Specials: Interviews: Alan Wake:

Interview mit Poets of the Fall

Mit 'Alan Wake' erschien im Mai 2010 eines der eindrucksvollsten Thriller Games aller Zeiten, getragen von einer großartigen Story und dichten Atmosphäre, konnte der "Psychologische Action Thriller" trotz Schwächen im Gameplay durchaus begeistern. Häufig unterschätzt, für das Thriller und Horrorgenre jedoch essentiell ist das Sounddesign, das eines der herausragensten Features von 'Alan Wake' darstellt. Neben dem wundervollen Score von Petri Alanko wurden auch zahlreiche Songs lizenziert. Die Band, die neben dem Titelsong "War" auch noch als "Old Gods of Asgard" zwei exklusive In-Game Songs zum Soundtrack beisteuerten, ist die finnische Band "Poets of the Fall", die mit "Late Goodbye" bereits den Titelsong für 'Max Payne 2' beisteuerten. Wir haben uns auf einem Konzert mit "Poets of the Fall" zusammen gesetzt und ein ausführliches (und sehr erheiterndes) Interview geführt.



AC: Vielleicht sollten wir mit einer kurzen Einführung beginnen, bei der sich jeder von euch kurz vorstellt und seinen Part in der Band nennt.

Marko:
Ich bin Marko, der Sänger von Poets of the Fall. 

Captain: Ich bin Captain und ich spiele das Keyboard.

Olli: Ich bin Olli und spiele die Gitarre.

AC: Wie würdet Ihr euch als Band musikalisch charakterisieren?

Marko:
Wir sind eine Rockband, eine ziemlich nicht-genretypische Rockband, denn für uns ist Musik einfach nur Musik. Natürlich ist es für Künstler ungewöhnlich, sich selber zu kategorisieren und zu sagen: Oh, wir machen dies, wir füllen diese kleine Lücke im Regal. Marketingtechnisch wäre es sicher besser, wenn wir einen Bereich eingrenzen könnten; aber nein, wir versuchen wirklich, alle möglichen Arten von Musik abzudecken und manchmal auch Lieder zu schreiben, die im Grunde gar nicht richtig zur Band passen. Wir haben eine Reihe von Songs in der Schublade, teilweise sehr schöne Lieder, die wir [im Augenblick] nicht als Poets of the Fall spielen möchten. Wir reichen sie an jemand anderes weiter, verwenden sie für eine andere Sache oder produzieren sie vielleicht später einmal als POTF Song.

Marko: Nicht gegen den Tisch treten, Leute! Das nette kleine Tonbandgerät wird sonst herunterfallen und kaputt gehen! Es ist so winzig, es wird sterben!

(Alle lachen.)

Marko: Sein kleiner Schädel wird aufbrechen!
Also ja, wir sind musikalisch vielseitig und vielleicht könnte man „Alternativ“ vor das „Rock“ setzen. Wir sind bei einem Indie-Label, wir sind eine Indie-Band, aber wir haben gehört, dass unsere Musik nicht Indie-Musik sei, weil solche Jungs cool seien und wir nicht.

(Alle lachen.)

Vielleicht sagt das schon alles. Wir praktizieren „Do it yourself“, wir machen alles selber, fast buchstäblich. Wir haben Steffie für unsere Promotion in Deutschland, aber ansonsten gilt: was mir machen, machen wir selber.

AC: Wie wichtig war der Erfolg von Max Payne 2, und natürlich dem Titelsong "Late Goodbye", für eure Karriere? 

Marko:
Für uns war es ein sehr gutes Sprungbrett zur damaligen Zeit, und es ist immer noch eine heiße Sache, denn auch jetzt, sieben Jahre später, fragen eine Menge Leute danach. Es war also eine richtig gute Sache, die uns widerfahren ist. Olli und ich hatten bereits vier Jahre lang Songs geschrieben, bevor wir uns mit Captain zusammen "Poets of the Fall" gründeten. Und nicht lange danach, kam 'Max Payne 2' mit "Late Goodbye" heraus und brachte uns nicht nur viel öffentliche Aufmerksamkeit, sondern auch einen guten Aufstieg in der Steuerstufe. Das hat manche Leute glauben lassen, uns wäre der Erfolg zugeflogen. Tatsächlich haben wir alle bereits vor den POTF jahrzehntelang Musik gemacht und in einer ganzen Reihe von Bands gespielt. Ich selber bin schon mit drei Jahren als Sänger aufgetreten. Wir hatten eine Menge harter Arbeit hinter uns, bis sich dieser Erfolg einstellte. Deswegen sind wir richtig glücklich, es an diesem Punkt endlich geschafft zu haben.

AC: Wir seid ihr mit Remedy in Kontakt gekommen?

Marko:
Durch meine Freunde aus der Kindheit, die Remedy gegründet hatten und Sam Lake, der das Spiel geschrieben hat. Wir kannten uns schon als Kinder und hatten davon geträumt, später mal das ganze Zeugs zu tun, das wir heute machen. Was wirklich cool ist.

AC: Als ihr "War", den Titelsong von 'Alan Wake', komponiert und eingespielt habt, hattet ihr das Spiel da schon im Hinterkopf oder wurde es erst später ausgewählt?

Marko:
Es wurde erst später ausgewählt. Aber wir wussten zu damaligen Zeitpunkt schon, dass falls wir einen Song schreiben würden, der den Jungs von Remedy gefiele und gut ins Spiel passte, dieser wahrscheinlich für das Spiel ausgewählt würde. Und "War" war einer dieser Songs, von dem wir glaubten, er würde passen. Wir hatten anfangs fünf Songs, die wir ihnen vorstellen wollten. Wir riefen also Sam an, luden ihn auf einen Kaffee zu uns ins Studio ein und -ja- wir hatten auch Songs! Und eines Tages kam er dann rüber, und die Sonne schien, und es nieselte leicht...

(Alle lachen.)

Schneller Vorlauf. Er kam ins Studio, wir spielten ihm die Songs vor, und ihm gefiel "War". Er meinte, es würde gut zum Spiel passen – textlich, thematisch und musikalisch.
Also ja, man könnte sagen, dass wir den Song schon im Hinterkopf hatten, aber tatsächlich haben wir einen Haufen von Songs geschrieben, und Remedy hat den ausgewählt, den sie mochten.

AC: Zwei eurer Songs werden im Spiel von der Gruppe "The Old Gods of Asgard" aufgeführt. Wie ist das denn passiert?

Marko:
Sam Lake hatte beim Entwickeln von 'Alan Wake' die Idee, eine alte Rock-Gruppe aus den siebziger Jahren im Spiel zu haben. Ich glaube, so viel an dieser Stelle schon erzählen zu können.

AC: Du kannst ruhig alles verraten.

Marko:
Ja, nun da das Spiel draußen ist, gibt’s keine Geheimnisse mehr. Sam meinte, es wäre cool, wenn für Songs für diese Jungs hätten und einen Cameo-Rolle als "Old Gods auf Asgard" im Spiel übernähmen, und so schrieben wir die Songs. Für den "Elder" Song habe ich meine Stimme verstellt, als ich das Geschrei und Gekreische machte. Aber bei den Lead Vocals kann man mich heraushören, obwohl ich versucht hatte, mich zu "Ozzy Osbourne"-ifizieren.

Captain: Einige Leute haben tatsächlich gesagt, dass du dort wie Ozzy Osbourne klingst.

AC: Hättet ihr gedacht, dass die Songs für das Spiel wichtig würden? Ich meine, beide Songs spielen in entscheidenden Momenten. Bzw. habt ihr überhaupt schon soweit gespielt?

Captain:
Ich bin im Augenblick fast bei der Hälfte des Spiels angelangt, kurz vor dem Abschnitt, wo die Songs auftauchen.

Marko: Ich bin an der gleichen Stelle, also habe ich die entsprechenden Teile noch nicht gespielt, denn ich hatte bisher nicht wirklich die Zeit dafür. 

Olli: Ein wenig haben wir schon gesehen. Aber wir kennen nicht die ganze Geschichte, also nicht spoilern! 

(Alle lachen.)

Marko: Wir wussten, dass das Spiel ähnlicher einer TV Serie aus einer Reihe von Episoden bestehen würde, und dass die Songs in der Geschichte eine entscheidende Rolle spielen würden. Beim Schreiben der Texte beschäftigte ich mich viel mit der Story des Spiels, damit die Lyrics richtig in das Spiel passen und die Hinweise geben, die sie geben sollten.

Captain: Also wir wussten beim Einspielen der Songs, wie diese im Spiel zum Einsatz kommen. Wir hatten Remedy besucht, und sie zeigten es uns. Es war großartig. Nur gespielt haben wir diese Teile halt noch nicht.

Olli: Es ist definitiv etwas ganz Anderes, wenn man es spielt.  Es wird toll sein und wir freuen uns richtig darauf.

Captain: Um zu sehen wie es so in die ganze Story passt.

AC: Wie fühlt es sich an, im Soundtrack eure Namen neben solchen Berühmtheiten wie Roy Orbison und David Bowie zu sehen?

Marko:
Es bringt dich zum Lachen. Denn du schaust in den Spiegel und siehst nicht wirklich den großen Rockstar vor dir. Du siehst in den Spiegel und siehst nur dich. Und ich glaube, den genannten geht es nicht anders. Aber seinen Namen direkt neben Roy Orbison oder David zu sehen, ist wirklich surreal, ja. 

AC: Was hat euch denn so weit am bestem am Spiel gefallen?

Marko:
Es ist furchteinflößend. Es packt dich und erschreckt dich – und ich finde das großartig. Und da mein Freund Sam es geschrieben hatte kommen mir Gedanken wie "Das hat er sich also bei der Sache also gedacht" oder "Der Kerl hat ja einen richtig verdrehte Gedanken". Etwas zu lesen, was dein Freund geschrieben hat und dir zu sagen, "Ah, das ist gut".

Olli: Es schlägt dich richtig in den Bann. Sobald du anfängst zu spielen, kommst du nicht mehr los.

Captain: Wir spielen selber viel und schätzen auch das technische Zeug wie gute Grafik und solche Sachen. 

Marko: Die Grafik ist auch ziemlich cool. 

Captain: Und natürlich schätzen wir den Soundtrack sehr.

AC: Ihr seid also selber "richtige" Spieler? 

Marko:
Ja, sind wir.  Früher habe ich gar keine Spiele gespielt, weil die Grafiken so beschissen waren. Für mich musste ein gutes Spiel einfach visuell ansprechend sein. Aber heutzutage macht es mir Spaß. Heute sehen die Spiele alle sehr gut aus, photorealistisch wie ein Film. Und es gibt eine Menge toller Szenen in diesem Spielen. Also ja, sie machen heute Spaß und sind eine richtige Ablenkung. Früher war es ja eher *blup, blup, blup* (imitiert Pacman-Ton) und so. Man konnte ja nicht wirklich abschalten, wenn man diese Pixel-Monstern im Blick hatte.

AC: Und was sind eure Lieblings-Spiele? Sind das Titel, die ihr zusammen spielt oder … ?

Marko:
Wir sind wirklich große Fans der GTA-Serie,

Olli: Ja, ich glaube eines der besten Spiele aller Zeiten. 

Captain. 'Heavy Rain' war einer der aktuelleren Titel, der mir wirklich zugesagt hat.

Marko: 'Heavy Rain' war das Spiel das im direkten Vergleich mit 'Alan Wake' stand, richtig? Welches ist größer und besser und so?

Olli: Ich habe einen persönlichen Favorit, über den ich heute schon mit Captain gesprochen habe, ein alter Titel von 1982 für den C64: Motor Mania. (Motor Mania bei YouTube, Anm. d. Red.)

Marko: Und er spielt es immer noch.

Olli: Ich würde es spielen, wenn ich einen passenden Emulator hätte. Und es gibt noch eine Menge wirklich guter alter Spiele, wie z.B. "Elite" oder so.

Marko: Ich bin ein großer Fan von Fantasy Games. Irgendwie überrascht es mich tatsächlich, dass ich 'Alan Wake' tatsächlich spiele, diese Art Gameplay ist eigentlich gar nicht mein Ding. First Person Shooter mit einer Pistole, ziemlich unspannend. Aber wenn es ein Schwert oder ein Zauberspruch ist, das ist wirklich großartig! Also, tja, ich bin ein RPG geek.

AC: Kommt mir bekannt vor. Soviel zum ersten Teil des Interviews, im zweiten Teil wird es dann etwas vermehrt um die Musik und ihr neues Album "Twilight Theater" gehen.

Zum zweiten Teil des Interviews


geschrieben am 29.12.2010, Ulrika Tegtmeier




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