Reviews: The Walking Dead:

The Walking Dead - Episode 105: No Time Left


Auch wenn bereits bekannt ist, dass Telltale großes Interesse an einer Fortsetzung der Reihe hat, steht vorerst einmal das große Staffelfinale von 'The Walking Dead' auf der Türschwelle. Die Comic-Adaption begibt sich somit ein weiteres Mal in die von Untoten bevölkerte Welt, um das Überleben einer kleinen Gruppe zufällig zusammengewürfelter Menschen zu sichern. Inwieweit die Handlung zu einem sinnvollen Ende gebracht wird und wie sich die Staffel insgesamt geschlagen hat, zeigen wir in unserem Test.

 


Keine Zeit zu verlieren

Die kleine Clementine ist verschwunden und befindet sich womöglich in großer Gefahr.

Die vorerst letzte Episode fängt ohne große Umwege genau dort an, wo die vorherige geendet hat. Clementine ist verschwunden und scheint sich in allergrößter Gefahr zu befinden. Nachdem Lee alles dafür getan hat, mögliches Unheil von seiner jungen Begleiterin abzuwenden, geht das weder an ihm noch an der restlichen Gruppe spurlos vorbei. Für Lee ist klar, dass keine Minute zu verlieren ist, um eine Rettungsmission zu starten und Clementine wohlbehalten zurückzuholen. Doch diese Mission wird zusätzlich erschwert, denn auch Lee selbst gerät in eine unvorhergesehene Situation, die für ihn höchste Gefahr bedeutet. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt.

Ein packendes Finale

Nur als Gruppe kann der bisher größten Bedrohung entgegengetreten werden.

Besonders jetzt ist der Zusammenhalt der Beteiligten gefragt, doch ganz ohne Konfliktsituation kommt die Gruppe auch in dieser Notsituation nicht aus und es steht die Entscheidung an, ob die Gemeinschaft einen gemeinsamen Weg finden kann oder vollends auseinander bricht. So ist es die Aufgabe jedes Einzelnen, seine wirkliche Bestimmung zu finden und den wahren Kern des eigenen Charakters zu ergründen. Doch wie auch immer sich die Lage darstellen wird, Lee will sich von seinem Vorhaben unter keinen Umständen abbringen lassen und hat nur noch dieses eine Ziel vor Augen, die kleine Clementine wieder bei sich zu haben und sie auch in Zukunft beschützen zu können. Um dies zu unterstreichen, hat man sich auch bei der musikalischen Untermalung richtig viel Mühe gegeben, denn spätestens wenn Lee erstmals bei einem heroischen Akt mit entsprechender Soundkulisse unterstützt wird, ist Gänsehautpotenzial geradezu vorprogrammiert.

In diesem Krankenhaus beginnt die Suche nach Clementine. Ein sicherer Ort sieht anders aus.

Damit schließt 'The Walking Dead' mit dem tragenden Spielelement ab, welches die aktuelle Staffel überhaupt erst so erfolgreich gemacht hat. Das waren über fünf Episoden nicht unbedingt die Rätsel, welche durchgehend und somit auch in 'No Time Left' auf einem kaum vorhandenen Niveau verharrten und auch nicht die gelegentlichen Quicktime-Sequenzen, welche lediglich für etwas mehr Beteiligung in der sonst fast schon automatisch ablaufenden Handlung sorgten. Es waren die Situationen, in denen die Story selbst groß auftrumpfte und für die ganz besonderen Momente sorgte. Solche Momente stehen entsprechend auch in dieses Mal verstärkt im Vordergrund, wodurch sich im gleichen Atemzug allerdings auch der eigene Handlungsspielraum noch weiter einschränkt. Dieser bleibt zwar nicht komplett auf der Strecke, jedoch sinkt der Anteil an Interaktionsmöglichkeiten noch einmal merklich. In den wenigen Momenten, in denen Lee etwa vor ein neues Problem gestellt wird, stehen somit stets nur spärliche Handlungsoptionen in recht klein gehaltenen Arealen zur Verfügung, um den sonst rasanten Spielfluss nicht zu lange auszubremsen.

Taten der Vergangenheit

Das Ende der Reise oder doch erst der Anfang?

Trotz der erneut zahlreichen positiven Aspekte ist es dennoch ein wenig Schade, dass schlussendlich die vielen Entscheidungen, welche über die gesammelte Spielzeit getroffen werden mussten, nur geringfügige Auswirkungen auf den eigentlichen Ausgang der Geschichte haben. Ganz ausgeklammert werden die Taten und Handlungen der Vergangenheit aber nicht, denn nach den bisherigen Geschehnissen ist beispielsweise nicht unbedingt jeder aus dem bisherigen Zweckbündnis auch bereit, Lee bei seinem riskanten Rettungsversuch zu unterstützen. So bricht er nur mit denjenigen auf, die gewillt sind, das eigene Leben für Clementine aufs Spiel zu setzen. Und dies wird im naheliegenden Krankenhaus von Savannah auch notwendig sein, wo die Suche nach dem taffen Mädchen beginnt. Und wie üblich geschieht dies nicht ohne den lästigen Anhang, so dass sich auch zahlreiche Untote aus der Stadt an diesen Ort verirrt haben und vor allem die Straßen rund um das Gebäude alles andere als einen sicheren Weg darstellen. Wohl oder übel bleibt aber keine Alternative, um den belagerten Ort irgendwann auch wieder verlassen zu können und damit hoffentlich in Sicherheit zu gelangen.

Auch im späteren Verlauf seiner Mission wird Lee und somit der Spieler noch einmal mit vergangenen Entscheidungen konfrontiert, wodurch auf gewisse Weise eine weitaus persönlichere Spielerfahrung entsteht, als dies bei vielen Adventures zuvor der Fall gewesen ist. Im Endeffekt zeigt sich das Finale trotz der eher knapp bemessenen Spielzeit von 90 bis 120 Minuten damit tatsächlich als Höhepunkt der Staffel, bei dem Telltale hinter dem Schlusspunkt zusätzlich auch noch ein dickes emotionales Ausrufezeichen setzt. Gleichzeitig bleibt die Türe sogar noch einen deutlichen Spalt für eine baldige Fortsetzung geöffnet. Wann es dazu kommt, ist nach dem Erfolg von 'The Walking Dead' wohl wirklich nur eine Frage der Zeit.


Galerien

Fazit:

Wertung: 82%

Ein Abschluss wie man ihn sich vorgestellt hat. Trotz unübersehbarer spielerischer Schwächen konnte sich 'The Walking Dead' über fünf Episoden auf sehr hohem Niveau behaupten und macht dies im großen Finale beileibe nicht schlechter. Im Gegenteil, Telltale liefert uns den herbeigesehnten Höhepunkt der Geschichte, die damit zu einem spannenden und überaus emotionalen Ende gebracht wird. Spätestens beim Abspann rückt dann auch die über weite Strecken oberflächliche Spielmechanik ein wenig in den Hintergrund und es bleibt vielmehr das Erlebnis als solches haften, denn selten hat es ein Adventure geschafft, den Spieler derart tief in eine Geschichte zu ziehen und eine tatsächliche Charakterbindung herzustellen. Wenn Telltale es in einer womöglich kommenden Staffel auch noch schaffen sollte, die Hingabe für ausdrucksstarkes Storytelling zu gleichen Anteilen mit spielerischer Herausforderung zu würzen, dann steht einem zukünftigen Top-Hit nichts mehr im Wege. Aber auch so zählt 'The Walking Dead' schon jetzt zum intensivsten Episoden-Erlebnis auf dem Markt, das sich Freunde guter Unterhaltung nicht entgehen lassen sollten.

geschrieben am 02.12.12, Andreas Baumann

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP SP3/Vista/7
2.0 GHz Pentium 4 oder besser
3 GB RAM
2 GB Festplattenplatz
ATI oder NVidia Grafikkarte mit 512MB Ram
Direct X 9.0c
Direct X 9.0c kompatible Soundkarte
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