Specials: Interviews: Fran Bow:

Interview mit Killmonday

Interview in english

 

Das junge Entwickler-Team Killmonday sammelt derzeit auf Indiegogo Geld für sein Erstlings-Werk, das Horror-Adventure 'Fran Bow'. Darin spielt man die kleine Fran, die den brutalen Mord an ihren Eltern miterleben musste und nun in einer psychiatrischen Anstalt für Kinder lebt. Wir haben mit Killmonday über das Spiel und das Team gesprochen.

 

Das Team von Killmonday

Isak Martinsson und Natalia Figueroa (Killmonday)

 

Adventure Corner: Hi und danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. Beginnen wir doch einfach damit, dass ihr euch unseren Lesern kurz vorstellt.

Killmonday: Wir sind Killmonday aus Schweden. Natalia Figueroa und Isak Martinsson. Derzeit machen wir eine Indiegogo-Kampagne für unser Spiel 'Fran Bow'.



Adventure Corner: Killmonday besteht lediglich aus zwei Personen. Was hat euch beide eigentlich dazu bewogen, gemeinsam Computerspiele zu machen?

Killmonday: Wir sind verheiratet und so blieb uns eigentlich nichts anderes übrig. In Wahrheit ist es so, dass wir beide es lieben, Filme zu machen und unsere Beziehung ist daran gewachsen. Nach einigen Jahren harter Arbeit hatten wir jedoch das Gefühl, dass wir die Geschichten, die wir erzählen möchten, nicht mehr mit filmischen Mitteln umsetzen können und so haben wir unsere Erfahrungen gebündelt, um Spiele zu entwickeln.



Adventure Corner: Ihr kommt also aus der Filmindustrie. Was können Computerspiele leisten, das mit filmischen Mitteln nicht möglich ist?

Screenshot aus Fran Bow

Die kleine Fran Bow erlebt ein gruseliges Abenteuer

Killmonday: Bei einem Computerspiel kann man praktisch jedes Detail kontrollieren und das ist wohl der größte Vorteil. Bei einem Film muss man sich oft damit zufrieden geben, dass man nicht genau das machen kann, was man eigentlich geplant hat und das schränkt die Kreativität sehr ein. Es ist sehr kostspielig einen Film zu drehen, seien es die teuren Kameras oder die Beleuchtung. Spiele sind zwar nicht wirklich billiger, aber wie gesagt, du hast mehr Kontrolle. Wenn du eine Figur haben möchtest, die kein Bein hat, dann machst du sie einfach so und wenn du Regen im Spiel brauchst, dann programmierst du das einfach. Also ja... Spiele bringen sehr viel mehr kreative Freiheit.



Adventure Corner: Wie seit ihr überhaupt zum Adventure-Genre gekommen und wieso habt ihr dann beschlossen, solche Spiele selbst zu machen?

Killmonday: Wir wollten deshalb ein Point-and-Click-Adventure entwickeln, weil wir dachten es sei einfach zu machen. Das erwies sich jedoch als grober Irrtum. Vielleicht machen wir uns mit dieser Wahrheit Feinde, aber ehrlich gesagt hatten wir vor 'Fran Bow' noch nicht viele Adventures gespielt. Isak hat noch dazu eigentlich keine Geduld, wenn es um harte Rätel geht und bei Natalie ist es genauso . Während unserer Arbeit an 'Fran Bow', haben wir uns aber total ins Genre verliebt und das Potential erkannt. Danach haben wir damit begonnen auch andere Spiele zu spielen, wenn auch noch nicht so viele. Wir haben bereits eine lange Liste an Spielen, die wir spielen wollen, sobald wir mit 'Fran Bow' fertig sind.



Adventure Corner: Was für eine Geschichte versteckt sich hinter 'Fran Bow'?

Screenshot aus Fran Bow

Außer der psychiatrischen Anstalt erkundet Fran noch eine Reihe anderer Orte

Killmonday: 'Fran Bow' ist ein Horror-Point-and-Click-Adventure. Das Spiel handelt von der psychischen Störung und dem Leben des kleinen Mädchens Fran Bow. Sie war Zeuge der Ermordung ihrer Eltern und wird in eine psychiatrische Anstalt für Kinder gebracht, das Oswald Asylum. Ihr bester Freund ist ein Kater namens Mr. Midnight. Er hilft Fran bei ihrer Heimkehr, nachdem sie aus der Anstalt flieht. Bei unserem Spiel geht es nun um eine Reise zur dunklen Seite der Seele und diese Erfahrung wird durch Frans Traumata vermittelt. Aber es geht natürlich nicht nur um solche Schattenseiten und Horror. Es geht auch um eine wunderbare Freundschaft und um die Magie, die wir in fast allen kleinen Dingen finden können.



Adventure Corner: Anhand der Alpha-Version zum Spiel, die ihr auf eurer Webseite als Download zur Verfügung stellt, konnten wir uns bereits ein Bild machen. Die Geschichte ist tatsächlich nichts für schwache Nerven. Wie seit ihr auf die Idee gekommen, was hat euch inspiriert?

Killmonday: Die Idee zum Spiel stammt von einer Geschichte die Natalia selbst vor etwa elf Jahren geschrieben hat. Dabei geht es um einige traumatische Erfahrungen, die sie erleben musste und um den Prozess der Verarbeitung, um sich davon wieder zu erholen: Krankenhäuser und Medikamente. Über die Jahre hinweg hat sich die Geschichte weiterentwickelt. Von einem Mädchen namens “Nobody“ bis hin zu einem Mädchen namens Fran Bow. Für Natalias geistige Genesung war das ein wichtiger Schritt. Das Spiel reflektiert zudem Natalias Erfahrungen mit aufgezwungenen religiösen Sekten.



Adventure Corner: Was schätzt ihr persönlich an eurem Spiel und warum lohnt es sich darauf zu warten?

Killmonday: Dieses Spiel ist etwas, was wir so noch nicht erlebt durften. Die Geschichte und die Mechanik möchten wir gerne selbst spielen. Fran ist zudem ein Charakter, den du durch dieses Spiel so gut kennenlernst, dass du sie wirklich lieb gewinnst und Mr. Midnight ist der süßeste und loyalste Freund, den du haben kannst. Es gibt also einige Dinge auf die es sich zu warten lohnt. Es wird bestimmt eine fran-tastische Erfahrung.



Adventure Corner: Welche Rätsel gefallen euch persönlich in einem Adventure-Game? Einige Entwickler sind derzeit bemüht, dass ihre Spiele möglichst leicht zu lösen sind und meiden schwere Rätsel. Wie wird das bei 'Fran Bow' sein?

Killmonday: Die Rätsel im Spiel haben wir nach unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen gestaltet. Nichts wird sehr schwer sein, aber einige Rätsel werden sehr herausfordernd sein. Wir glauben, dass die Geschichte einen guten Fluss haben sollte.



Adventure Corner: Und woher stammt die Inspiration für den visuellen Stil eures Spiels?

Killmonday: Vorwiegend von Filmen, Büchern und Musicals. Natalia ist ein großer Fan von 40er Jahre Musicals und sie liebt Kafka und Edgar Allan Poe. Und obwohl diese Bücher nicht wirklich “grafisch“ sind, so haben sie doch ihre persönliche Sicht auf die Dinge geprägt. Auch Filme wie David Lynchs 'Eraserhead' dienen als Inspiration für das Ambiente im Spiel.

 

Killmonday sammelt Geld bei Indiegogo

Killmonday sucht auf Indiegogo Geldgeber für 'Fran Bow'.


Adventure Corner: Habt ihr auch mit Publishern über euer Projekt gesprochen oder ist Crowdfunding eure erste Wahl?

Killmonday: Crowdfunding ist unsere erste Wahl. Wir möchten unbedingt ein Spiel machen, bei dem die Leute wollen, dass es gemacht wird. Aber selbst wenn wir unser Ziel nicht erreichen sollten, so stimmen uns die vielen tollen Rückmeldungen super zuversichtlich. Es ist so wunderbar von 'Fran Bow'-Fans zu erfahren, wie tief sie davon berührt wurden. Und was die Publisher angeht, so schließen wir diese Möglichkeit nicht aus, um das Spiel fertigzustellen, aber unsere kreative Freiheit ist uns besonders wichtig.



Adventure Corner: Wir wünschen euch alles Gute für eure Kampagne und danken euch für eure Zeit!

Killmonday: Danke vielmals!

 

Die Demo zu 'Fran Bow' kann auf der offiziellen Homepage heruntergeladen werden, wer das Spiel untertsützen möchte, findet die Möglichkeit dazu bei Indiegogo. Den Teaser zum Spiel gibt es bei YouTube.


geschrieben am 27.07.2013, Team Adventure Corner




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