mal ehrlich, wer will nach gut zwei Jahren das gleiche Adventure nochmal spielen?

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3 Kommentare

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BTao vor 7 Jahren
Ich habe mir das Adventure für den NDS gekauft, weil ich es sehr günstig ergattern konnte. Ich habe mich schon über den Preis gewundert. Zwar hatte ich noch nichts über diesen Teil gelesen, aber dafür schon etwas über den ersten Teil. Der hat ja, so wie ich es in Erinnerung hatte, durchweg gute Bewertungen bekommen, also griff ich zu. Der Anfang war sehr spannend, ich habe mich sehr gefreut diesen Glücksgriff getan zu haben. Dies änderte sich aber ziemlich schnell. Der Kommentar von Tobias Maack trifft es wirklich auf den Punkt; "uninteressante Charaktere", Rätsel "die sich nicht in die Handlung einfügen","..auch das in einem scheinbar endlosen Inventar die unlogischste Kombination häufig zur Lösung führt,...". BINGO. Ich konnte das Spiel nicht zu Ende spielen, ich habe es vorher wieder verkauft. Das war das 2. Adventure, dass ich für den NDS erwarb und das 2., das mich enttäuscht hat. Gibt es denn etwas wirklich Gutes auf dem NDS?
Mikej vor 7 Jahren
Hm, sonst gäbs für dieses Gerät z.B. noch Syberia, Die Kunst des Mordens und So Blonde, die offenbar passabel für die Konsole konvertiert wurden (habs allerdings nicht gespielt, weil ich keine NDS habe, insofern kann ich dazu kein richtiges Urteil fällen...). Sind allerdings alles Titel die ähnlich die Geister scheiden, wie schon die Geheimakte-Spiele (Syberia hat aus meiner Sicht vergleichsweise aber noch die meiste Qualität - zumindest was die PC-Fassung angeht) und die PC-Fassung ist vermutlich die deutlich bessere Wahl. Auch die drei Runaway Trilogie gibt es z.B. für die NDS (scheint allerdings nicht ganz ohne Bugs gelungen zu sein...).
BTao vor 7 Jahren
Vielen Dank. Kunst des Mordens werde ich mir mal anschauen. Syberia habe ich für die PS2, und Runaway 1 noch für den PC. Ich habe mir jetzt Another Code: Doppelte Erinnerung bestellt. Lt. Test "kommt man als Adventure-Fan nicht an dem Titel vorbei". Da bin ich mal gespannt. Das erste Adventure, welches ich für den NDS gekauft / gespielt habe war Hotel Dusk. Das war auch so was von langweilig,... :sleep: Das habe ich auch nicht durchgeschafft. Ich würde mich als recht hartnäckigen Adventure-Spieler bezeichnen, ich sitze auch immer noch an Cruise for a Corpse, und das auch schon seit einiger Zeit.

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