Lost Horizon 2 - Review

Mit 'Lost Horizon' erschuf Animation Arts einen der wenigen Adventure-Lichtblicke im Jahr 2010 und wurde bei uns von Lesern und Redaktion als Adventure des Jahres ausgezeichnet. Insbesondere Fans der alten 'Indiana Jones'- Spiele von LucasArts konnten bei diesem Titel aufblühen, schlug er doch in eine sehr ähnliche Kerbe. Umso erfreulicher war deshalb die Ankündigung eines Sequels, das inzwischen zahlreiche Geschäfte erreicht haben dürfte. Die Handlung findet zwanzig Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers statt und bietet ein Wiedersehen mit Fenton Paddock, der in der Zwischenzeit nicht nur graue Haare erdulden musste. Wir haben natürlich einen gründlichen Blick auf das Point&Click-Sequel geworfen und verraten Euch, inwiefern es sich aus unserer Sicht mit dem Vorgänger messen kann, oder graue Haare wachsen lässt.

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe 64%

'Lost Horizon' hat mich damals sehr positiv überrascht. Zwar waren die Rätsel einfach und die Dialoge hatten des öfteren Überlänge, doch die bunte Story offenbarte eine richtig unterhaltsame Mischung. Um so mehr enttäuscht es, dass das Sequel ausgerechnet in diesem Bereich versagt. Dramaturgie, Inszenierung... ehrlich gesagt wirkt alles viel zu überhastet und Stimmung will nie so recht aufkommen. Ein gutes Zeugnis bleibt auch der Grafik verwehrt und das phasenweise weit überdurchschnittliche Rätseldesign macht sich immer wieder selbst das Leben schwer. Trotz etlicher Baustellen mögen manche Abenteurer hier einen netten Point&Click-Happen für Zwischendurch vorfinden, sofern Story und Grafik keinen zu hohen Stellenwert haben. Insbesondere als Fan des Vorgängers fällt es jedoch schwer, sich mit dem Gebotenen zufrieden zu geben und für ein Vollpreisspiel ist das unterm Strich einfach zu wenig. Während Animation Arts bei 'Geheimakte Sam Peters' ein anspruchsloses, kleines Adventure versprochen und dieses Unterfangen immerhin routiniert umgesetzt hat, hat das Studio sich mit 'Lost Horizon 2' ordentlich übernommen. Schade!

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23 Kommentare

IndyPaddock (Gast) vor 5 Jahren
Schade :(
Schäfer Timmäh (Gast) vor 5 Jahren
Ich hatte es befürchtet. Schade, dass Animation Arts nach Geheimakte Tunguska, (eingeschränkt) Geheimakte 2: Puritas Cordis und dem ersten Lost Horizon offenbar nicht mehr imstande ist, an deren Qualitäten anzuknüpfen.
Thurgor vor 5 Jahren
Ehrlich gesagt hat mich AA schon bei Geheimakte 1 nicht berauscht, weil die Story nach zwei Dritteln in den Keller gerutscht ist und einige der Rätsel zum Hanebüchendsten Mist gehört haben, den ich je gespielt habe. Ganz zu schweigen von den grauenhaften Fortsetzungen. Lost Horizon hat mir aufgrund der Nazi-Thematik zuerst sehr gefallen, aber auch dieses Spiel hat mit Fortschreiten des Spielverlaufs grausige Untiefen in dramaturgischer und narrativer Hinsicht erreicht, die wirklich peinlich wurden und die Gegner waren eher eine Art Kuschelnazis als sonst was. Da hat Indy 4 eine um Welten bessere Spannung und Antagonie geliefert.
Schade, dass nun auch dieses Spiel dieselben Schwächen aufweist. Haben die eigentlich immer noch dieselbe Drehbuchautorin, die schon in den anderen Spielen so grottige Handlungen abgeliefert hat?
AoE (Gast) vor 5 Jahren
Kann mich leider auch an kein gutes Adventure von Animation Arts erinnern. Geheimakte Tunguska hat zumindest teilweise einen guten Eindruck hinterlassen. Der zweite Teil hatte leider nur arg konstruierte Rätsel und eine 0815 Story zu bieten.
Teil 3 sowie Sam Peters waren einfach nur schlecht in meinen Augen. Lost Horizon 1 fand ich dann wiederum ok, allerdings haben die hölzernen Animationen, blassen (sowie extrem polygonarmen) Charakte, größtenteils dämliche/konstruierte oder viel zu einfache Rätsel nicht gerade einen guten Eindruck hinterlassen.
Dass Lost Horizon 2 da keine Ausnahme darstellt ist nicht überraschend.
Mikej vor 5 Jahren
Ich denke mal, die Spiele von Animation Arts hatten in der Vergangenheit immer schon einen Hang zum Polarisieren. Bei den ersten beiden Geheimakte-Spielen konnte ich die Story relativ leicht ausblenden. Ich hatte von Anfang an nie das Gefühl, dass hier eine komplexe Geschichte angepeilt wurde. Handwerklich war es für die damalige Zeit zudem sehr in Ordnung, auch das Rätseldesign war so weit ich mich erinnere sehr stimmig. Und gar so viele bessere Adventures gab es zu dieser Zeit eigentlich nicht (zumindest nicht beim ersten Teil).

Seither versucht AA offenbar komplexere Geschichten aufzugreifen, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Level beim interaktiven Storytelling in den letzten Jahren ganz einfach ordentlich im Ansteigen ist. In anderen Genres ist dieser Trend vielleicht sogar noch deutlicher spürbarer. Es hat sich wirklich sehr viel getan. Die Latte hängt diesbezüglich derzeit sicher deutlich höher, als noch vor 10 Jahren.

Bei AA scheint bei diesem Unterfangen bislang jedoch immer etwas drauf zu zahlen. Bei LH1 war die Story zwar unterhaltsam, aber das Rätseldesign z.T. sehr einfach gestrickt. Bei GA3 gab es neben einfacher Rätsel eine ziemlich kurze Spieldauer (die Entwicklung des Spiels dürfte auch aufgrund des Engagements eines Filmteams aber bestimmt nicht billig gewesen sein).

Bei LH2 versucht man wohl - im Rahmen der eigenen Möglichkeiten - es allen Leuten recht zu machen und verheddert sich in meinen Augen immer wieder ganz ordentlich. Einerseits z.B. weil man mit einer komplexeren Story jongliert, die meiner Meinung nach deutlich mehr Zeit benötigt hätte und weil man mit Gameplay-Elementen spielt, die noch nicht völlig ausgereift sind, und weil der Umstieg auf die Unity Engine mit Fortdauer des Spiels einfach für mehr und mehr v.a. grafische Defizite sorgt. Das summiert sich.

LH2 ist nun nicht zwangsläufig ein schlechtes Spiel, aber wenn es auf praktisch jeder Ebene - trotz guter Ansätze - viele Kritikpunkte gibt, wird es am Ende schwer, auf eine gute Wertung zu kommen. Wie gesagt, wenn man sich vorwiegend auf die Rätsel konzentrieren kann, mag es durchaus unterhaltsam sein.
_Stefan_Klaus_ (Gast) vor 5 Jahren
Wirklich sehr schade! Und auch sehr ärgerlich zugleich, weil ich halt (mal wieder) auf das teure Marketing von DeepSilver reingefallen bin!

Hatte gehofft, dass sowohl Publisher als auch AnimationArts das Feedback ihrer Kunden nach dem GA3-Disaster "ernst genommen" hätten.

Aber so wie es aussieht, wurde mal wieder irre viel Geld ins Marketing gesteckt, um uns Kunden mal wieder schööön hinter's Licht zu führen.

Hauptsache wir haben alle brav bei Amazon für 39,99 vorbestellt (mit Preisgarantie wohlgemerkt). Denn selbst Amazon hat direkt am 1. Tag den Preis um über 10% gesenkt auf aktuell 36,-.

Erkenntnis: Meine noch verschweisste Version so schnell wie möglich zurücksenden und Geld zurück! Danach endgültig nie wieder ein Produkt aus dem Hause AnimationArts/DeepSilver kaufen. Und nie wieder bei Amazon vorbestellen und auf die Preisgarantie hoffen!
advfreak vor 5 Jahren
Vor allem weil uns noch frech ins Gesicht gelogen wurde, dass man sich die heftige Kritik von Geheimakte 3 zu Herzen genommen hat und man die Wünsche der Spieler umsetzen wird.

Stattdessen wieder Schwarzblenden ohne Ende, sowie Ortswechsel ohne Animationen oder Zwischensequenzen (erinnere mich heute noch wie man in GA3 plötzlich ohne Erklärungen im Cern-Zentrum gestanden ist - klar, da spaziert man einfach mal so rein :erm: :erm: :erm: ).

Ich hatte auch vorbestellt und eiligst noch storniert wie ich die ersten LP´s mit Entsetzen 3 Tage vorher gesehen habe: Grafik wie vor 10 Jahren, Zwischensequenzen wie mit der Super 8 Videokamera vom Opa gefilmt und wo ist eigentlich das Intro? Vergessen! X(

Ich könnte einfach immer noch schreien vor Wut! :a :a :a
sinnFeiN vor 5 Jahren
Intro wär jetzt kein Negativ-Punkt für mich, gibt es in vielen Spielen nicht mehr.
Mit der Kritik meinten sei vor allem das Rätseldesign und die fehlende Komplexität.
Trotzdem kann man den Ärger durchaus verstehen. Sehr schade einfach nur
Mikej vor 5 Jahren
Als Intro dient sozusagen das Gespräch beim Ritt auf dem Kamel, d.h. gleich nach dem Prolog. Währenddessen wird im selbstlaufenden Gespräch verbal untergebracht, was in den letzten Jahren so passiert ist.
advfreak vor 5 Jahren
Mikej hat geschrieben:Als Intro dient sozusagen das Gespräch beim Ritt auf dem Kamel, d.h. gleich nach dem Prolog. Währenddessen wird im selbstlaufenden Gespräch verbal untergebracht, was in den letzten Jahren so passiert ist.
Einfach nur billig halt... :cry:

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