Reviews: Game of Thrones - A Telltale Games Series:

Game of Thrones Episode 106: The Ice Dragon (mit Staffel-Wertung)


Nahezu jeder Fantasy-Fan hat es gelesen oder gesehen. Die Rede ist von dem 'Lied von Eis und Feuer' von George R. R. Martin. Spätestens seit der TV-Serie von HBO ist die düstere Welt rund um Gewalt, Sexualität und zweifelhaften Moralvorstellungen salonreif geworden. Telltale Games sollte diese Reihe auch als Spiel in die obere Spielelite katapultieren. Bereits nach den ersten Episoden war jedoch klar, dass die große Marke hier ein Damoklesschwert ist und die hohen Ansprüche und Erwartung nur schwierig gehalten werden können. Die Grundgeschichte war interessant, neue Perspektiven taten sich auf, doch insbesondere die schnellen Wechsel zwischen den Charakteren ließen nicht den erhofften Funken überspringen. Die Episoden zogen vorüber und wir stehen vor dem Finale. Wird es ein berühmtes Grande Finale oder verpufft es ohne Widerhall? Tauchen wir ein letztes Mal für diese Staffel in die Welt von Westeros ein. Unsere Wertung bezieht sich übrigens auf die komplette Staffel.

 



Unter dem wachsamen Auge des Eisdrachen. So steht es in der Schriftrolle geschrieben, die Gared Tuttle in Richtung Nordhain bringen soll. Fast alle Hinweise der Schriftrolle haben wir schon entdeckt und entschlüsselt, nur einen Wehrholzbaum hat er noch nicht gefunden. Nahezu am Ende ihrer Kräfte greift sie auch noch ein Eisbär an, den Gared nur knapp abwehren kann. Als wir uns dann umsehen, bemerken wir erst, wo wir uns befinden. Der Nordhain! Endlich erreicht. Aber seltsame Gestalten, ein angsteinflößendes Licht und nicht gerade gastfreundliche Gesellen erwarten uns schon. Worin die Helden jetzt wohl wieder reingeraten sind?

Währenddessen scheint Miras Situation in Königsmund immer aussichtsloser zu werden und Asher zieht für seine Familie in den Krieg. Angerichtet wäre eine hochspannende 'Game of Thrones' Episode. Drama, Baby! Aber die letzten Episoden lehrten uns skeptisch gegenüber der Serie zu sein. 


Großer Name, große Bürde

Schwert

Hoffnung? Fehlanzeige.

Unweigerlich lastet auf dem Spiel ein großer Name. Intrigen, Düsterkeit und eine Vielzahl blutiger Kämpfe sind nur ein paar der Eigenschaften von George R. R. Martins Fantasy Epos 'Das Lied von Eis und Feuer'. Genau diese wollten Telltale Games akribisch abarbeiten und haben dabei die stakkatoartige Erzählung übersehen. Oft hetzt man von einem zum nächsten Ereignis und eine unsägliche Anzahl an Konsequenzen erwartet den Spieler. Das führte dazu, dass ich als Spieler manchmal überfordert war – oder gar aussichtlos resignierte. Wie soll ich denn als Mitglied einer kleinen Familie das bewerkstelligen? Jedes kurze Aufflackern der Hoffnung wird schon als Funke zerstampft, denn der nächste wichtige Charakter stirbt sicher gleich oder der Nächste betrügt mich. Das sprichwörtliche Damoklesschwert hängt nicht zu selten über den Episoden. 


Das große Finale verpufft

eh hübsch

Das Finale verspricht viel. Hält es aber nicht.

Alle Hoffnung steckte in der letzten Episode. Ein großartiges Finale könnte doch noch viel herumreißen, oder etwa nicht? Es kam, wie es kommen musste. Die Episode selbst war sicherlich eine der Besseren und klärte einige Fragen auf. Gleichzeitig weitet sich unter den Füßen aber ein riesiger Abgrund. Weitere Aussichtlosigkeit fliegt einem entgegen. Trotz der vielen aufgedeckten Antworten, überströmt einem eine noch größere Flut an Fragen. Es endet wiederum mit dem für TV-Serien so typischen Cliffhanger. Natürlich heizt das die Spannung an, natürlich blickt man gespannt auf die nächste Staffel. Aber wann kommt denn die bei Telltale? Aus dem vermeintlichen Spannungsförderer entsteht eine wahre Spaßbremse und enttäuscht blickt man auf den Abspann – zugegeben, diese sind wunderschön gemacht und lassen kurz nostalgisch auf die vollbrachten Taten blicken.

spannung

Potential und Spannung hätte es genug gegeben

Erst Wochen später kann man sich davon distanzieren und bemerkt, dass das Spiel an der Nähe zur Serie scheiterte. Ein ähnlicher Spannungsbogen mit wechselnden Schauplätzen und Hauptcharakteren war das Vorbild. Es fehlte schlichtweg eine wöchentliche Fortsetzung und somit eine weitere Episode und somit Zeit. Neben der geschaffenen Düsterkeit hätte man mehr Lichtblicke hineinpacken müssen. Die Serie vielleicht etwas komprimieren und noch ein wenig weitererzählen, oder gar schon wenige Monate später eine Fortsetzung parat haben müssen. Das typische »Was wäre, wenn…« Gefühl bleibt als bitterer Nachgeschmack. Schade, denn 'Game of Thrones' Fans werden das Spiel wahrscheinlich trotzdem verschlingen. Man hätte damit aber einem noch breiterem Publikum die Welt von Westeros näher bringen können. Eine vertane Chance.

 

 

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Galerien

Fazit:

Wertung: 66%

Ein Fazit für eine so durchwachsene Telltale-Staffel zu erstellen ist schwer genug. Das Ganze als vollblütiger ‘Game of Thrones‘ Fan zu schreiben, macht es noch schwieriger. Schlussendlich muss man sagen, dass sie sicher eine der schlechtesten hauseigenen Spiele der letzten Jahre abgeliefert haben. Dabei waren genau das vielversprechende Setting und das Serien-Vorbild das Problem. Ein bisschen weniger Analogie hätte hier durchaus gutgetan. Das wirklich Grausame daran ist, dass die Story eigentlich interessant wäre und ich trotzdem gespannt auf die weitere Erzählung warte. Gleichzeitig hoffe ich aber auf eine deutlich bessere Umsetzung. Liebhaber von ‘Game of Thrones‘ dürfen zur Wertung noch 5-10 Punkte dazurechnen, weil man ohnehin nicht genug kriegen kann. Man muss sich aber leider auf das Spiel einlassen und öfter ein paar Augen zudrücken. Nicht nur wegen den teilweise grausamen Texturen.

geschrieben am 06.02.16, Peter Färberböck

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Dieses Review gehört zu  Game of Thrones.




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