Reviews: Tales from the Borderlands:

Tales from the Borderlands: 105 - The Vault of the Traveler


Fast ein Jahr ist es her, im November 2014 erschien die erste Episode von 'Tales from the Borderlands'. Zu Beginn herrschte Skepsis vor, denn ein Action-Spiel wie 'Borderlands' zu einem narrativen Adventure umbauen? Gewagt! Bereits die ersten Episoden zeigten allerdings, dass hier ein hervorragendes Spiel mit zahlreichen Ideen und unglaublichem Humor dahintersteckt. Dann holte uns die vierte Episode etwas auf den Boden zurück, die nicht ganz das Niveau der vorigen Episoden erreichte. Deswegen hängt es nun von der letzten Folge ab, wie gut diese erste Staffel wirklich ist. Aber nicht nur deshalb geht es um einiges, soll doch 'Borderlands 3' sich sicherlich auch auf die Ereignisse dieses Werks beziehen. Kann 'The Vault of the Traveler' die Kohlen also aus dem Feuer holen? Die Antwort findet Ihr im Test. Dieses Mal geht es heiß her und Kampfroboter sind auch mit von der Partie. Die Endwertung bezieht sich übrigens auf sämtliche Episoden.

 

Achtung! Der erste Absatz fasst im Groben die Ausgangslage zusammen und soll noch einmal einen Einblick in die Spielwelt geben. Spoilergefahr!

 

Borderlands 5

 

Ein ganz schön langer Roadtrip

 

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Rhys hat die Macht zum Greifen nahe

'Tales from the Borderlands' spielt von der ersten Episode an aus der erzählenden Perspektive von Rhys und Fiona. Beide wurden von einem vermummten Unbekannten gefangen genommen und müssen ihm ihre atemberaubende Geschichte auf dem Weg zur Kammer des Reisenden erzählen. Es könnte kaum mehr passiert sein. Der firmenloyale Rhys wollte eigentlich nur eine Beförderung, wurde aber zum Hausmeister degradiert. Sein neuer Boss Vasquez zeichnet sich für diese Gemeinheit verantwortlich und so schwört er Rache. Bald darauf wollen sein Kumpel Vaughn und er den Schlüssel für eine Kammer stehlen, ehe dieser in die Fänge des schmierigen Vasquez gelangt. Schnell lernen sie die zwei anderen Hauptcharaktere Fiona und Sasha kennen und das Abenteuer rund um einige Söldner, den neuen Freund Gortys und das Finale rund um die Kammer kann beginnen. Die Achterbahnfahrt verändert dabei nicht nur die Ansichten von Fiona und Rhys, sondern formt sie langsam aber doch zu echten Kammerjägern – nicht nur was Ungeziefer anbelangt.

 

 

Selbstbestimmung oder doch nur Zuschauer?

 

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Abhängig von den zuvor getroffenen Entscheidungen, sind am Ende andere Charaktere verfügbar

Es besteht durchaus der Drang, 'Tales from the Borderlands' noch einmal vollständig durchzuspielen, nur um zu sehen, was sich mit anderen Entscheidungen verändert hätte. Zudem fällt sehr positiv auf, dass 'The Vault of the Traveler' immer wieder ins Bewusstsein ruft, wie sehr man an manchen Charakteren eigentlich gehangen ist. Selbst vermeintliche Bösewichte haben sympathische Züge und es ist nicht alles schwarz und weiß. Diese letzte Episode zeigt auf fulminante Art und Weise, wie sich auch bei Telltales Projekten Konsequenzen durchaus durchziehen können, auch wenn das erst die letzte Episode verdeutlicht. Somit schafft es ausgerechnet die letzte Folge nicht nur in sich zu einer der stärksten zu werden, sondern gibt der ganzen Staffel mehr Sinn und Qualität. Chapeau!

 

 

Action!

 

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Interaktivität beschränkt sich diesmal auf Quick-Time-Events und Konversationen

'Tales from the Borderlands' hatte immer schon einen höheren Action-Anteil als andere vergleichbare Spiele. Hier ist auch die fünfte Episode keine Ausnahme. Vor allem das letzte Drittel glänzt durch einen schönen und spannenden Kampf, der direkt aus 'Power Rangers', 'Saber Rider und die Starsheriffs' oder auch 'Street Fighter' stammen könnte. Hier werden dem Spieler mit ziemlich breiten Zeitfenstern dann schon zwei bis vier Tasten hintereinander abverlangt. Was kompliziert klingt, ist es bei echter Ausführung gar nicht, sondern macht einen höllischen Spaß. Es sei nur gewarnt, dass es hier durchaus zur Sache geht. Außerdem verändert sich dieser Kampf je nach Wahl der einzelnen Gefährten. Gortys, oder Ramrod für Kenner von 'Saber Rider', wird nämlich von fünf Gefährten gesteuert und ganz nebenbei müssen auch noch zwei weitere Charaktere draußen gesteuert werden. Schnelle Szenenwechsel sind also Programm und beweisen, dass selbst in einem Adventure durchaus Action und Adrenalin Platz finden können.

 

Es sei an dieser Stelle aber festgehalten, dass diese finale Episode ein wahres Feuerwerk abfackelt und mir keine ruhige Sekunde vergönnt war. Ein Moment hetzt den anderen und der Adrenalinrausch zog mich immer weiter in den Bann. Das muss man mögen und somit ist zumindest diese Folge am Stück zu empfehlen und Pausen unterbrechen nur den hervorragenden Spannungsbogen.

 

 

Ton, Optik und auch Steuerung auf hohem Niveau

 

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Schade, dass die fünfte Episode bereits das Ende der Staffel bedeutet

Durch das hervorragende Design der Charaktere kann selbst das etwas angestaubte Telltale-Tool beweisen, dass es durchaus schick aussehen kann. Vergleicht man es mit den anderen Projekten dieser Engine, kann es sogar 'The Wolf Among Us' knapp in den Schatten stellen, was allerdings auch eine Frage des Geschmacks ist. Fiona und Rhys ragen zudem heraus, was insbesondere natürlich den erstklassigen Sprechern zu verdanken ist: Laura Bailey (bekannt als Gwyns aus 'Game of Thrones') ist nicht nur Adventure-Fans bekannt und verleiht seit Jahren unzähligen Rollen ihre Stimme. Troy Baker ('The Last of Us', der Joker in der neuen 'Batman'-Serie oder Booker DeWitt aus 'Bioshock Infinite') zählt ohnehin zu den besten und bekanntesten Sprechern. Noch gibt es die Sprachausgabe und die Untertitel nur auf Englisch (Ausnahme: Fan-Untertitel). Erfreulicherweise gibt es schon erste Hinweise auf eine Box mit deutscher Lokalisation (d.h. zumindest deutsche Untertitel). Zu diesem Zeitpunkt bleibt jedoch abzuwarten, ob es tatsächlich dazu kommt.

 

Trotz des Einsatzes von Quicktime-Events sind weder schnelle Reaktion nötig, noch verkompliziert sich die Steuerung. Sowohl am Gamepad, als auch mit Maus und Tastatur gibt es nichts auszusetzen, denn alles kann wie aus einem Guss bedient werden. Rätsel sind wie üblich höchstens rudimentär vorhanden und was noch einmal den Fokus auf das Erzählen von Geschichten verdeutlicht. Ohne gravierende Barrieren soll man hier eine spannende und humorvolle Geschichte erleben und genau das erreicht 'Tales from the Borderlands' mit Bravour!

 

--> Hier gehts zum Test der ersten Episode

--> Hier gehts zum Test der zweiten Episode

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Galerien

Fazit:

Wertung: 88%

Ist denn schon Weihnachten? Zumindest die Kaufhäuser zeigen, dass es gar nicht mehr weit entfernt ist. So fühlen sich wahrscheinlich auch die meisten Spieler, die auf Episoden-Spiele setzen, denn mit 'The Vault of the Traveler' wird eine weitere Staffel abgeschlossen. Und wie! Das fulminante Ende kann über die eher schwächere vorletzte Episode ohne Probleme hinwegtrösten – und sogar mehr! Erst diese letzte Episode zeigte mir, wie stark man eigentlich dieses Mal ins Spielgeschehen eingreifen kann und wie groß die Auswirkungen sind. Der hervorragend geskriptete Endkampf und die herrlich vielen Anspielungen lässt ein gewisses Dauergrinsen festwachsen. Daneben gibt es noch einige Momente, wo man lauthals loslacht. Dieses Spiel zeigt geradezu meisterlich, wie man heutzutage Episoden-Adventures angehen sollte und schafft es nebenbei auch andere Spieler anzusprechen. Ich möchte hier schon eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn besser geht es heutzutage in erzählenden Spielen kaum mehr – weder im Humor, noch in der Dichte der Geschichte. Dazu kommt die Fairness in den Actionsequenzen, die nicht wirklich schwierig ausgefallen sind. 'Tales from the Borderlands' hält das, was es zu Beginn versprach. Es ist das beste Episodenspiel von Telltale Games. Das soll etwas heißen.

Fazit von Matthias Glanznig: Ich wünschte, es gäbe zu 'Tales from the Borderlands' eine TV-Serie. Wahrscheinlich könnte ich davon nicht genug bekommen. Inhaltlich hat sich Telltale jedenfalls selbst übertroffen: stark geschriebene Charaktere, eine temporeiche Handlung... was will man mehr? Allerdings habe ich mich in den letzten beiden Episoden oft an den interaktiven Elementen gestoßen. Einige QT-Events fand ich einfallslos platziert und manchmal habe ich ein paar Sekunden benötigt, um zu realisieren, dass da jetzt Alibi-halber irgendeine Taste zu drücken ist. In explorativer Hinsicht ist im letzten Drittel der Reihe zudem tote Hose, was ich persönlich schade finde. Dennoch hatte ich sehr viel Spaß mit 'Tales from the Borderlands' und würde mich über eine Fortsetzung enorm freuen.

geschrieben am 31.10.15, Peter Färberböck

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